
CES 2026: Robotaxis, KI & Autonomes Fahren – Wer führt das Rennen an?
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Die Consumer Electronics Show (CES) 2026 hat einmal mehr die wachsende Bedeutung der Automobilbranche für die Tech-Messe unterstrichen. Zwischen ambitionierten Visionen von Robotaxis und humanoiden Robotern zeigen sich jedoch auch die komplexen Hürden auf dem Weg zur breiten Marktreife autonomer Technologien und die vielfältigen Ansätze der Akteure.
CES 2026: Automobilität im Fokus
Die CES 2026 erwies sich als ein gigantisches Event, bei dem es unmöglich war, jeden Stand zu besuchen. Auffällig war der enorme Raum, der der Automobilität gewidmet war. Paul Costa, ein 25-jähriger Apple-Veteran, der am selbstfahrenden Autoprojekt des Unternehmens arbeitete und jetzt bei Ford tätig ist, stellte fest: "CES has become a car show as much as it remains a tech show."
Die Messe präsentierte eine Mischung aus "fantastischen Ideen" und "legitimen Technologien". Obwohl die Automobilindustrie jedes Jahr mehr Platz auf der CES einnimmt, scheint die Messe oft nicht für "Autofahrer" gemacht zu sein, da viele Funktionen, die die Kontrolle vom Fahrer nehmen sollen, von diesen abgelehnt werden. Der überwältigende Fokus lag auf künstlicher Intelligenz (KI) und autonomem Fahren, was viele Automobilmarken weiterhin als ihre ultimative Zukunftsvision betrachten.
Robotaxis: Waymo führt, Profitabilität fraglich
Lloyd Lee, ein Reporter von Business Insider, der Robotaxis und aufkommende Mobilitätstechnologien abdeckt, testete auf der CES 2026 erstmals Robotaxi-Dienste, darunter Amazons Zoox. Seine Erfahrung schärfte die Ansicht, dass Waymo "far ahead or at least appears to be". Gleichzeitig wurde ihm bewusst, wie schwierig es ist, derzeit ein profitables Geschäftsmodell für Robotaxis zu entwickeln.
Die Herausforderung besteht nicht nur darin, das autonome Fahren technisch zu perfektionieren. Auch die operative Seite, wie die Skalierung und das Management der Flotte, muss aufgebaut werden, damit Robotaxis als echter autonomer Ride-Hailing-Dienst im Alltag genutzt werden können. Selbst Waymo, das in den Städten, in denen es operiert, bereits einen solchen Dienst anbietet, "is burning money on its service".
Die Rolle von KI und Robotik in der Automobilindustrie
Die Hyundai Motor Group präsentierte auf ihrem Stand beeindruckende Fortschritte in der Autonomie – von EV-Ladestationen und Robotaxis bis hin zu Roboterarmen und humanoiden Robotern. Boston Dynamics, eine Einheit von Hyundai, demonstrierte dort seinen humanoiden Roboter Atlas, dessen Aktivierung und Aufstehen gleichzeitig "terrifying and awe-striking" war.
Hyundai erklärte erneut, dass es sich im Laufe der Jahre im Grunde zu einem Robotikunternehmen entwickeln will. Koreanische Automobilprodukte sollen sich angeblich zu "wheeled robots" entwickeln, die KI nutzen, um mit der Menschheit zu "partnern". Hyundai stellt sich nicht nur software-definierte Fahrzeuge vor, sondern auch "software-defined factories" und softwaregesteuerte Fertigungsmodelle, die es Atlas-Humanoiden ermöglichen sollen, fast alles zu bauen. Diese Vision wird jedoch als "a little fanciful" beschrieben und scheint wenig mit Automobilen zu tun zu haben.
Deutsche Innovation: Vay setzt auf Fernsteuerung
Das deutsche Startup Vay, das einen fahrerlosen Mietwagenservice entwickelt, zeigte auf der CES 2026 einen konträren Ansatz im Bereich der fahrerlosen Mobilität. Während Fernsteuerung ("remote driving") für viele Robotaxi-Unternehmen ein "big bogeyman" ist, ist Vays gesamtes Geschäftsmodell darauf aufgebaut.
Vay nutzt Fernsteuerung für einen kleinen Teil des gesamten Fahrerlebnisses: die Lieferung des Autos an den Mieter ohne einen Menschen im Fahrzeug. Das Unternehmen plant, in Zukunft auch Autonomie zu verfolgen, aber der Fokus liegt zunächst auf dieser innovativen Liefermethode.
Software-definierte Fahrzeuge und die Zukunft der Mobilität
Chris Ahn, ein Principal bei Deloitte mit Expertise in software-definierten Fahrzeugen, prognostiziert, dass nicht jeder Autohersteller volle Autonomie für Privatfahrzeuge auf die gleiche Weise wie Tesla oder Rivian anstreben wird. Stattdessen müssen die Hersteller herausfinden, was ihre Kunden wollen und welches Autonomie-Niveau sie benötigen. Ahn stellte die Frage: "If I'm an OEM and I know that most of my consumer bases are suburbanites that have two kids and families and things like that — what level of autonomy do I need for them and to achieve that level of autonomy, is it worth adding the cost of a LiDAR system to my bill of material?"
Ahn sieht eine Konvergenz aller aufkommenden Technologien der letzten fünf Jahre. "Right now, we're having separate conversations between humanoid robotics, generative/agentic AI, and software-defined vehicles", sagte er. Er glaubt, dass diese drei Begriffe konvergieren werden und sich Rollenbezeichnungen zu "emerging technology" oder "mobility tech" ändern könnten. Sony Honda Mobility präsentierte auf der CES 2026 ihre Afeela-Fahrzeuge, die seit der CES 2020 existieren. Diese Premium-EVs sollen eine "interactive relationship between people and vehicles" verfolgen, mit starkem Fokus auf KI und Abo-Diensten. Obwohl der Start des Afeela 1 auf Ende 2026 verschoben wurde, stellte das Duo ein zweites Modell vor.
Infotainment-Systeme: KI im Cockpit
Auch in den Infotainment-Systemen der Fahrzeuge hält die KI Einzug. BMW und Mercedes-Benz zeigten auf der CES 2026, wie künstliche Intelligenz in ihre jeweiligen Systeme integriert wird. BMW wird die Amazon Alexa Plus-Integration im iX3 später in diesem Jahr einführen. Ziel ist ein konversationsfähigeres Betriebssystem, das physische Bedienelemente ersetzen und neue Funktionen einführen soll. Mercedes-Benz präsentierte ebenfalls KI-Lösungen für seine Infotainment-Systeme.