
Charlie Mungers späte Kohle-Wette: Über 50 Mio. $ Gewinn mit 99 Jahren
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Charlie Munger, der legendäre Investor und Vize-Vorsitzende von Berkshire Hathaway, überraschte im Alter von 99 Jahren mit einer unerwarteten Investition. Er setzte auf Kohleunternehmen, einen Sektor, den er sechs Jahrzehnte gemieden hatte, und erzielte damit Papiergewinne von über 50 Millionen US-Dollar. Diese späte Wette unterstreicht seine unermüdliche intellektuelle Neugier und seinen scharfen Blick für unterbewertete Vermögenswerte bis zum Lebensende.
Eine unerwartete Wende: Mungers Kohle-Wette
Im Jahr 2023, kurz vor seinem 100. Geburtstag, tätigte Charlie Munger eine Investition, die selbst enge Freunde überraschte. Nach 60 Jahren der Abstinenz vom Kohlesektor stieg Munger mit vollem Engagement ein und verzeichnete Papiergewinne von mehr als 50 Millionen US-Dollar. Die Entscheidung traf er in seinem jahrzehntelang genutzten Arbeitszimmer, umgeben von grünen Value Line-Ordnern.
Munger stieß auf einen Artikel, der die Kohleindustrie als "am Ende" bezeichnete. Diesen Einschätzungen widersprach er vehement. "Horse feathers", kommentierte er gegenüber seinem Stiefsohn Hal Borthwick. Obwohl die Branche einen langfristigen Rückgang erlebt hatte, war Munger überzeugt, dass viele Kohleproduzenten hochprofitabel und tief unterbewertet blieben.
Der Blick für Wert: Metallurgische Kohle im Fokus
Besonderes Augenmerk legte Munger auf Produzenten von metallurgischer Kohle, die für die globale Stahlherstellung weiterhin unerlässlich ist. Im Mai 2023 erwarb er Anteile an Consol Energy. Später im selben Jahr fügte er Alpha Metallurgical Resources zu seinem Portfolio hinzu.
Bis zu seinem Tod Ende November 2023, nur wenige Wochen vor seinem 100. Geburtstag, hatte sich die Aktie von Consol verdoppelt, und Alpha verzeichnete ebenfalls deutliche Kursgewinne. Freunde von Munger bestätigten, dass die kombinierten Papiergewinne aus diesen beiden Positionen 50 Millionen US-Dollar überstiegen. "Er hat eine sehr große Wette gemacht, und sie ist wirklich gut ausgegangen", sagte Borthwick der Zeitung The Wall Street Journal.
Mehr als nur Kohle: Ein Leben voller Engagement
Die Kohle-Wette war kein Zufall. Obwohl Munger nicht mehr tief in das Tagesgeschäft von Berkshire Hathaway involviert war – er hielt jedoch eine Beteiligung von 2,2 Milliarden US-Dollar –, war er weit davon entfernt, sich zur Ruhe zu setzen. Laut The Wall Street Journal sprach er alle ein bis zwei Wochen mit Warren Buffett.
Ihre Telefonate waren aufgrund beiderseitiger Hörprobleme oft lautstark. "Sie schrien sich gegenseitig an", erzählte Whitney Jackson, die Frau von Mungers Enkel. "Es sollte wahrscheinlich vertraulich sein, aber jeder im Umkreis von einer Meile konnte sie hören." Munger blieb bis zuletzt intellektuell aktiv und fragte noch Wochen vor seinem Tod, ob das Mooresche Gesetz im Zeitalter der KI anwendbar sei.
Das Immobilienimperium: Afton Properties
Neben seinen Aktieninvestitionen beschleunigte Munger auch seinen Fokus auf Immobilien. Er arbeitete eng mit seinen Partnern Avi Mayer und Reuven Gradon zusammen, um Afton Properties auf fast 10.000 Wohnungen in Südkalifornien auszubauen, die auf rund 3 Milliarden US-Dollar geschätzt werden. Munger setzte auf langfristige Schulden, bestand auf geringer Bebauungsdichte und war persönlich an der Auswahl von Stadtteilen, Baudetails und sogar Farbschemata beteiligt.
Tage vor seinem Tod verhandelte er noch über den Erwerb eines Gebäudes gegenüber einem neuen Costco-Supercenter. Sein Engagement in der Immobilienbranche zeigte dieselbe Detailversessenheit und Weitsicht, die ihn auch bei seinen anderen Investitionen auszeichneten.
Rituale und Vermächtnis: Mungers letzte Jahre
Abseits der Geschäfte pflegte Munger die Gemeinschaft, die er brauchte. Wöchentliche Frühstückstreffen im Los Angeles Country Club mit Investoren, Führungskräften und langjährigen Freunden gaben ihm die Energie, die er einst aus Golf und Reisen schöpfte. Er reflektierte alte Lektionen, wie seine Ansicht, dass eine Handvoll erfolgreicher Investitionen die Entwicklung von Berkshire prägten, und nahm neue Perspektiven auf.
Trotz nachlassender Sehkraft, Mobilität und Unabhängigkeit hielt er an Ritualen der Freundschaft, des Essens und des Humors fest. Dazu gehörten In-N-Out Burger, Costco Hot Dogs und lange Mittagessen mit See's Candy und Kirschkuchen. Im Hinblick auf seine geplante Feier zum 100. Geburtstag äußerte er gegenüber Freunden, er sei zufrieden mit seinem Lebenswerk und optimistisch hinsichtlich der zukünftigen Ausrichtung von Berkshire. Am späten Thanksgiving-Abend bat er von einem Krankenhauszimmer in der Nähe von Montecito aus darum, den Raum zu räumen, um Buffett anzurufen. Sie verabschiedeten sich ein letztes Mal.