
Chinas Hedgefonds-Boom 2025: Hohe Renditen trotz globaler Skepsis
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Das Jahr 2025 begann mit erheblichen Bedenken hinsichtlich Investitionen in China. Eine neue protektionistische US-Regierung, ein wankender chinesischer Immobilienmarkt und die drohende Gefahr eines US-weiten TikTok-Verbots für ByteDance schürten die Skepsis. Zwölf Monate später haben sich viele dieser Ängste als übertrieben erwiesen, und Hedgefonds, die in China investierten, wurden reich belohnt.
Chinas Wirtschaft trotzt den Bedenken 2025
Die chinesische Regierung konzentrierte sich 2025 auf die Stimulierung der Wirtschaft, was zu einem deutlichen Anstieg der Aktienrückkäufe bei öffentlichen Unternehmen führte. ByteDance, einst durch ein mögliches US-Verbot bedroht, verkaufte eine Mehrheitsbeteiligung an seinen US-TikTok-Operationen und ist heute wertvoller denn je. HSG, ehemals Sequoia China, bewertet das Unternehmen kürzlich zwischen 350 und 370 Milliarden US-Dollar.
Auch Chinas KI-Szene, angeführt vom Startup DeepSeek, hält mit westlichen Wettbewerbern Schritt. Die US-Regierung erlaubte zudem am Dienstag den Verkauf von Nvidias leistungsstarken H200-Chips an chinesische Unternehmen, was die technologische Entwicklung weiter unterstützt.
Hedgefonds profitieren von Chinas Erholung
Fonds, die bereit waren, im vergangenen Jahr in China zu investieren, wurden belohnt. Der durchschnittliche China-fokussierte Fonds erzielte laut Hedge Fund Research eine Rendite von fast 18 Prozent und übertraf damit den Branchendurchschnitt von 10,7 Prozent.
Mehrere prominente Fonds verzeichneten herausragende Ergebnisse:
- Bridgewater, das über alle Strategien hinweg 92 Milliarden US-Dollar verwaltet, erzielte mit seinem China Total Returns Fund eine Rendite von 34,2 Prozent.
- Tekne Capital, unter der Leitung von Beeneet Kothari, einem ehemaligen Mitarbeiter von Milliardär Stanley Druckenmiller, war im vergangenen Jahr um mehr als 50 Prozent im Plus. Kotharis 1,5 Milliarden US-Dollar schweres Unternehmen ist unter anderem in chinesische Unternehmen wie DiDi Global, das Personalvermittlungsunternehmen Kanzhun und den Rechenzentrumsbetreiber GDS investiert. Kothari äußerte sich im vergangenen Jahr, dass die Herausforderungen des Landes starke Unternehmen sehr günstig gemacht hätten.
Laut dem Hedge Weekly Report von HSBC schnitten auch in China ansässige und dort investierende Fonds gut ab:
- Pinpoints China-fokussierte Strategie (3,4 Milliarden US-Dollar) erzielte über 24 Prozent Rendite.
- Das Multistrategy-Angebot von Pinpoint, das in ganz Asien investiert, war um 11,6 Prozent im Plus.
- George Jiangs langjähriger Golden China Fund erreichte fast 33 Prozent.
- Epimelis Capital, geführt von Hutchin Hill und Goldman Sachs Veteran Fei Sun, erzielte 35 Prozent mit seiner China-zentrierten Strategie.
Quant-Fonds dominieren in China
Besonders hervorzuheben ist die Leistung chinesischer Quant-Hedgefonds. Laut einem am Montag veröffentlichten Ranking des Datenanbieters Shenzhen PaiPaiWang Investment & Management waren alle Top-Performer quantitative Hedgefonds. Dies unterstreicht die wachsende Beliebtheit komplexer quantitativer Modelle zur Erkennung von Investitionsmöglichkeiten in China. Quant-Fonds nutzen mathematische und statistische Techniken, automatisierte Algorithmen und fortschrittliche quantitative Modelle für ihre Anlageentscheidungen und Handelsausführungen.
An der Spitze der großen chinesischen Hedgefonds (mit über 10 Milliarden Yuan oder 1,43 Milliarden US-Dollar verwalteten Vermögenswerten) standen:
- Lingjun Investment: Erzielte eine Rendite von 73,5 Prozent im Jahr 2025.
- High-Flyer Quant: Das in Hangzhou ansässige Unternehmen, Mitinhaber ist DeepSeek-Gründer und CEO Liang Wenfeng, verzeichnete eine Rendite von 56,6 Prozent. High-Flyers Leistung basierte auf den 10 Indexfonds, die es als Ningbo High-Flyer Quant Investment Management Partnership betrieb.
Kleinere Fonds erzielten laut dem Shenzhen PaiPaiWang-Bericht sogar noch höhere Renditen:
- Shanghai-basierte Hengshui Asset Management: 239 Prozent Rendite.
- Zhihe Asset Management: 108 Prozent Jahresrendite.
Ausblick 2026: Geopolitik und Tech im Fokus
Für das Jahr 2026 werden Anleger die Entwicklung der volatilen Beziehungen zwischen den USA und China genau beobachten, insbesondere im Hinblick auf Handelsabkommen im Zusammenhang mit Chips. Auch jede Andeutung einer möglichen Invasion Taiwans durch China wird aufmerksam verfolgt. ByteDance wird ebenfalls im Fokus der Fonds bleiben – Tiger Global und Coatue sind beide Unterstützer – da der Social-Media-Riese weiter wächst.