
BlackRock CEO Fink fordert höhere Renditen für US-Sozialversicherung
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Der BlackRock CEO Larry Fink hat sich erneut zur US-Sozialversicherung geäußert und deren Rolle beim Vermögensaufbau kritisiert. Obwohl er das Programm als effektives Instrument zur Armutsprävention lobt, sieht er Reformbedarf, um die Renditen der Sozialversicherungsfonds zu steigern und so die finanzielle Stabilität langfristig zu sichern.
Fink kritisiert Vermögensaufbau durch Sozialversicherung
Larry Fink, CEO von BlackRock, hat in seinem jährlichen Brief an die Investoren die US-Sozialversicherung als "eines der effektivsten Programme zur Armutsprävention in der Geschichte" bezeichnet. Er zitierte Daten des US Census Bureau, wonach die Sozialversicherung jährlich schätzungsweise 29 Millionen Amerikaner vor der Armut bewahrt. Insgesamt verlassen sich über 70 Millionen Amerikaner, darunter Rentner, Menschen mit Behinderung und Familien, auf die monatlichen Leistungen.
Trotz dieser "außerordentlichen Leistung" sieht Fink Verbesserungspotenzial für das 90 Jahre alte Programm. Er betonte, dass die Sozialversicherung zwar Stabilität biete, aber "den meisten Amerikanern nicht erlaubt, Vermögen auf eine Weise aufzubauen, die mit ihrem Land wächst."
Das aktuelle System: Pay-as-you-go und geringe Renditen
Die US-Sozialversicherung funktioniert als Pay-as-you-go-Programm und wird hauptsächlich durch Lohnsteuern finanziert. Arbeitgeber und Arbeitnehmer tragen jeweils 6,2 % bei, während Selbstständige 12,4 % auf Einkommen bis zu 184.500 US-Dollar im Jahr 2026 zahlen. Gelder, die nicht sofort zur Auszahlung von Leistungen benötigt werden, fließen in die Treuhandfonds der Sozialversicherung.
Diese Fonds sind traditionell in US-Staatsanleihen investiert. Im Jahr 2025 erzielten die kombinierten Renten- und Invaliditätsfonds laut Daten der Social Security Administration eine effektive jährliche Zinsrate von 2,6 %. Zum Vergleich: Der Aktienmarkt verzeichnete im selben Jahr erhebliche Gewinne, wobei der S&P 500 um etwa 16 % stieg. Ein 60/40-Portfolio aus Aktien und Anleihen legte basierend auf dem Morningstar US Moderate Target Allocation Index um fast 15 % zu.
Fink fordert Diversifizierung statt Privatisierung
Fink stellte in seinem Brief die Frage, ob die Vermögenswerte der Sozialversicherung nicht stärker mit der breiteren Wirtschaft wachsen sollten. Er schlägt vor, einen Teil des Systems "vorsichtig, breit gestreut und über Jahrzehnte hinweg" wie andere langfristige Pensionspläne zu investieren. Dies könnte höhere Renditen generieren und helfen, die finanzielle Unterdeckung des Programms ohne Leistungsänderungen zu beheben.
Fink betonte, dass dies weder eine Privatisierung der Sozialversicherung noch eine vollständige Investition in den Aktienmarkt bedeuten würde. Stattdessen gehe es um die Einführung einer "gewissen Diversifizierung", ähnlich den federal Thrift Savings Plans, die den Teilnehmern eine Auswahl an Anlagemöglichkeiten bieten. Diese Idee hatte Fink bereits auf dem BlackRock Retirement Summit im März 2025 geäußert.
Kontroverse um Risiken und Alternativen
Finks Vorschläge stoßen auf Kritik. Rep. John Larson (D-Conn.) äußerte gegenüber CNBC.com im März 2025 Bedenken, dass ein solcher Schritt eine Privatisierung des Programms darstellen könnte. Er warnte vor höheren Risiken für Verluste und schlechte Performance, sollte die Verwaltung der öffentlichen Vermögenswerte privaten Investmentfirmen überlassen werden. Larson hob hervor, dass die Sozialversicherung selbst während starker Markteinbrüche, wie der Finanzkrise 2008, nie eine Zahlung verpasst hat.
Andere Gesetzgeber, wie die Senatoren Bill Cassidy (R-La.) und Tim Kaine (D-Va.), haben einen alternativen Plan vorgeschlagen. Sie schlagen die Schaffung eines neuen 1,5 Billionen US-Dollar schweren Fonds vor, der in Aktien und Anleihen investiert werden soll. Dieser Fonds würde die bestehenden Treuhandfonds der Sozialversicherung ergänzen und dessen Erträge könnten helfen, die Finanzlücke zu schließen, ohne die Leistungen zu ändern. Alicia Munnell, Senior Advisor am Center for Retirement Research am Boston College, bezeichnete den Cassidy-Kaine-Plan jedoch als "ein riesiges und riskantes Finanzmanöver mit sehr geringem Ertrag", dessen Renditen durch die Kreditkosten begrenzt wären und die Aufmerksamkeit des Kongresses von der eigentlichen Problematik ablenken würden.
Fink's breitere Vision: Private Investitionen für die Heimat
Finks Überlegungen zur Sozialversicherung sind Teil einer breiteren Vision, die er in seinem jährlichen Brief an die Aktionäre darlegte. Er argumentiert, dass die "Selbstständigkeit kostspielig" sei und globale Volkswirtschaften eine Neuausrichtung erfordern, bei der Investoren mehr Geld im eigenen Land einsetzen sollten. Fink sieht privaten Investitionen eine Schlüsselrolle zu, um die Finanzierungslücke für den Ausbau von KI, Energieproduktion und nationaler Verteidigung zu schließen, da schuldenbelastete Regierungen und Bankeinlagen allein nicht ausreichen.
Er schrieb: "Jahrzehntelang jagte Kapital Renditen auf der ganzen Welt – oft ohne ausreichenden Nutzen für die Menschen zu Hause." Fink fordert, dass Länder mehr tun sollten, um Kapital in ihr eigenes Wachstum zu lenken. Angesichts der Herausforderungen warnte Fink: "Die Kosten des Wartens werden nur noch höher."