Börsenwoche: Berichtssaison, Inflationsdaten und Konsum im Fokus

Börsenwoche: Berichtssaison, Inflationsdaten und Konsum im Fokus

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Die kommende Handelswoche ist zwar durch einen Feiertag verkürzt, bietet aber dennoch einen prall gefüllten Kalender für Anleger. Die Berichtssaison nimmt Fahrt auf, wichtige Inflationsdaten werden veröffentlicht und das erste monatliche Treffen des Jahres steht an. Der Fokus liegt auf Unternehmenszahlen und Wirtschaftsindikatoren, die Aufschluss über die Marktrichtung geben können.

Die Berichtssaison nimmt Fahrt auf

Die aktuelle Berichtssaison gewinnt an Dynamik, wobei zahlreiche Unternehmen ihre Quartalsergebnisse präsentieren. Diese Berichte sind entscheidend, um die Gesundheit verschiedener Wirtschaftssektoren zu beurteilen und sogenannte "Readthroughs" für das eigene Portfolio zu identifizieren. Ein Beispiel dafür war der Bericht von Taiwan Semiconductor Manufacturing Co. (TSMC) in der Vorwoche, dessen erhöhte Kapitalbudgets aufgrund starker Nachfrage die gesamte Chipbranche beflügelten, von Chipdesignern wie Nvidia bis zu Zulieferern wie Qnity Electronics.

Einblicke von außerhalb des Portfolios

Eine Reihe von Branchengrößen wird in dieser Woche Ergebnisse vorlegen, die wichtige Einblicke in die Gesamtwirtschaft bieten können:

  • **3M:** Erwartet werden Informationen zur industriellen Aktivität und Fertigungsnachfrage.
  • **GE Aerospace:** Der Bericht am Donnerstag könnte Aufschluss über die Auswirkungen von Präsident Donald Trumps Forderungen nach erhöhten Verteidigungsausgaben sowie über das Volumen des kommerziellen Flugverkehrs geben, was für Positionen in Boeing und Honeywell relevant ist.
  • **United Airlines:** Am Mittwoch wird der Bericht von United Airlines ein Fenster zur Konsumgesundheit und zur Stimmung der Verbraucher bezüglich der US-Wirtschaft öffnen.
  • **Intel:** Am Donnerstag liefert Intel frühe Einblicke in die Halbleiternachfrage zu Beginn des Quartals, noch bevor die Rechenzentrums-Schwergewichte Broadcom und Nvidia später in der Berichtssaison berichten. Möglicherweise gibt es auch ein Update zur im September angekündigten Zusammenarbeit mit Nvidia bei kundenspezifischen CPUs.
  • **SLB und Halliburton:** Diese Dienstleister für Bohrunternehmen werden Licht auf die Energienachfrage und Infrastrukturdynamik werfen, insbesondere nach der Festnahme des venezolanischen Führers Nicolas Maduro durch die USA. Ihre Aussagen zu den Aktivitätsniveaus ihrer Kunden könnten Hinweise auf die Entwicklung der Energiepreise im Jahr 2026 geben.

Club-Aktien im Fokus: Procter & Gamble und Capital One

Auch innerhalb des "Clubs" stehen diese Woche zwei wichtige Berichte an, beide am Donnerstag:

  • Procter & Gamble (P&G): Vor Börsenöffnung wird P&G berichten. Es wird erwartet, dass die Schlagzeilenzahlen enttäuschen könnten. Jim Cramer merkte an, dass Oktober und November – zwei Drittel des P&G-Quartals – vom Regierungsstillstand betroffen waren, der zu einer Verzögerung der SNAP-Leistungen führte und zu einer Schwäche zu Beginn des Quartals beitrug. Die Konsens-Umsatzschätzung von 22,31 Milliarden US-Dollar liegt nur 1,2 % unter dem Wert vom 30. September, dem Tag vor Beginn des Stillstands. Daher werden die Aussagen von P&G zu den Dynamiken nach dem Stillstand und zum laufenden dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 entscheidend sein. Dies ist das erste P&G-Quartal unter dem neuen CEO Shailesh Jejurikar.
  • Capital One Financial Corp. (COF): Nach Börsenschluss wird Capital One seine Zahlen präsentieren. Trumps Druckkampagne auf die Kreditkartenbranche, insbesondere seine Forderung nach einer einjährigen 10 %-Zinsobergrenze, könnte ein großes Thema im Conference Call sein. Obwohl noch unklar ist, ob diese Forderung Realität wird, haben bereits viele CEOs großer Banken Kritik geäußert. Richard Fairbank von Capital One, ein einflussreicher Akteur der Branche, wird die Gelegenheit haben, seine Sichtweise darzulegen. Eine positive Nachricht für Capital One-Aktionäre ist, dass Kevin Hassett, Direktor des National Economic Council, am Freitag auf Fox Business erklärte, die Regierung stehe in Kontakt mit Großbanken, um ein neues Kreditkartenprodukt zu entwickeln, das Trump besänftigen soll – ein Ergebnis, das wesentlich enger gefasst wäre als Trumps ursprüngliche Drohung, die die Capital One-Aktien am Montag um 6,4 % fallen ließ. Über die reinen Umsatz- und Gewinnzahlen hinaus sind Delinquenz- und Zahlungsraten wichtige Kennzahlen, da sie die Konsumgesundheit widerspiegeln. Auch allgemeine Kommentare zu Ausgabengewohnheiten und Schuldenständen sind von Bedeutung, da der private Konsum etwa zwei Drittel des US-BIP ausmacht. Zudem werden die Discovery-Integrationspläne für 2026 und Kommentare zu Aktienrückkäufen von Interesse sein.

Wichtige Wirtschaftsdaten im Blick

Neben den Unternehmensberichten stehen auch entscheidende Wirtschaftsdaten auf dem Kalender:

  • PCE-Preisindex: Am Donnerstag wird der Bericht zu den persönlichen Ausgaben und Einkommen für November veröffentlicht, der den Kern-PCE-Preisindex enthält – das bevorzugte Inflationsmaß der Fed. Obwohl der PCE Hinweise auf zukünftige Zinsschritte der Fed geben kann, ist zu beachten, dass es sich um einen verzögerten Bericht handelt. Anleger sollten daher möglicherweise stärker auf die Aussagen der Managementteams in den Earnings Conference Calls achten, anstatt Anlageentscheidungen ausschließlich auf diesen fast zwei Monate alten Bericht zu stützen.
  • Pending Home Sales: Am Mittwoch steht der Bericht zu den schwebenden Hausverkäufen für Dezember an. Ein besser als erwarteter Bericht über die Anzahl der schwebenden Hausverkäufe würde sich positiv auf die Wirtschaft auswirken. Der Immobiliensektor hat eine überproportionale Bedeutung, da der Kauf eines neuen Hauses zahlreiche weitere Anschaffungen wie Dienstleistungen, Geräte und Möbel nach sich zieht. Home Depot ist ein Wert im Portfolio, der stark vom Immobilienmarkt und den Hypothekenzinsen abhängt.

Terminkalender der Woche (Auszug)

  • Montag, 19. Januar: US-Aktienmarkt geschlossen (Martin Luther King Jr. Day).
  • Dienstag, 20. Januar:
  • Vor Börsenöffnung: D.R. Horton, 3M Company, Fifth Third Bancorp, U.S. Bancorp, Fastenal Co., Peoples Bancorp Inc, KeyCorp.
  • Nach Börsenschluss: Netflix, Inc., Interactive Brokers Group Inc, United Airlines, Progress Software Corp.
  • Mittwoch, 21. Januar:
  • 10 Uhr ET: Dezember Pending Home Sales Report.
  • Vor Börsenöffnung: Johnson & Johnson, Ally Financial, Halliburton Company, Charles Schwab Corp., TE Connectivity Ltd., Prologis, Inc., Teledyne Technologies Inc., Travelers Companies, Inc.
  • Nach Börsenschluss: Kinder Morgan, Inc., Banc of California, Inc., Banner Corporation, CACI International, Inc.
  • Donnerstag, 22. Januar:
  • 8:30 Uhr ET: PCE Index.
  • 11 Uhr ET: Kansas City Fed Manufacturing Index.
  • Vor Börsenöffnung: Procter & Gamble Co., Freeport-McMoRan Copper & Gold, Inc., GE Aerospace, Huntington Bancshares Incorporated, Texas Capital Bancshares, Inc., Abbott, McCormick & Company, Incorporated.
  • Nach Börsenschluss: Capital One Financial Corp., Intel Corp., Intuitive Surgical, Inc., Alcoa, Inc., CSX Corp.
  • Freitag, 23. Januar:
  • 10 Uhr ET: University of Michigan's Consumer Sentiment Survey (Final).
  • Vor Börsenöffnung: SLB, Booz Allen Hamilton Holding Corporation, Comerica, Inc., Ericsson.

Erwähnte Persönlichkeiten