
BofA: Rohstoffe 2026 Top-Investment – KI-Boom & Inflation treiben an
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Die Bank of America prognostiziert Rohstoffe als die vielversprechendste Anlageklasse für das Jahr 2026. Ihre Strategen bezeichnen dies als den besten "run-it-hot"-Trade, gestützt auf erwartetes starkes Wirtschaftswachstum, fiskalische und monetäre Stimuli sowie eine potenziell höhere Inflation. Diese Faktoren sollen Rohstoffen zu anhaltender Outperformance verhelfen.
Rohstoffe als Top-Investment für 2026
Laut einem Team von Strategen der Bank of America, angeführt von Michael Hartnett, sind Rohstoffe für 2026 der "heiße Trade". Der Sektor, der oft von risikoreicheren Anlagen wie Aktien und Kryptowährungen überschattet wird, wird als der beste "run-it-hot"-Trade für Anleger im Jahr 2026 identifiziert. Insbesondere Öl und Energie werden als der "beste 'run-it-hot' Contrarian Trade" hervorgehoben.
Die "Run-It-Hot"-These der BofA
Die Bank of America hat ihre "run-it-hot"-These bereits früher vorgestellt. Sie geht davon aus, dass die Wirtschaft im Jahr 2026 durch starkes Wachstum, fiskalische und monetäre Stimuli sowie potenziell höhere Inflation gekennzeichnet sein wird. Diese Kombination von Faktoren soll ein Umfeld schaffen, in dem Rohstoffe ihre Outperformance fortsetzen können.
Starke Performance bereits 2025
Rohstoffe sind bereits auf dem besten Weg, im Jahr 2025 hervorragende Renditen zu erzielen. Dies ist maßgeblich darauf zurückzuführen, dass Metalle und Energierohstoffe einen wichtigen Investitionsschwerpunkt im Rahmen des KI-Rechenzentrumsbooms darstellen. Der Vanguard Commodity Strategy Fund, ein beliebter Investmentfonds für Rohstoffanlagen, verzeichnete seit Jahresbeginn ein Plus von 17 % und übertraf damit den S&P 500.
Auch rohstofflastige Sektoren des Referenzindex zeigten eine starke Entwicklung. Industriewerte stiegen seit Januar um 17 %, Versorger um 15 % und der Energiesektor um 7 %.
Treiber für den Rohstoff-Boom
Die Bank of America nennt mehrere Gründe, warum diese positive Dynamik anhalten könnte:
- Wirtschaftspolitik und Fiskalausgaben: Die Wirtschaftspolitik von Präsident Trump könnte das Wirtschaftswachstum im kommenden Jahr weiter ankurbeln, was Rohstoffinvestitionen unterstützen würde. Übermäßige fiskalische Ausgaben der letzten Jahre haben Rohstoffen geholfen, traditionell als sichere Häfen geltende Anlagen wie Anleihen zu übertreffen.
- Geopolitische Fragmentierung: Die Globalisierung zeigt Anzeichen einer Fragmentierung, bedingt durch Faktoren wie geopolitische Konflikte, Lieferkettenprobleme und Handelsbarrieren wie Zölle. Dies sollte Rohstoffe, die häufig transportiert und als Inputs in einer Vielzahl von Gütern verwendet werden, tendenziell stärken.
- Inflationserwartungen und Gold: Höhere Inflationserwartungen können bestimmte Rohstoffe, wie Gold, im Wert steigen lassen. Gold verzeichnete in diesem Jahr ein Plus von 60 % und ist auf dem besten Weg zur besten Performance seit den 1970er Jahren, da Anleger es als sicheren Hafen und Inflationsschutz betrachten. Die Strategen kommentieren: "Trump runs it hot, oil bounces post Russia-Ukraine fix. Soon all the commodity charts will look like gold."
Breite Wirtschaftsprognosen der BofA
Bank of America Global Research erwartet, dass die Weltwirtschaft mit mehr Schwung ins Jahr 2026 starten wird, als viele Anleger annehmen. Candace Browning, Leiterin von BofA Global Research, äußert sich optimistisch zur Wirtschaft und zur KI und hält Ängste vor einer unmittelbar bevorstehenden KI-Blase für "übertrieben".
- **US-Wirtschaftswachstum über Konsens:** Der Senior Economist Aditya Bhave prognostiziert ein jährliches BIP-Wachstum von 2,4 % für die USA im Jahr 2026. Treiber sind fiskalische Unterstützung durch den "One Big Beautiful Bill Act", wiederhergestellte Anreize des "Tax Cuts and Jobs Act", eine freundlichere Handelspolitik, stärkere Unternehmensinvestitionen und die verzögerten Effekte von Fed-Zinssenkungen.
- Der anhaltende KI-Boom: Die Investmentbank geht davon aus, dass der KI-Investitionszyklus sich weiter aufbauen wird, anstatt zu platzen. KI-bezogene Investitionsausgaben für Rechenzentren, Chips und Automatisierung haben das BIP bereits angekurbelt und sollen auch 2026 ein starker Treiber bleiben. Der iShares Semiconductor ETF (SOXX) ist seit Jahresbeginn um über 40 % gestiegen und hat seit der Veröffentlichung von OpenAI's ChatGPT im November 2022 ein Plus von 450 % erzielt.
- Schwellenländer und China im Aufwind: Schwellenländer könnten von einem freundlicheren Makro-Mix profitieren, darunter ein schwächerer US-Dollar, niedrigere US-Zinsen und weiche Ölpreise. David Hauner, BofA-Stratege für Schwellenländer, sieht darin eine Entlastung der Finanzierungsbedingungen und eine Unterstützung stärkerer Kapitalflüsse. Der iShares MSCI Emerging Market ETF (EEM) legte seit Jahresbeginn um 30 % zu und übertraf damit den Vanguard S&P 500 ETF (VOO). Für China erwartet Chefökonomin Helen Qiao ein Wachstum von 4,7 % im Jahr 2026 und 4,5 % im Jahr 2027, beides über dem Konsens.
- S&P 500: Gewinnwachstum, aber begrenzte Kursgewinne: Die Aktienanalystin Savita Subramanian erwartet für den S&P 500 einen Anstieg des Gewinns pro Aktie (EPS) um 14 % im Jahr 2026. Sie sieht jedoch nur ein Kurspotenzial von 4 % bis 5 %, mit einem Ziel von 7.100 Punkten.