
Cerebras sichert OpenAI-Deal über 10 Mrd. USD für KI-Rechenleistung
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OpenAI und der KI-Chip-Hersteller Cerebras haben eine wegweisende Vereinbarung über die Bereitstellung von Rechenleistung geschlossen. Der Deal, dessen Wert auf über 10 Milliarden US-Dollar geschätzt wird, sieht vor, dass Cerebras bis 2028 insgesamt 750 Megawatt an Rechenkapazität für OpenAI bereitstellt. Diese Partnerschaft ist ein bedeutender Schritt für beide Unternehmen und soll die Skalierung von Echtzeit-KI-Anwendungen vorantreiben.
Milliarden-Deal für KI-Rechenleistung
Die Vereinbarung zwischen OpenAI, dem Entwickler von ChatGPT, und Cerebras Systems wurde am Mittwoch bekannt gegeben. Sie umfasst die Lieferung von 750 Megawatt an Rechenleistung bis zum Jahr 2028, wobei der Rollout der Wafer-Scale-Systeme in mehreren Phasen ab 2026 beginnen soll. Dies wird laut Cerebras die weltweit größte Bereitstellung von Hochgeschwindigkeits-KI-Inferenzkapazität darstellen.
Sachin Katti, zuständig für die Compute-Infrastruktur bei OpenAI, betonte die Vorteile der Zusammenarbeit: "Cerebras ergänzt unsere Plattform um eine dedizierte Lösung für Inferenz mit geringer Latenz. Das bedeutet schnellere Antworten, natürlichere Interaktionen und eine stärkere Grundlage, um Echtzeit-KI für viel mehr Menschen zu skalieren." Cerebras gibt an, dass große Sprachmodelle auf ihren Systemen Antworten bis zu 15-mal schneller liefern können als GPU-basierte Systeme.
Strategische Bedeutung für Cerebras
Für Cerebras, einen Herausforderer von Nvidia im Bereich der KI-Chips, ist dieser Deal von großer strategischer Bedeutung. Die Vereinbarung wird dazu beitragen, das Unternehmen von seiner Abhängigkeit von G42 aus den Vereinigten Arabischen Emiraten zu diversifizieren. G42 machte in der ersten Hälfte des Jahres 2024 noch 87 % des Umsatzes von Cerebras aus.
Das Unternehmen, dessen Mitbegründer und CEO Andrew Feldman ist, hat sich auf die Entwicklung großer Prozessoren spezialisiert, die generative KI-Modelle trainieren und ausführen können. Zu den bestehenden Kunden von Cerebras zählen bereits namhafte Unternehmen wie Cognition, Hugging Face, IBM und Nasdaq. Im März 2025 hatte der Ausschuss für ausländische Investitionen in den Vereinigten Staaten (CFIUS) dem Antrag von Cerebras zugestimmt, Anteile an G42 zu verkaufen.
Wettbewerbslandschaft und IPO-Pläne
Der KI-Chip-Markt ist hart umkämpft, mit Nvidia als dominantem Akteur, der im Oktober als erstes Unternehmen eine Marktkapitalisierung von 5 Billionen US-Dollar erreichte. Nvidia verkauft große Mengen seiner Chips an Cloud-Anbieter wie Amazon und Microsoft. Auch Cerebras-Konkurrent Groq schloss im Dezember eine nicht-exklusive Lizenzvereinbarung mit Nvidia ab, die laut CNBC einen Wert von 20 Milliarden US-Dollar in bar hatte.
Cerebras selbst hatte im September 2024 einen Antrag für einen Börsengang (IPO) eingereicht. Die Unterlagen zeigten einen Umsatz von fast 70 Millionen US-Dollar im zweiten Quartal 2024, gegenüber rund 6 Millionen US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Der Nettoverlust stieg jedoch auf fast 51 Millionen US-Dollar von 26 Millionen US-Dollar. Im Oktober zog Cerebras den Antrag zurück, kurz nachdem eine Finanzierungsrunde von 1,1 Milliarden US-Dollar das Unternehmen mit 8,1 Milliarden US-Dollar bewertet hatte. Andrew Feldman erklärte in einem LinkedIn-Post, dass die Details veraltet gewesen seien und das Geschäft sich "in bedeutsamer Weise verbessert" habe, weshalb eine erneute Einreichung mit aktualisierten Finanzdaten und Strategieinformationen erfolgen werde.
Technologische Vorteile und Zukunftsaussichten
Die Partnerschaft zwischen OpenAI und Cerebras ist das Ergebnis einer jahrelangen Zusammenarbeit, die laut Cerebras bereits 2017 begann. Die Teams trafen sich regelmäßig, um Forschungsergebnisse und frühe Arbeiten auszutauschen. Bereits zuvor hatte OpenAI mit Cerebras zusammengearbeitet, um sicherzustellen, dass seine gpt-oss Open-Weight-Modelle reibungslos auf Cerebras-Silizium, neben Chips von Nvidia und Advanced Micro Devices, funktionieren.
Cerebras positioniert sich als Hochgeschwindigkeitslösung für KI, die für Verbraucher schnellere Interaktionen und neuartige Anwendungen ermöglicht. Für die Wirtschaft, in der KI-Agenten in den kommenden zehn Jahren als wichtiger Wachstumstreiber erwartet werden, fördert Geschwindigkeit direkt das Produktivitätswachstum. Mit dieser Großvereinbarung wird die von Cerebras entwickelte Wafer-Scale-Technologie voraussichtlich Hunderte Millionen, und schließlich Milliarden, von Nutzern erreichen.