Boston Globe: Schneesturm stoppt Druck nach 153 Jahren – Medienwandel im Fokus

Boston Globe: Schneesturm stoppt Druck nach 153 Jahren – Medienwandel im Fokus

Aktualisiert:
3 Min. Lesezeit
AI-Generated
Human-verified
Teilen:

Keine Anlageberatung • Nur zu Informationszwecken

Ein historischer Schneesturm hat die Verantwortlichen des Boston Globe dazu veranlasst, die Produktion ihrer Tageszeitung zum ersten Mal in ihrer 153-jährigen Geschichte auszusetzen. Diese beispiellose Entscheidung, die Dienstagsausgabe nicht zu drucken, beleuchtet nicht nur die extremen Wetterbedingungen, sondern auch den tiefgreifenden Wandel in der Medienlandschaft, in der digitale Nachrichten zunehmend dominieren.

Historisches Ereignis durch Schneesturm

Der Boston Globe, gegründet im Jahr 1872, hat seit über 153 Jahren ununterbrochen eine Tageszeitung gedruckt. Weder technische Probleme noch globale Pandemien konnten die Druckereimitarbeiter bisher davon abhalten. Doch ein Rekordschneesturm am Montag, dem 23. Februar 2026, führte zu einer "beispiellosen Entscheidung" der Geschäftsleitung, die es unmöglich machte, die Dienstagsausgabe zu drucken und auszuliefern. Josh Russell, Vice President of Print Operations bei Boston Globe Media, betonte die Ernsthaftigkeit der Lage: "Wir treffen diese Entscheidung nicht leichtfertig. Wir waren nicht zuversichtlich, dass wir die Zeitungen sicher auf unsere Lastwagen bekommen könnten, selbst wenn wir heute Abend eine Crew gehabt hätten. Wir waren nicht zuversichtlich, dass die letzte Meile machbar wäre."

Herausforderungen bei Druck und Zustellung

Die extremen Wetterbedingungen machten es den Mitarbeitern unmöglich, die Druckerei des Globe in Taunton, Bristol County, Massachusetts, sicher zu erreichen. In Teilen von Bristol County wurden bis Montagabend 32 Zoll (81 Zentimeter) Schnee gemessen, so der National Weather Service. Auch die Zustellung der Montagsausgabe war stark beeinträchtigt; nur 25 Prozent der Zeitungen erreichten ihre Abonnenten. Der Schneesturm stellte auch in der Nähe von Rhode Island Rekorde auf, wo der T.F. Green International Airport in Warwick fast 38 Zoll (96,5 Zentimeter) Schnee erhielt und damit einen Rekord von 1978 brach. Abonnenten der Printausgabe erhalten die Dienstagsausgabe zusammen mit der Mittwochs-Edition am Mittwoch.

Der Wandel der Nachrichtenlandschaft

Die Entscheidung des Boston Globe fällt in eine Zeit, in der die Abhängigkeit von gedruckten Nachrichtenmedien stark abgenommen hat. Eine Umfrage des Pew Research Center aus dem Jahr 2025 ergab, dass nur 7 % der Erwachsenen in den USA ihre Nachrichten häufig aus gedruckten Zeitungen oder Zeitschriften beziehen. Im Gegensatz dazu gaben 56 % an, ihre Nachrichten oft über ein Smartphone, einen Computer oder ein Tablet zu erhalten. Dieser Trend unterstreicht, wie sehr sich die Mediennutzung verschoben hat und wie digitale Kanäle die primäre Informationsquelle für die Mehrheit der Bevölkerung geworden sind.

Historische Parallelen und Ausnahmen

Obwohl dies das erste Mal ist, dass die Geschäftsleitung des Boston Globe die tägliche Produktion seit der Gründung im Jahr 1872 eingestellt hat, gab es in der Vergangenheit andere Unterbrechungen. In den 1950er und 60er Jahren führten Arbeitsstreiks mehrmals zu einem Druckstopp. Auch während eines anderen Rekordschneesturms vor fast fünf Jahrzehnten, am 7. Februar 1978, ging der Globe in Druck und produzierte einige tausend Exemplare. Damals erreichten jedoch nur wenige Zeitungen die Leser, da Schneemassen die Zustellfahrzeuge daran hinderten, mehr als ein oder zwei Meilen vom Gebäude wegzukommen.

Erwähnte Persönlichkeiten