
Boeing sichert Milliardenauftrag: F-15IA Kampfjets für Israels Luftwaffe
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Boeing hat einen umfangreichen Auftrag über fast 8,6 Milliarden US-Dollar erhalten, um 25 neue F-15IA Kampfjets für die israelische Luftwaffe zu bauen. Dieser Vertrag, der im Rahmen des F-15 Israel Programms zustande kam, beinhaltet zudem eine Option für weitere 25 Flugzeuge, was die potenzielle Flotte auf 50 Jets erweitert. Die Lieferung der ersten Flugzeuge wird voraussichtlich ab 2031 erfolgen.
Der Deal unterstreicht die fortgesetzte militärische Zusammenarbeit zwischen den Vereinigten Staaten und Israel. Die USA sind Israels primärer Waffenlieferant und stellen den Großteil der importierten militärischen Ausrüstung sowie finanzielle Unterstützung bereit.
Milliardenauftrag für Boeing
Der vom Pentagon bekannt gegebene Vertrag umfasst das Design, die Integration, die Instrumentierung, Tests, die Produktion und die Auslieferung der 25 neuen F-15IA Flugzeuge. Die Arbeiten werden in Boeings Werk in St. Louis, Missouri, durchgeführt und sollen bis zum 31. Dezember 2035 abgeschlossen sein.
Die Abwicklung des Verkaufs erfolgt über das U.S. Foreign Military Sales Programm. Zum Zeitpunkt der Auftragsvergabe wurden sofort rund 840 Millionen US-Dollar an Mitteln bereitgestellt. Dieser Betrag ist Teil eines mehrjährigen Verteidigungshilfeabkommens zwischen Israel und den Vereinigten Staaten.
F-15IA: Israels maßgeschneiderte Kampfjets
Die F-15IA ist Israels maßgeschneiderte Version der F-15EX, der neuesten Evolution der bewährten F-15-Plattform. Diese Flugzeuge sind eine tragende Säule der israelischen Luftschlagkapazität und wurden in jüngsten Kampagnen gegen iranisch verbundene Ziele, einschließlich Operationen gegen die Hisbollah im Libanon und die Huthi im Jemen, intensiv eingesetzt.
Die neue Flugzeugversion wird über Langstreckenangriffsfähigkeiten, eine erhöhte Bewaffnungskapazität von bis zu 14 Tonnen und Fly-by-Wire-Leitsysteme verfügen, die eine hohe Manövrierfähigkeit ermöglichen. Zudem werden verschiedene israelische Verteidigungssysteme integriert. Israel sieht diese Beschaffung als entscheidend an, um seine Luftüberlegenheit und strategische Schlagkraft zu sichern.
Ein ähnlicher Vertrag über 25 F-15IA Jets im Wert von 5,2 Milliarden US-Dollar wurde bereits im November 2024 unterzeichnet, wobei die Lieferungen ab 2031 mit einer Rate von vier bis sechs Flugzeugen pro Jahr beginnen sollen. Die aktuelle Ankündigung verdoppelt diese Bestellung effektiv und erhöht Israels geplante F-15IA-Flotte auf 50 Flugzeuge, zusätzlich zu den 66 bereits im Dienst befindlichen F-15-Varianten.
Geopolitischer Kontext und US-Rüstungspolitik
Die Vertragsvergabe erfolgte kurz nach einem Treffen zwischen dem ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump und dem israelischen Premierminister Benjamin Netanyahu in Trumps Mar-a-Lago-Residenz in Florida. Dort wurden die nächste Phase eines Waffenstillstandsabkommens in Gaza und regionale Sicherheitsbedrohungen erörtert.
Die erweiterte Vereinbarung unterstreicht Washingtons anhaltendes Engagement für Israels Luftüberlegenheit. Gleichzeitig signalisierte Trump Offenheit für den Verkauf fortschrittlicher Kampfjets an andere Länder in der Region. So wurde die potenziell umstrittene Lieferung von F-35-Jets an die Türkei in Betracht gezogen.
Die Vereinigten Staaten hatten die Türkei 2019 aus dem F-35-Programm ausgeschlossen, nachdem Ankara den Kauf eines russischen Raketenabwehrsystems vorangetrieben hatte. Trotz dieser Spannungen äußerte Trump, dass seine Regierung den Verkauf von F-35-Tarnkappenjets an die Türkei "sehr ernsthaft" in Erwägung ziehe. Auf Bedenken hinsichtlich eines möglichen Einsatzes der F-35 gegen Israel entgegnete Trump: "Ich verspreche, sie werden sie niemals gegen [Israel] einsetzen."
Israel ist derzeit das einzige Land im Nahen Osten, das die F-35 betreibt, mit 45 Flugzeugen im aktiven Dienst und weiteren 30 in Bestellung. Diese Exklusivität ist zentral für Israels Beharren auf der Aufrechterhaltung seines "qualitativen militärischen Vorsprungs" – ein Prinzip, das im US-Gesetz über Waffenverkäufe in der Region verankert ist. Frühere US-Entscheidungen, wie die angekündigten Pläne zum Verkauf von F-35 an Saudi-Arabien, hatten bereits israelische Beamte beunruhigt.