
Bitpanda plant Börsengang in Frankfurt mit Milliardenbewertung
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Die in Wien ansässige Kryptobörse Bitpanda, eine der führenden Plattformen Europas, bereitet sich Berichten zufolge auf einen Börsengang (IPO) in Frankfurt im ersten Halbjahr 2026 vor. Das Unternehmen könnte dabei eine Bewertung zwischen 4 Milliarden Euro (ca. 4,7 Milliarden US-Dollar) und 5 Milliarden Euro (ca. 5,83 Milliarden US-Dollar) anstreben. Ein Listing bereits im ersten Quartal 2026 wird als Möglichkeit genannt, wobei die endgültigen Details und der Zeitplan noch nicht finalisiert sind.
Bitpanda plant Börsengang in Frankfurt
Bitpanda, 2014 gegründet, ist eine der populärsten Krypto-Plattformen für Privatanleger in Europa und zählt nach eigenen Angaben über sieben Millionen Nutzer. Das Unternehmen hat Berichten zufolge Goldman Sachs, Citigroup und die Deutsche Bank mandatiert, um den Börsengang zu arrangieren. Ein Sprecher von Bitpanda bestätigte, dass ein IPO eine von mehreren Optionen für die weitere Entwicklung des Unternehmens sei, lehnte jedoch weitere Kommentare zu den Details ab.
Hintergrund und Marktposition
Bitpanda bietet Handelsdienstleistungen für Kryptowährungen, Aktienderivate und Rohstoffe an und agiert als regulierter Broker innerhalb der Europäischen Union. Das Unternehmen hat eine starke Präsenz auf dem Heimatmarkt Österreich aufgebaut: Eine Schätzung des Beratungsunternehmens EY besagt, dass Bitpanda 59,6 % des österreichischen Handelsmarktes für Kryptowährungen ausmacht. Binance und Kraken folgen mit kleineren Marktanteilen.
Die Plattform zeichnet sich durch einen integrierten Ansatz aus, der Kryptohandel mit Portfolio-Tools und automatisierter Steuerabwicklung kombiniert. Dieser "One-Stop-Ansatz" hat zu einer hohen Nutzerbindung in Österreich beigetragen. Bitpanda ist zudem offizieller Krypto-Handelspartner des Arsenal Football Clubs.
Standortwahl und Marktumfeld
Die Entscheidung für ein Listing in Frankfurt, dem Finanzzentrum Deutschlands, folgt auf die Absage eines Börsengangs in London im August des Vorjahres. CEO Eric Demuth hatte damals gegenüber der Financial Times erklärt, dass London eine geringere Liquidität als andere große Märkte wie New York und Frankfurt biete. Er verwies darauf, dass andere europäische Unternehmen, darunter der Fintech-Riese Wise, in den letzten Jahren ebenfalls auf ein Londoner Listing verzichtet haben.
Die Verlagerung spiegelt eine stärkere IPO-Dynamik im Euroraum wider, da sich die Marktbedingungen und die regulatorische Klarheit verbessert haben. Bitpanda hatte 2025 auch eine mögliche Notierung in New York in Betracht gezogen.
Führungswechsel und Investoren
Bitpanda startete 2026 mit Veränderungen in seiner Führungsstruktur. Mitbegründer Eric Demuth wechselte in die Rolle des Verwaltungsratsvorsitzenden der Schweizer Holdinggesellschaft, die die Bitpanda Group besitzt. Lukas Enzersdorfer-Konrad ist nun Chief Executive Officer. Dieser Führungswechsel steht im Einklang mit den Bemühungen, das Unternehmen auf die nächste Wachstumsphase vorzubereiten.
Im August 2021 hatte Bitpanda 263 Millionen US-Dollar von Investoren, darunter Peter Thiels Valar Ventures, erhalten. Diese Finanzierungsrunde bewertete das Unternehmen damals mit 4,1 Milliarden US-Dollar.
Wachsende IPO-Welle im Kryptosektor
Das Jahr 2025 war ein bedeutendes Jahr für Krypto-IPOs, mit großen Börsendebüts von Unternehmen wie dem USDC-Emittenten Circle, der Kryptobörse Bullish und dem Handelsunternehmen eToro. Auch 2026 hat bereits große Börsengänge in der Kryptoindustrie gesehen. So hat der Krypto-Wallet- und Custody-Anbieter BitGo Anfang dieser Woche einen IPO an der New York Stock Exchange (NYSE) beantragt, der das Unternehmen aus Palo Alto, Kalifornien, mit fast 2 Milliarden US-Dollar bewerten könnte.
Mehrere Wettbewerber von Bitpanda bereiten sich ebenfalls auf den Gang an die Börse vor:
- Die Kryptobörse Kraken reichte im November vertraulich einen IPO-Antrag ein, basierend auf einer Bewertung von 20 Milliarden US-Dollar nach einer Finanzierungsrunde, und wartet auf die SEC-Zulassung und geeignete Marktbedingungen.
- FalconX, Grayscale und Blockchain.com haben ebenfalls Pläne für zukünftige Börsengänge diskutiert.
Bitpandas Pläne für einen Börsengang in Frankfurt unterstreichen den anhaltenden Trend und das wachsende Interesse an öffentlichen Listings im Kryptosektor.