BlackRock setzt auf KI: Kirsty Craig und die Zukunft der Finanzmärkte

BlackRock setzt auf KI: Kirsty Craig und die Zukunft der Finanzmärkte

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Der weltweit größte Vermögensverwalter BlackRock setzt verstärkt auf Künstliche Intelligenz (KI), um seine Investmentstrategien zu revolutionieren und die Finanzmärkte neu zu gestalten. Eine zentrale Figur in dieser Entwicklung ist Kirsty Craig, die kürzlich als Tech Fellow ausgezeichnet wurde und maßgeblich an der Entwicklung der KI-Plattform Asimov beteiligt ist. BlackRock prognostiziert, dass KI nicht nur das Wirtschaftswachstum ankurbeln, sondern auch die Marktstruktur nachhaltig verändern wird.

BlackRock setzt auf KI-Expertise: Kirsty Craig wird Tech Fellow

Kirsty Craig, Leiterin der Strategie für Forschung, Daten und KI im Portfoliomanagement-Technologiebereich bei BlackRock, wurde am 16. Dezember als eine von fünf neuen Tech Fellows des Unternehmens ausgezeichnet. Diese hohe technologische Auszeichnung wird nur an etwa zwei Dutzend der Tausenden Ingenieure von BlackRock verliehen. Craig ist in diesem Jahr die einzige Frau und die einzige Fellow, die außerhalb der Aladdin-Plattform, dem Kernstück der Investmenttechnologie von BlackRock, tätig ist.

Seit 15 Jahren fungiert Craig als "Übersetzerin" zwischen Portfoliomanagern und Ingenieuren, um beide Seiten auf die Erzielung von Renditen auszurichten. Nish Ajitsaria, Co-Leiter des Aladdin-Produkt-Engineerings und Co-Executive Sponsor des Fellows-Programms, beschreibt Craig als "KI-Nativin" und ihr Team als "Speerspitze" bei der Anwendung von KI im Investmentbereich.

Asimov: Der virtuelle Investmentanalyst

Besonders stolz ist Craig auf ihre Rolle bei Asimov, der agentenbasierten KI-Plattform für das fundamentale Aktiengeschäft von BlackRock. Diese "virtuelle Investmentanalystin" wurde im Juni von Chief Operating Officer Rob Goldstein vorgestellt und nutzt KI, um Arbeitsabläufe und Forschung zu automatisieren. Dies beschleunigt ehemals monatelange Investmentprozesse erheblich.

Als Tech Fellow ist Craig nun noch stärker in BlackRocks Bemühungen eingebunden, technologisch führend zu bleiben. Ihr Team von rund 60 Software- und Datenexperten arbeitet horizontal über verschiedene Investmentbereiche hinweg, um die Investmentforschung voranzutreiben. Zukünftig plant ihr Team, den Umfang der agentenbasierten Forschung auf Bereiche wie festverzinsliche Wertpapiere und Makro-Investitionen auszudehnen.

KI als Wachstumsmotor und Risikofaktor für die US-Wirtschaft

Laut dem "2026 Global Outlook" des BlackRock Investment Institute ist Künstliche Intelligenz nicht länger ein Nischenthema, sondern der Motor, der die US-Märkte antreibt und die Risikobewertung für Investoren neu gestaltet. BlackRock schätzt, dass die globalen KI-Investitionen von US-Unternehmen bis 2030 zwischen 5 und 8 Billionen US-Dollar liegen werden, wobei der Großteil davon in den USA getätigt wird.

Diese Kapitalflut trägt bereits zur wirtschaftlichen Expansion bei, wobei der Beitrag von Investitionen zum US-Wachstum in diesem Jahr das Dreifache des historischen Durchschnitts erreicht. Der Bericht hält es für "erstmals denkbar", dass KI den langjährigen nationalen Wachstumstrend von 2 % durchbrechen könnte, da sie die Innovation selbst beschleunigt.

Allerdings stellen Kapazitätsengpässe erhebliche Herausforderungen dar. Der Energiebedarf von Rechenzentren könnte bis 2030 15-20 % der aktuellen US-Stromnachfrage erreichen, wobei einige Prognosen sogar 25 % nahelegen. Alastair Bishop, ein Portfoliomanager bei BlackRock, bemerkte dazu: "Unternehmen hatten keine Probleme, Chips zu bekommen – die eigentliche Einschränkung sind Land und Energie."

Die zunehmende Abhängigkeit von Krediten schafft ein stärker gehebeltes Finanzsystem, das anfällig für Schocks ist. BlackRock weist auf eine steigende Marktkonzentration hin, bei der die Performance des S&P 500 von wenigen dominanten Unternehmen getragen wird, was als "Diversifikations-Trugbild" bezeichnet wird.

BlackRocks optimistische Marktaussichten trotz Volatilität

BlackRock prognostizierte am 5. Dezember 2025, dass KI-bezogene Investitionen im Jahr 2026 weitere Gewinne liefern werden. Helen Jewell, Chief Investment Officer für fundamentale Aktien in EMEA bei BlackRock, hob hervor, dass die Ausgaben großer globaler Unternehmen für Rechenzentren in einem beispiellosen Tempo steigen, was stärkere KI-getriebene Renditen im kommenden Jahr unterstützt.

Gleichzeitig warnt BlackRock vor erhöhungen der Marktinstabilität durch steigende Verschuldung und konzentrierte Handelsstrategien. Jewell erwartet Preisschwankungen, da Investoren Phasen starker Spekulation durchlaufen. Hedgefonds operieren derzeit mit nahezu rekordhoher Verschuldung, was Marktreaktionen bei fallenden Vermögenspreisen verstärken könnte.

Als Reaktion darauf erhöht Jewells Portfolio das Engagement in europäischen Energie- und Stromsystemunternehmen, darunter Siemens Energy. BlackRock erwartet, dass die KI-Expansion die Stromnetze nachhaltig belasten und neue Investitionen in Stromerzeugung, Turbinen und Netztechnologie vorantreiben wird.

Divergierende Ansichten: BlackRock vs. Vanguard

Während BlackRock, das Vermögenswerte von 13,5 Billionen US-Dollar verwaltet, eine "pro-Risiko"-Haltung einnimmt und erwartet, dass KI die Aktienrenditen ankurbeln wird, zeigt sich Vanguard, bekannt für seine passiven Anlagestrategien, vorsichtiger. Vanguard warnt, dass die großen Silicon-Valley-Firmen, die den KI-Boom vorantreiben, überdehnt sein könnten, was zu enttäuschenden Gewinnentwicklungen führen könnte.

Vanguard prognostiziert gedämpfte langfristige Aussichten für US-Aktien mit einem annualisierten Wachstum von unter 5 % über das nächste Jahrzehnt. Sie raten Anlegern zur Diversifizierung in andere Aktienmärkte und US-Value-Aktien wie Banken und Industrieunternehmen, die von KI-getriebener Produktivität profitieren könnten. BlackRock hingegen erwartet, dass US-Aktien in den nächsten 12 Monaten überdurchschnittlich abschneiden werden und rät, Anleihebestände aufgrund höherer Kreditkosten zu reduzieren. Beide Firmen erkennen das Potenzial von KI zur Steigerung von Produktivität und Wachstum an, doch ihre Einschätzungen der Marktfolgen unterscheiden sich deutlich.

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