
Chinas Handel im März: Exporte schwächeln, Importe überraschen stark
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Chinas Außenhandel zeigte im März 2026 ein gemischtes Bild: Während die Exporte ein deutlich verlangsamtes Wachstum verzeichneten und die Erwartungen verfehlten, legten die Importe überraschend stark zu. Diese Entwicklung wird maßgeblich durch globale Herausforderungen wie den Nahostkonflikt und steigende Rohstoff- und Energiekosten beeinflusst.
Chinas Exporte verfehlen Erwartungen und verlangsamen sich
Die chinesischen Exporte wuchsen im März um 2,5 % in US-Dollar-Begriffen gegenüber dem Vorjahr. Dies markiert das langsamste Wachstum seit sechs Monaten und liegt deutlich unter der Medianprognose von Reuters-Analysten von 8,6 %. Auch die Prognose von Wind-Ökonomen, die ein Wachstum von 4 % erwarteten, wurde verfehlt. Zum Vergleich: In den ersten beiden Monaten des Jahres 2026 stiegen die Exporte noch um kombinierte 21,8 %.
Hersteller sahen sich mit stark steigenden Rohstoff- und Energiekosten konfrontiert, die durch den Nahostkonflikt und daraus resultierende Lieferengpässe verursacht wurden. Die Exporte in die USA, Chinas größtem Handelspartner nach Ländern, gingen im Jahresvergleich sogar um 26,5 % zurück. Insgesamt beliefen sich die Exporte im März auf 321,03 Milliarden US-Dollar.
Importe übertreffen Prognosen deutlich
Im Gegensatz dazu stiegen die chinesischen Importe im März um beeindruckende 27,8 % gegenüber dem Vorjahr und erreichten 269,9 Milliarden US-Dollar. Dies ist das stärkste Wachstum seit November 2021 und übertraf die Erwartungen der Reuters-Analysten von 11,2 % sowie die Wind-Prognose von 5,62 % erheblich. In den beiden Vormonaten lag das Wachstum der Importe bei 19,8 %.
Dieser Anstieg der Importe wurde durch eine verbesserte Binnennachfrage, erhöhte Rohstoffkäufe und den Wiederaufbau von Lagerbeständen gestützt. Die starke Entwicklung führte zu einem monatlichen Handelsüberschuss von 51,1 Milliarden US-Dollar.
Globale Spannungen prägen das Handelsumfeld
Die Störungen in der Straße von Hormus trieben die Transportkosten und Energiepreise in die Höhe und beeinflussten maßgeblich die Handelsdaten. Wang Jun, Chinas stellvertretender Zollminister, erklärte am Dienstag in einer Pressekonferenz, dass die globalen Ölpreise "heftige Schwankungen" erlebt hätten, was ein "komplexes und ernstes" Handelsumfeld schaffe.
Trotz Pekings strategischer Ölreserven, eines diversifizierten Energiemixes und strenger Preiskontrollen, die den Anstieg der Ölpreise abfederten, bleibt die exportabhängige Wirtschaft anfällig. Eine anhaltende Schließung der Straße von Hormus könnte zu einem globalen Wirtschaftsabschwung führen, der China stark treffen würde.
Chinas Wirtschaft bleibt handelsabhängig
Als zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt ist China weiterhin stark vom Handel abhängig, um sein Wachstum zu sichern. Dies gilt auch angesichts wachsender Spannungen mit den USA und höherer Zölle. Im vergangenen Jahr machten die Nettoexporte etwa ein Drittel der chinesischen Wirtschaft aus. Die chinesischen Zollbehörden veröffentlichen aufgrund der Schwankungen rund um das chinesische Neujahr, dem größten Feiertag des Landes, kombinierte Handelsdaten für Januar und Februar.