Bundesrichter stoppt Arizonas Strafverfahren gegen Prediction-Market Kalshi

Bundesrichter stoppt Arizonas Strafverfahren gegen Prediction-Market Kalshi

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Ein Bundesrichter hat am Freitag angeordnet, dass der Generalstaatsanwalt von Arizona sein Strafverfahren gegen den Prediction-Market-Betreiber Kalshi vorübergehend pausieren muss. Diese Entscheidung stellt einen Erfolg für die Trump-Administration dar, die sich dafür einsetzt, dass Staaten die Regulierung von Vorhersagemärkten nicht übernehmen.

Gericht stoppt Strafverfahren gegen Kalshi

Die Entscheidung von Bundesrichter Michael Liburdi, die US Commodity Futures Trading Commission (CFTC) in diesem Fall zu unterstützen, erfolgte nach einer intensiven Woche von Argumenten. Ein Anwalt der Bundesregulierungsbehörde bezeichnete ein staatliches Strafverfahren als "fehlerhaften" Weg, um die umstrittenen Fragen zu klären, ob Prediction Markets Sport-, Politik- und andere kontroverse Märkte listen dürfen.

Die Staatsanwaltschaft von Arizona hatte im vergangenen Monat 20 Anklagen wegen illegalen Wettens und Wahlwettens gegen Kalshi erhoben. Diese Anklagen, allesamt Vergehen, charakterisieren Kalshis Verträge als Wetten, die entweder nach dem Gesetz von Arizona verboten sind oder eine staatliche Glücksspiellizenz erfordern. Das Strafverfahren hatte zudem eine von Kalshi eingereichte Klage gegen die Regulierungskompetenz Arizonas blockiert. Richter Liburdi erließ eine einstweilige Verfügung, die Arizona daran hindert, mit einer für Montag angesetzten strafrechtlichen Anklage gegen Kalshi fortzufahren. Robert J. DeNault, ein leitender Anwalt bei Kalshi, begrüßte die Entscheidung auf X als "einen Schritt in die richtige Richtung".

Der Kern des Konflikts: Bundesrecht versus Landesrecht

Kalshi argumentiert, es sei ein Finanzmarktplatz und keine Glücksspieloperation, der ausschließlich der Bundesaufsicht der CFTC unterliegen sollte. Das Unternehmen ermöglicht Kunden den Kauf und Verkauf von "Ja"- oder "Nein"-Kontrakten, die an das wahrscheinliche Ergebnis eines Ereignisses gebunden sind. Kalshi betont, dass seine Produkte sich von Glücksspiel unterscheiden, da Kunden "Swaps" untereinander eingehen, anstatt gegen das "Haus" zu wetten.

Die Staatsanwaltschaft von Arizona hingegen behauptet, Kalshi betreibe ein illegales Glücksspielgeschäft und habe seine Plattform für Sport- und Wahlwetten vermarktet. Richie Taylor, ein Sprecher des Generalstaatsanwalts von Arizona, erklärte: "Das Büro des Generalstaatsanwalts ist mit der Gerichtsentscheidung nicht einverstanden und wir werden unsere nächsten Schritte prüfen." Die CFTC argumentiert, dass Arizona mit seinen Maßnahmen in ihre exklusive Bundeskompetenz zur Regulierung nationaler Swap-Märkte eingreift. Der Commodity Exchange Act verleiht der CFTC nach ihrer Auffassung die alleinige Zuständigkeit für Event-Kontrakte.

Die Rolle der CFTC und der Trump-Administration

Die CFTC ist in den Fall eingetreten und hat Anfang des Monats Arizona sowie zwei weitere Staaten verklagt. Michael Selig, der Leiter der CFTC, hat in den letzten Wochen in Videos und Podcasts die Autorität seiner Behörde zur Regulierung von Prediction Markets verteidigt. Die Trump-Administration hat generell eine leichte regulatorische Handhabung der Branche angewendet.

Selig äußerte sich nach der Entscheidung deutlich: "Arizonas Entscheidung, das staatliche Strafrecht gegen Unternehmen zu instrumentalisieren, die Bundesrecht einhalten, schafft einen gefährlichen Präzedenzfall, und die heutige Gerichtsentscheidung sendet eine klare Botschaft, dass Einschüchterung keine akzeptable Taktik ist, um Bundesrecht zu umgehen." Die CFTC hatte zuvor auch Connecticut und Illinois verklagt, die ebenfalls Unterlassungserklärungen an bundesweit regulierte Plattformen geschickt hatten.

Politische Dimension und Branchenauswirkungen

Prediction Markets wie PredictIt, Kalshi und Polymarket existieren seit Jahren, erlebten aber um die Wahl 2024 einen starken Anstieg der Nutzung. Seit Donald Trump wieder im Amt ist, ist sein Sohn, Donald Trump Jr., ein bezahlter Berater von Kalshi geworden, und eine Investmentfirma, für die er arbeitet, hat in Polymarket investiert. Kalshi begann auch, sportbezogene Märkte anzubieten, was es während der Biden-Administration nicht getan hatte.

Das Bundesgesetz verbietet Rohstoffmärkte, die sich auf Dinge wie Krieg, Attentate und "Glücksspiel" beziehen, wobei die spezifischen Bedeutungen dieser Begriffe vor Gericht debattiert wurden. Viele Staaten, insbesondere solche, in denen die traditionelle Glücksspielindustrie großen Einfluss hat, wie Nevada und New Jersey, haben argumentiert, dass die Kontrakte auf Prediction Markets, die sich auf Sport und manchmal Politik beziehen, illegal sind. Einige Kongressabgeordnete haben ebenfalls neue Gesetze zur Regulierung von Prediction Markets vorgeschlagen. Für Unternehmen wie Robinhood Markets (NASDAQ:HOOD), die Kalshi-Kontrakte direkt in ihre Brokerage-App integrieren, würde ein Sieg der Staaten eine ihrer am schnellsten wachsenden Produktlinien beeinträchtigen.

Ausblick und weitere Schritte

Die Entscheidung des Bundesrichters ist ein wichtiger Schritt in der Auseinandersetzung um die Zuständigkeit für Prediction Markets. Sollte die CFTC sich durchsetzen, würden Prediction Markets landesweit unter einem einzigen Bundesrahmen agieren. Wenn die Staaten die Oberhand gewinnen, stünden die Plattformen vor einem Lizenzierungsmarathon in Dutzenden von Gerichtsbarkeiten und potenziell weiteren strafrechtlichen Verfolgungen nach dem Vorbild Arizonas. Die genauen Bestimmungen der einstweiligen Verfügung wurden noch nicht bekannt gegeben, aber die Anwälte des Generalstaatsanwalts stimmten zu, am Montag vor Gericht zu erscheinen und die Aussetzung ihres Falles gegen Kalshi zu beantragen.

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