
BNO: Ölpreis-Rallye durch Hormus-Schließung – Droht der schnelle Absturz?
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Der United States Brent Oil Fund (BNO) hat im Jahr 2026 eine beeindruckende Wertentwicklung hingelegt, angetrieben durch die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten. Doch diese Gewinne stehen auf wackeligen Füßen, da ein potenzieller Friedensvertrag zwischen den USA und Iran die gesamte Rallye schnell wieder zunichtemachen könnte. Anleger, die auf den Brent-Ölpreis setzen, sollten die Entwicklungen genau beobachten.
BNO: Ein taktisches Spiel im Schatten geopolitischer Spannungen
Die US-israelischen Angriffe auf den Iran Ende Februar 2026 führten zur Schließung der Straße von Hormus. Diese entscheidende Wasserstraße ist für etwa 20 % des weltweiten Öl- und LNG-Angebots verantwortlich. Infolgedessen schoss der Brent-Rohölpreis von 61 US-Dollar auf über 127 US-Dollar pro Barrel.
Dieser geopolitische Aufschlag hat den United States Brent Oil Fund (BNO) im Jahresverlauf 2026 um 68 % ansteigen lassen, von etwa 28 US-Dollar auf rund 48 US-Dollar pro Anteil. Jeder einzelne Dollar dieses Gewinns basiert jedoch auf der Annahme, dass die Straße von Hormus weiterhin gestört bleibt.
Die Straße von Hormus: Nadelöhr des globalen Ölmarktes
Die Schließung der Straße von Hormus, die am 28. Februar 2026 begann, war der direkte Auslöser für den massiven Anstieg des Brent-Rohölpreises. Dieser Preisanstieg resultierte nicht aus einer erhöhten Nachfrage oder einem Lieferabkommen, sondern ausschließlich aus der Unterbrechung der Lieferketten.
Brent-Rohöl, der globale Benchmark für seegestützte Lieferrouten, reagiert schneller und stärker auf Störungen im Persischen Golf als WTI-fokussierte Fonds. Diese geografische Sensitivität ist der Hauptgrund, warum BNO im Jahr 2026 die meisten anderen Vermögenswerte übertroffen hat und warum das Risiko eines Friedensabkommens so asymmetrisch ist.
Das Risiko eines Friedensabkommens
Die Zukunft der BNO-Gewinne hängt maßgeblich von der diplomatischen Entwicklung ab. Prognosemärkte bewerten die Wahrscheinlichkeit eines Friedensabkommens zwischen den USA und Iran bis zum 31. Mai mit etwa 53 % und bis zum 30. Juni mit rund 67 %. Ein unterzeichneter Waffenstillstand könnte die Gewinne des BNO schnell und heftig wieder auflösen.
Sobald die geopolitischen Spannungen nachlassen und sich die Futures-Kurve wieder in Contango normalisiert, verliert BNO aufgrund des Rollverlusts an Wert, selbst wenn die Spotpreise stabil bleiben. Zudem erschwert die K-1-Steuerstruktur des Fonds die Handhabung für steuerpflichtige Konten. Dies macht BNO zu einem taktischen Kurzzeitspiel, das auf das Scheitern der Diplomatie setzt, und nicht zu einem langfristigen Vehikel zum Vermögensaufbau.
BNO im Detail: Aufbau und Funktionsweise
Der BNO ist ein Single-Commodity-Futures-Fonds, der von USCF Investments verwaltet wird. Er wurde im Juni 2010 mit einem Nettovermögen von rund 952 Millionen US-Dollar und einer Kostenquote von 1,1 % aufgelegt. Der Fonds bildet den nächstfälligen Brent-Rohöl-Futures-Kontrakt an der ICE Futures Exchange ab, der am letzten Handelstag jedes Monats gerollt wird.
Der Fonds zahlt keine Dividenden, hat keine Aktienbeteiligungen und hält kein physisches Öl. Seine Rolle ist eng definiert: Er bietet ein reines direktionales Engagement in internationale Rohölpreise. Im Gegensatz zu WTI-fokussierten Fonds ist Brent der globale Benchmark, der stärker auf Störungen im Persischen Golf reagiert.