Brené Brown: Warum mutige Führung in der KI-Ära wichtiger denn je ist

Brené Brown: Warum mutige Führung in der KI-Ära wichtiger denn je ist

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Brené Browns Konzepte zur Verletzlichkeit als Führungsstärke waren einst in der Unternehmenswelt weit verbreitet. Doch diese Ära scheint vorbei zu sein, da sich die Führungskultur, insbesondere im Silicon Valley, drastisch verändert hat. Die renommierte Autorin und Forscherin sieht eine Abkehr von empathischer Führung hin zu einem autoritäreren Stil, der durch die aktuelle politische Landschaft begünstigt wird.

Wandel in der Führungskultur

Führungskräfte im Silicon Valley entlassen Mitarbeiter massenhaft, deklarieren dies als Produktivitätsgewinne und erhöhen den Druck auf verbleibende Teams. Gleichzeitig wird Dissens unterdrückt, die Mitarbeiterüberwachung intensiviert und Milliarden in KI-Projekte investiert, während die Investitionen in die Belegschaft zurückgefahren werden. Diese Entwicklung beschreibt Brené Brown als eine neue Realität, in der "Asshole Leader" mehr Rückendeckung denn je haben, um ihr Verhalten fortzusetzen.

Brown, die als Executive Chair des Center for Daring Leadership Organisationen wie Eaton und Lumen Technologies berät, betont, dass mutige Führungskräfte ihre Prinzipien nicht dem politischen Klima anpassen. "Sie schauen nicht, ob Empathie heute nicht in Mode ist, und haben dann weniger davon", so Brown. Sie sieht keine Entschuldigung für Führungskräfte, die sich von äußeren Einflüssen leiten lassen.

Mutige Führung in unsicheren Zeiten

Im Gespräch mit Business Insider hob Brown die Instabilität der aktuellen Zeit hervor. Selbst erfolgreiche Unternehmen stünden auf "bröckelnden Bergen", verursacht durch Faktoren wie Künstliche Intelligenz, sich wandelnde Märkte und Geopolitik. Es gebe keine Möglichkeit mehr, sich auf vergangenen Erfolgen auszuruhen.

"Wenn man gewinnen will, muss man den nächsten Gipfel ins Auge fassen und einen Sprung wagen", erklärte Brown. Dabei sei es entscheidend, "alle mitzunehmen". Diese Botschaft, die Notwendigkeit, die gesamte Belegschaft in den Wandel einzubeziehen, zog sich wie ein roter Faden durch Browns Ausführungen und die Konferenz des Coaching-Plattform BetterUp, an der sie teilnahm.

KI-Transformation: Vertrauen statt Zwang

Viele Unternehmen haben ihre Geduld mit der KI-Einführung verloren; der Einsatz von KI wird oft obligatorisch und an Leistungsbeurteilungen geknüpft, begleitet von Drohungen wie "KI oder sonst". Brown argumentiert jedoch, dass ein erfolgreicher Übergang etwas Schwierigeres erfordert: das Fördern von Vertrauen unter den Mitarbeitern und das Schaffen eines Gefühls der Eigenverantwortung. "Wir dürfen nicht das Gefühl haben, dass KI uns widerfährt", sagte sie.

Brown identifiziert zwei Hauptfehler, die CEOs bei der KI-Transformation machen: Erstens, eine KI-Strategie zu implementieren, die nichts mit den Geschäftszielen zu tun hat. Zweitens, nicht in die Mitarbeiter zu investieren und die gesamte Aufmerksamkeit auf die Technologie selbst zu richten. "Am Ende sind es immer noch Ihre Leute, die Ihr Geschäft vorantreiben", so Brown, obwohl sie die "Verführung, in das unkomplizierte Ding zu investieren", nachvollziehen kann. Brown selbst ist nicht KI-feindlich und nutzt einen eigenen KI-Agenten für ihre Arbeit.

Die Paradoxie der neuen Arbeitswelt

Viele Angestellte erleben ein verwirrendes Gefühlsgemisch bezüglich KI: begeistert von den nützlichen Anwendungen, aber verängstigt über die Auswirkungen auf ihre Arbeitsplätze. Brown sieht die Fähigkeit, diese Spannung des Paradoxons auszuhalten, als eine "absolute Führungssuperkraft für die Zukunft". Sie beschreibt es als "Ich liebe es. Ich hasse es. Ich kann es kaum erwarten, damit anzufangen, und ich habe Todesangst davor."

Brown äußert sich besorgt über die Zukunft, auch im Hinblick auf ihre Gen Z-Kinder und die Welt im Allgemeinen. Sie befürchtet, dass eine überforderte Bürgerschaft dazu neigen wird, "zu hypernormalisieren und Gewissheit zu wählen". Dies sei beängstigend für Unternehmen, aber noch mehr für die Demokratie.

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