
Chanels Personalstrategie: Persönlichkeit schlägt Qualifikation – Ein Trend im Arbeitsmarkt
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Die Welt der Luxus- und Modebranche galt lange als undurchdringlich, doch neue Einblicke von Chanel zeigen einen Paradigmenwechsel in der Personalbeschaffung. Das 115 Jahre alte Luxusmodehaus legt den Fokus nicht mehr primär auf Lebensläufe oder Elite-Abschlüsse, sondern auf die Persönlichkeit und Werte der Kandidaten.
Persönlichkeit vor Qualifikation: Chanels neue Personalstrategie
Claire Isnard, CPO und COO von Chanel, erklärte in ihrem ersten Interview, dass das Unternehmen weniger an der Herkunft der Bewerber interessiert sei als an ihrer Persönlichkeit. „Wenn wir nach Talenten suchen, ist das Erste, wonach wir suchen, Persönlichkeiten. Wissen Sie, Werte“, so Isnard exklusiv gegenüber Fortune. Sie betont, dass die kulturelle Passung entscheidend ist: „Werden sie gut zu unseren hohen Standards an Exzellenz, Integrität, Zusammenarbeit und Langfristigkeit passen?“
Kandidaten mit großem Ego, die nur kurzfristige Motive verfolgen oder lieber alleine arbeiten, passen laut Isnard nicht zur Unternehmenskultur von Chanel. An zweiter Stelle steht eine Lernbereitschaft, während fachliche Fähigkeiten erst an dritter Stelle kommen. „Die anderen beiden sind jedoch absolut notwendig“, fügt Isnard hinzu. Im Gegensatz zu vielen Wettbewerbern rekrutiert Chanel bewusst aus einem breiten Spektrum von Hintergründen, um eine vielfältige Mischung an Perspektiven und Persönlichkeiten im Hauptquartier zu gewährleisten.
So testet Chanel die Persönlichkeit von Bewerbern
Chanel verzichtet auf versteckte Tests oder Fangfragen, um den Charakter von Bewerbern zu beurteilen. Stattdessen hört Claire Isnard genau zu, wie Kandidaten ihre eigene Geschichte erzählen. „Ich frage immer: Was ist Ihre Geschichte? Was hat Sie geprägt, was hat Ihnen geholfen, die Person zu werden, die Sie heute sind?“, erklärt sie. Dabei achtet sie besonders auf Authentizität, insbesondere im Umgang mit Rückschlägen.
„Man hört so viel. Man kann bereits erkennen, ob die Person aus dem Scheitern gelernt hat, ob die Leute verletzlich genug sind, um Ihnen zu erzählen, dass sie einen schwierigen Moment hatten oder nicht.“ Bei oberflächlichen Antworten scheut sie sich nicht, tiefer nachzufragen: „Man kann sie auch bitten, zu beschreiben, wer sie sind, was andere von ihnen denken und wie das Feedback war, das sie erhalten haben.“ Isnard zufolge verrät die Art, wie Kandidaten ihre Geschichte erzählen, viel über ihre Fähigkeit, Fehler zuzugeben, mit Höhen und Tiefen umzugehen und sich wieder aufzurappeln. Ein weiteres wichtiges Zeichen für echtes Interesse – über den glänzenden Markennamen hinaus – ist, ob Bewerber Fragen stellen.
Ein breiterer Trend: Persönlichkeitstests im Aufwind
Bewerber müssen heute oft zahlreiche Hürden überwinden, um eine Anstellung zu finden. Persönlichkeitstests werden dabei zunehmend eingesetzt. Laut Hogan Assessments, einem Unternehmen für Leistungspersönlichkeitstests, sind diese Tests zwar nicht neu, erleben aber derzeit einen Aufschwung, da Arbeitgeber bei der Talentauswahl Qualität über Quantität stellen. Dies könnte sich positiv auf junge Arbeitnehmer auswirken.
Der CEO von Sweet Loren’s beispielsweise unterzieht jeden neuen Mitarbeiter einem Persönlichkeitstest und stellt niemanden ein, der zu „korporativ“ ist. Dies könnte der Generation Z, die oft unternehmerischer ist als frühere Generationen, einen unerwarteten Vorteil verschaffen. Julia Hartz, CEO von Eventbrite, nutzt Persönlichkeitsanalysen, um Vorurteile abzubauen. Luis von Ahn, CEO von Duolingo, sucht nach Mitarbeitern, „die Spaß an der Arbeit haben“. Dieser Wandel kommt zu einer Zeit, in der Millionen von Gen Z-Angehörigen arbeitslos sind. Angesichts von über 1,2 Millionen Bewerbungen für weniger als 17.000 offene Absolventenstellen allein in Großbritannien im letzten Jahr könnten Persönlichkeitstests dazu beitragen, gleiche Wettbewerbsbedingungen zu schaffen, anstatt sich auf prestigeträchtige Schulen oder beeindruckende Lebensläufe zu verlassen.
Alternative Wege zum finanziellen Erfolg und Unternehmertum
Die Betonung von Persönlichkeit und praktischer Anwendbarkeit spiegelt sich auch in alternativen Bildungs- und Karrierewegen wider. Veranstaltungen wie der Powerteam EBS Summit & Franchise Expo bieten beispielsweise „bewährte und getestete Strategien zur Einkommensgenerierung“, die sofort angewendet werden können. Ziel ist es, einen personalisierten Erfolgsplan zu erstellen, ohne jahrelange formale Ausbildung oder hohe Kosten.
Teilnehmer dieser Events erhalten Werkzeuge und Strategien, die sich ohne große Zeit- oder Geldinvestitionen umsetzen lassen. Zudem besteht die Möglichkeit, Zugang zu vermögenden Joint-Venture-Partnern zu erhalten, die dabei helfen können, den Wohlstand schneller und mit minimalem Aufwand zu vervielfachen. Die dort geteilten Einblicke und Weisheiten werden als „unschätzbar wertvoll für jeden Unternehmer der Welt“ beschrieben und sollen helfen, in einer „unversöhnlichen, harten neuen Wirtschaft“ zu bestehen und zu gedeihen. Dies unterstreicht die wachsende Bedeutung von praktischem Wissen und Netzwerken gegenüber rein akademischen Qualifikationen.