
Bubble Tea Giganten: Gong Chas Strategie und Mixues US-Eroberung
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Der globale Bubble Tea Markt boomt, angetrieben von innovativen Expansionsstrategien und technologischer Weiterentwicklung. Marken wie Gong Cha und Mixue zeigen, wie man mit strategischer Standortwahl und Automatisierung erfolgreich neue Märkte erschließt und bestehende konsolidiert. Diese Entwicklungen bieten spannende Einblicke in die Dynamik des Fast-Food- und Getränkesektors.
Gong Chas Anfänge und strategische Expansion
Martin Berry, Gründer und Vorsitzender der Gong Cha Gruppe, investierte 2011 zusammen mit seiner Frau 2,5 Millionen US-Dollar ihrer Ersparnisse, um die ersten fünf Gong Cha Franchise-Filialen in Südkorea zu eröffnen. Berry, der seinen Bankjob für das Bubble Tea Geschäft aufgab, verfolgte eine ungewöhnliche Strategie zur Kundengewinnung: Er platzierte die ersten Filialen direkt neben Starbucks-Standorten. Sein Ziel war es, nur einen von hundert Starbucks-Kunden dazu zu bewegen, Gong Cha auszuprobieren, um ein tragfähiges Geschäft aufzubauen.
Gong Cha wurde ursprünglich 1996 in Taiwan von Wu Zhenhua gegründet. Unter Berrys Führung expandierte die Marke international. Im Januar dieses Jahres zählte die Kette rund 2.200 Filialen in 33 Ländern, darunter die USA und Kanada. Bekannt ist Gong Cha für seine duftenden, fruchtigen Tees und die Milchschaum-Toppings.
Der globale Bubble Tea Markt im Aufwind
Der Bubble Tea Markt erlebt in den letzten Jahren einen erheblichen Aufschwung, begleitet von mehreren erfolgreichen Börsengängen. Mixue, die weltweit größte Fast-Food-Kette, die preiswerten Bubble Tea und Eiscreme anbietet, verfügt über mehr als 45.000 Filialen weltweit. Das Unternehmen ging im März letzten Jahres in Hongkong an die Börse, wobei der Aktienkurs am Eröffnungstag um 30 % über dem IPO-Preis lag.
Andere asiatische Getränkemarken, wie Luckin Coffee, positionieren sich als direkte Konkurrenten zu Starbucks. Sie bieten ähnliche Getränke zu niedrigeren Preisen an und haben ihre Präsenz, beispielsweise in den USA, ausgebaut. Luckin Coffee expandierte im letzten Jahr in die USA und eröffnete mehrere Filialen in New York City.
Mixue erobert den US-Markt
Mixue eröffnete Anfang des Jahres seine erste US-Filiale in New York City und kurz darauf einen weiteren Standort auf dem Hollywood Walk of Fame in Kalifornien. Das Unternehmen verkauft dort Getränke für unter 5 US-Dollar und Eiscreme für etwa 1 US-Dollar. Laut Mixue-Sprecher Xu Ping wurde Hollywood als erster US-Standort gewählt, da die "Filmhauptstadt der Welt" ganzjährig internationale Touristen und lokale Verbraucher anzieht.
Ping betonte, dass der Laden darauf abzielt, eine vielfältige globale Verbraucherbasis zu bedienen und das Engagement der Marke für den amerikanischen Markt zu demonstrieren. Nach Hollywood folgten schnell weitere Mixue-Filialen in New Yorks Brooklyn, Koreatown und Chinatown. Die Expansion in Kalifornien soll fortgesetzt werden, obwohl der US-Markt für Bubble Tea-Läden mit steigenden Kosten durch Zölle und wirtschaftliche Unsicherheit zu kämpfen hat.
Gong Cha 2.0: Automatisierung als Wachstumstreiber
Gong Cha führt eine umfassende Markenüberarbeitung namens "Gong Cha 2.0" ein, die auf Automatisierungstechnologie und ein neues Ladendesign setzt. Das proprietäre Technologiesystem, genannt "Super Wu" – eine Hommage an den Gründer Wu Zhenhua – wurde bereits im Nahen Osten und in Asien getestet und wird nun in den Filialen in Nord- und Südamerika ausgerollt.
Geoff Henry, Präsident von Gong Cha Americas, erklärte, dass die Technologie zur Arbeitsoptimierung und zur Verbesserung des Kundenerlebnisses eingesetzt wird. Die Zielgruppe, junge Menschen zwischen 18 und 30 Jahren, schätzt die Interaktion mit Kiosken zur Menüerkundung und individuellen Bestellung. In Filialen mit Kiosken werden 90 % der Transaktionen über diese abgewickelt, was zu einem höheren durchschnittlichen Bonwert und einer gesteigerten Kundenzufriedenheit führt.
Die "Super Wu"-Technologie reduziert die Zubereitungszeit eines Getränks von durchschnittlich 90 auf 30 Sekunden und kann wöchentlich 25 bis 30 Arbeitsstunden einsparen. Während die Maschine den Großteil der Zubereitung übernimmt, konzentrieren sich die Mitarbeiter auf das Hinzufügen von Toppings und Milchschaum. Dies ermöglicht eine Reduzierung der benötigten Mitarbeiter pro Schicht von vier auf zwei. Henry betont jedoch, dass die verbleibenden Mitarbeiter eine entscheidende Rolle bei der Aufrechterhaltung der Gastfreundschaft spielen sollen.
Ausblick und Investitionsattraktivität
Das neue Modell vereinfacht das bereits schlanke Betriebsmodell von Gong Cha, das keine vollständige Küche oder begehbare Gefrierschränke erfordert. Geoff Henry sieht darin eine hohe Attraktivität für Multi-Brand- und Multi-Unit-Franchisenehmer, was Gong Cha zu einer sehr ansprechenden Investitionsmöglichkeit macht.
Gong Cha plant, die Expansion in Nordamerika zu beschleunigen. Der Fokus liegt dabei auf Schlüsselregionen wie Kalifornien, New York, Texas und Florida. Diese strategische Ausrichtung unterstreicht das Vertrauen in das automatisierte Modell und das Wachstumspotenzial des Bubble Tea Marktes.