
Broadcom und Marvell: Wer gewinnt das Rennen um KI-Chips?
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Während Broadcom (AVGO) seit Januar 2023 einen beeindruckenden Kursanstieg von 524 % verzeichnete und im Quartal 8,4 Milliarden US-Dollar KI-Umsatz generierte, legte Marvell (MRVL) im gleichen Zeitraum um 152 % zu. Trotz eines Rückgangs von 50 % nach März erreichte Marvell im dritten Quartal einen Gesamtumsatz von 2,07 Milliarden US-Dollar, wobei der Rechenzentrumssektor um 38 % auf 1,52 Milliarden US-Dollar wuchs. Jim Cramer beobachtet diese Entwicklungen genau und fragt, ob Marvell die Lücke zu Broadcom schließen kann.
Zwei Unternehmen, eine KI-Strategie
Sowohl Broadcom als auch Marvell Technology sind zentrale Akteure im Boom der kundenspezifischen Siliziumchips. Große Hyperscaler streben danach, ihre Abhängigkeit von NVIDIA zu reduzieren und setzen auf Chips, die speziell für ihre Workloads entwickelt wurden. Broadcom arbeitet hierfür mit Google zusammen, während Marvell Amazon Web Services (AWS) unterstützt.
Die Geschäftsmodelle ähneln sich, doch die Skalierung unterscheidet sich erheblich. Broadcoms KI-Umsatz erreichte in einem einzigen Quartal 8,4 Milliarden US-Dollar. Marvells gesamter Umsatz im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 lag hingegen bei 2,07 Milliarden US-Dollar. Broadcoms KI-Segment ist somit viermal so groß wie Marvells gesamter Umsatz.
Marvells turbulenter Weg und starke Erholung
Jim Cramer beschrieb Marvells Entwicklung als turbulent. Das Unternehmen verlor nach einem schwächer als erwarteten Quartal im März über 50 % seines Wertes in weniger als drei Monaten. Im weiteren Verlauf des Jahres erholte sich Marvell jedoch mit einer Reihe starker Quartale und erreichte Anfang Dezember einen Höchststand von 102 US-Dollar. Berichte über einen möglichen Verlust von Amazon-Geschäften führten danach zu erneuten Bedenken.
Die jüngsten Zahlen deuten jedoch darauf hin, dass die Befürchtungen bezüglich Amazon übertrieben waren. Der Umsatz im Rechenzentrumssegment stieg im dritten Quartal im Jahresvergleich um 38 % auf 1,52 Milliarden US-Dollar und machte 73 % des Gesamtumsatzes aus. CEO Matt Murphy äußerte sich dazu klar: "Unsere Umsatzprognose für Rechenzentren für das nächste Jahr ist nun höher als die bisherigen Erwartungen." Dies deutet nicht auf den Verlust eines wichtigen Kunden hin.
Die Bewertungsfrage für Investoren
Für Investoren, die beide Unternehmen abwägen, bietet sich ein interessantes Bewertungsbild. Broadcom wird mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von etwa 69x auf Basis der letzten zwölf Monate und einem Forward-KGV von rund 32x gehandelt. Analysten sehen ein Kursziel von 467 US-Dollar. Marvell erscheint mit einem KGV von etwa 27x auf Basis der letzten zwölf Monate und einem Forward-KGV von 23x günstiger. Das Konsens-Kursziel liegt bei 118 US-Dollar, verglichen mit einem aktuellen Kurs von 89,57 US-Dollar. Marvell weist zudem ein Beta von fast 2,0 auf, was bedeutet, dass die Aktie in beide Richtungen stärker schwankt.