
BlackRock: Fed-Geduld trotz Marktturbulenzen gerechtfertigt – Zinssenkungen im Blick
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BlackRock CIO Rick Rieder bewertet die Haltung der US-Notenbank Fed als angemessen, trotz jüngster Marktturbulenzen und steigender Ölpreise. Er unterscheidet zwischen kurzfristigen, "episodischen" Angebotsschocks und stabilen langfristigen Wirtschaftstrends, die weiterhin Zinssenkungen in diesem Jahr ermöglichen könnten.
Rieder: Episodische Schocks vs. langfristige Trends
Rieder betont die kritische Unterscheidung zwischen kurzfristigen Rohstoffschmerzen und langfristigen Wirtschaftstrends. In einem kürzlichen Post auf X merkte Rieder an, dass die kurzfristigen Inflationserwartungen aufgrund von Energie- und geopolitischen Angebotsschocks zwar gestiegen sind, diese Ereignisse jedoch tendenziell "episodisch" sind.
Anstatt eine Rückkehr zu einer hartnäckigen, unkontrollierbaren Inflation zu signalisieren, erklärte Rieder, dass diese plötzlichen Spitzen "eher wie eine Steuer für die Verbraucher wirken".
Zinssenkungen bleiben im Gespräch
Die jüngste Marktkorrektur wurde größtenteils durch Ängste befeuert, dass höhere Energiekosten die Fed zu einer hartnäckigen "höher für länger"-Haltung zwingen würden. Da steigende Ölpreise die Inflationserwartungen der Verbraucher zu beeinflussen drohen, haben Anleger die Wahrscheinlichkeit einer geldpolitischen Lockerung schnell neu bewertet.
Dennoch verweist Rieder auf die zugrunde liegende wirtschaftliche Stabilität als Grund zur Ruhe. Er erklärte: "Längerfristige Inflationserwartungen, die an Löhne, Dienstleistungen und Konsum gebunden sind, bleiben gut verankert", und fügte hinzu, dass diese zugrunde liegende Stabilität darauf hindeutet, dass die "nachfragegetriebene Inflation weiter nachlässt." Laut Rieder hilft diese entscheidende Unterscheidung zwischen nachfragegetriebener Inflation und episodischen Angebotsschocks, die "Geduld der Fed zu erklären, ohne Zinssenkungen für dieses Jahr auszuschließen."
Herausforderndes Marktumfeld
Während Rieder einen stabilen langfristigen Ausblick beibehält, bleibt das breitere Umfeld herausfordernd. Je länger die Lieferketten gestört sind, desto größer ist der globale Makro-Impact. BlackRock stellt fest, dass Staatsanleihen nicht mehr ihren traditionellen "Ballast bei fallenden Aktien" bieten, da Anleger eine höhere Entschädigung für das Risiko langfristiger Schulden fordern.
Aktuelle Marktentwicklungen 2026
Im Jahr 2026 verzeichneten die großen US-Indizes Rückgänge. Der S&P 500 Index fiel um 3,67% seit Jahresbeginn, während der Nasdaq Composite und der Dow Jones Rückgänge von 4,93% bzw. 4,88% im gleichen Zeitraum verzeichneten. Im Gegensatz dazu stieg der ETF, der WTI-Rohöl-Futures abbildet, der United States Oil Fund LP (NYSE:USO), im gleichen Zeitraum um 68,28%.