
Chinas Fertigungs-PMI expandiert im Dezember 2025: Wirtschaft zeigt Erholung
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Chinas Fertigungssektor hat das Jahr 2025 mit einem positiven Signal beendet: Im Dezember expandierte die Fabrikaktivität erstmals seit März wieder und übertraf damit die Erwartungen. Der offizielle Einkaufsmanagerindex (PMI) stieg auf 50,1 Punkte, was auf eine leichte Erholung der Wirtschaft hindeutet. Auch der breitere Composite PMI zeigte eine Verbesserung, was auf eine breitere wirtschaftliche Erholung schließen lässt.
Chinas Fertigungssektor zeigt Erholung
Der offizielle Einkaufsmanagerindex (PMI) für Chinas Fertigungssektor erreichte im Dezember 50,1 Punkte. Dies ist ein Anstieg um 0,9 Prozentpunkte gegenüber dem Vormonat (49,2) und übertraf die von Reuters befragten Ökonomen, die 49,2 erwartet hatten. Ein Wert über 50 signalisiert eine Expansion der Aktivität.
Auch der PMI für den nicht-verarbeitenden Sektor, der Dienstleistungen und Baugewerbe umfasst, stieg im Dezember auf 50,2 Punkte, nach 49,5 im November. Der breitere Composite PMI, der sowohl Fertigung als auch Dienstleistungen abbildet, kletterte von 49,7 im November auf 50,7 Punkte. Dies deutet auf eine umfassendere Verbesserung der Wirtschaft hin.
Diese Entwicklung wurde durch Daten des privaten Sektors bestätigt. Der von der unabhängigen Forschungsfirma RatingDog veröffentlichte PMI für das verarbeitende Gewerbe stieg ebenfalls auf 50,1 Punkte, nach 49,9 im November, und übertraf damit die Erwartungen von 49,8.
Gemischtes Bild bei Unternehmensgrößen
Die Verbesserung der Fertigungsaktivität wurde hauptsächlich von großen Unternehmen getragen. Ihr PMI stieg auf 50,8 Punkte, ein Plus von 1,5 Prozentpunkten gegenüber dem Vormonat, wie Daten des National Bureau of Statistics (NBS) zeigten.
Bei mittelgroßen Unternehmen zeigte der PMI einen Anstieg auf 49,8 Punkte, was einer Verbesserung von 0,9 Prozentpunkten entspricht. Die Aktivität kleinerer Firmen blieb jedoch schwächer; ihr Index sank um 0,5 Prozentpunkte auf 48,6 Punkte. Dies unterstreicht eine ungleichmäßige Erholung innerhalb des Sektors.
Produktion, Nachfrage und Lieferketten
Im Dezember stieg der Unterindex für die Produktion auf 51,7 Punkte, ein Plus von 1,7 Prozentpunkten gegenüber dem Vormonat. Auch die Nachfrageseite zeigte sich gestärkt: Der Unterindex für neue Aufträge erreichte 50,8 Punkte, ein Anstieg um 1,6 Prozentpunkte, unterstützt durch die Binnennachfrage und neue Produkteinführungen.
Die externen Bedingungen blieben jedoch herausfordernd. Neue Exportaufträge verzeichneten einen marginalen Rückgang und sanken den zweiten Monat in Folge, was die anhaltend gedämpfte globale Nachfrage widerspiegelt. Der Index für die Lieferzeiten der Zulieferer stieg leicht auf 50,2 Prozent, was auf weiterhin verkürzte Lieferzeiten hindeutet.
Die Lagerbestände an eingekauften Gütern kehrten zur Expansion zurück, während die Bestände an Fertigwaren weiter sanken, da Unternehmen Aufträge aus bestehenden Beständen erfüllten. Dies deutet auf eine Anpassung der Lagerhaltung an die aktuelle Nachfrage hin.
Herausforderungen und Ausblick
Trotz der positiven PMI-Werte bleiben Herausforderungen bestehen. Die Beschäftigung im Fertigungssektor ging den zweiten Monat in Folge zurück, was auf Unternehmensrestrukturierungen und Kostensenkungsmaßnahmen zurückgeführt wird. Gleichzeitig stiegen die Inputkosten, insbesondere für Rohmaterialien wie Metalle, am schnellsten seit September.
Um den Absatz anzukurbeln und Lagerbestände abzubauen, senkten viele Hersteller weiterhin ihre Verkaufspreise. Exporteure hingegen erhöhten ihre Preise erstmals seit Juli 2024, um ihre Gewinnmargen zu verteidigen. Das Geschäftsvertrauen blieb positiv, schwächte sich jedoch leicht ab und lag unter dem historischen Durchschnitt.
Analysten warnen, dass die Erholung fragil bleibt, da die externe Nachfrage weiterhin Gegenwind erfährt. Eine nachhaltige Expansion wird von fortgesetzter politischer Unterstützung und einer stärkeren Belebung des Binnenkonsums sowie der Exportaufträge in den kommenden Monaten abhängen.
Politische Maßnahmen und Marktstimmung
Die Daten zur Fertigungsaktivität folgten einer Entscheidung der chinesischen Zentralbank, die Leitzinsen unverändert zu lassen. Dies geschah trotz schwacher Wirtschaftsdaten im November, wie enttäuschenden Einzelhandelsumsätzen und Industrieproduktion, sowie einem anhaltenden Einbruch im Immobiliensektor.
Chinas Führung hatte zuvor zugesagt, eine "proaktive" Fiskalpolitik beizubehalten und monetäre Instrumente flexibel einzusetzen, einschließlich Senkungen der Mindestreservesätze und Zinssätze, um das Wirtschaftswachstum im kommenden Jahr zu stützen. Das offizielle Wachstumsziel für 2025 liegt bei "rund 5%", während die Rhodium Group ein Wachstum von nur 2,5% bis 3% für 2025 schätzt.
Die Märkte reagierten gemischt auf die Veröffentlichung der Daten. Der Hang Seng Index in Hongkong fiel um 0,83%, während der CSI 300 auf dem Festland um 0,33% zulegte. Dies spiegelt die unterschiedliche Bewertung der jüngsten Wirtschaftsindikatoren wider.