
Chinas Exporte überraschen positiv nach US-Handelsabkommen
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Chinas Exporte zeigten im November einen deutlichen Aufschwung, der die Markterwartungen nach einer Handelsvereinbarung mit den USA massiv übertraf. Während die Ausfuhren stark zulegten, blieben die Importe hinter den Prognosen zurück, was auf anhaltende Schwächen im Binnenkonsum hindeutet. Dieser Aufschwung bietet kurzfristige Erleichterung, doch die zugrunde liegenden wirtschaftlichen Herausforderungen bleiben bestehen.
Chinas Exporte übertreffen Erwartungen
Chinas Exporte stiegen im November währungsbereinigt um 5,9 % gegenüber dem Vorjahr. Dies übertraf die Prognose von 3,8 % in einer Reuters-Umfrage deutlich und markiert eine Erholung von einem unerwarteten Rückgang von 1,1 % im Oktober – der ersten Kontraktion seit März 2024. Die Importe stiegen im letzten Monat um 1,9 %, verfehlten jedoch die Erwartungen von 3 %. Im Vergleich zum Oktober, wo sie um 1 % zulegten, war dies dennoch eine Verbesserung.
In den ersten elf Monaten dieses Jahres wuchsen Chinas Gesamtexporte um 5,4 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, während die Importe um 0,6 % sanken. Dies führte zu einem Handelsüberschuss von 1,076 Billionen US-Dollar bis November, ein Anstieg von 21,6 % gegenüber dem Vorjahr. Der Handelsüberschuss im November betrug 111,68 Milliarden US-Dollar, was die Prognosen von 100,2 Milliarden US-Dollar übertraf.
Der Einfluss des Handelsabkommens
Der massive Anstieg der Exporte im November ist maßgeblich auf ein Handelsabkommen mit Washington zurückzuführen. Dieses wurde Ende Oktober bei einem Treffen zwischen dem chinesischen Staatschef Xi Jinping und dem damaligen US-Präsidenten Donald Trump in Südkorea erzielt. Chinesische Hersteller nutzten die Gelegenheit, um Lagerbestände auszuliefern, nachdem eine Reihe restriktiver Maßnahmen für ein Jahr ausgesetzt wurde.
Die Vereinbarung beinhaltet den Rückbau von Zöllen auf Waren beider Seiten sowie Exportkontrollen für kritische Mineralien und fortschrittliche Technologien. Im Gegenzug verpflichtete sich Peking, mehr amerikanische Sojabohnen zu kaufen und mit Washington bei der Bekämpfung von Fentanyl-Flüssen zusammenzuarbeiten. Nach dem Waffenstillstand verbleiben die US-Zölle auf chinesische Waren bei etwa 47,5 % laut Peterson Institute for International Economics. Pekings Zölle auf Importe aus den USA liegen bei etwa 32 %. Ökonomen schätzen, dass der eingeschränkte Zugang zum US-Markt Chinas Exportwachstum um etwa 2 Prozentpunkte reduziert hat, was rund 0,3 % des BIP entspricht. Die Taktik chinesischer Exporteure, Lieferungen vorzuziehen, um Zölle zu umgehen, hatte sich im Oktober erschöpft.
Herausforderungen im Inland und Ausblick
Trotz des Exportaufschwungs schrumpfte Chinas Fabrikaktivität im November den achten Monat in Folge, wie eine offizielle Umfrage zeigte. Neue Aufträge blieben im kontraktiven Bereich. Eine private Umfrage, die sich auf Exporteure konzentrierte, zeigte ebenfalls einen unerwarteten Rückgang der Fertigungsaktivität. Die schwachen Importe spiegeln eine anhaltende Immobilienkrise und steigende Arbeitsplatzunsicherheit wider, die den Binnenkonsum weiterhin belasten.
Chinesische Beamte haben ihre Zusagen erneuert, Importe auszuweiten und auf einen ausgeglicheneren Handel hinzuarbeiten, angesichts der weit verbreiteten Kritik an den aggressiven Exporten des Landes.
Wirtschaftspolitische Maßnahmen erwartet
Chinesische Entscheidungsträger werden voraussichtlich noch in diesem Monat zur jährlichen Zentralen Wirtschaftsarbeitskonferenz zusammentreffen. Dort sollen das Wirtschaftswachstumsziel, der Haushalt und die politischen Prioritäten für das kommende Jahr diskutiert werden. Die spezifischen Ziele werden erst im März nächsten Jahres bei den "Zwei Sitzungen" offiziell bekannt gegeben.
Goldman Sachs erwartet, dass Peking das Wachstumsziel für 2026 bei "rund 5 %" belassen wird. Dies würde inkrementelle politische Lockerungen Anfang nächsten Jahres erfordern, um eine Wachstumsbeschleunigung nach einem voraussichtlich schwachen vierten Quartal 2025 zu gewährleisten. Die Wall Street Bank prognostiziert, dass die chinesischen Behörden die Obergrenze des erweiterten Haushaltsdefizits um 1 Prozentpunkt des BIP anheben, die Leitzinsen um insgesamt 20 Basispunkte senken und Konjunkturmaßnahmen zur Eindämmung der Immobilienkrise verstärken werden.