
Chinas KI-Chip-Boom: Neue Milliardäre trotzen Wirtschaftsabschwung
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Während Chinas sich vertiefende Immobilienkrise das Haushaltsvermögen drückt und das Schicksal einiger etablierter Tycoone beeinträchtigt, steigt eine neue Klasse von Milliardären im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz (KI) rasant auf. Die herausragenden Gewinner dieses Jahres kommen aus Chinas heißem KI-Chip-Sektor, der eine bemerkenswerte Verschiebung der Anlegerstimmung widerspiegelt.
Der Aufstieg der KI-Chip-Milliardäre
Ein prominentes Beispiel für diesen Trend ist MetaX Integrated Circuits Shanghai, ein GPU-Startup, das von ehemaligen AMD-Managern gegründet wurde. Die Aktien des Unternehmens schossen am Mittwoch bei ihrem Debüt am technologieorientierten STAR Market der Shanghai Stock Exchange um bis zu 755 % in die Höhe, bevor sie mit einem Plus von etwa 700 % schlossen. Dieser Anstieg katapultierte den Vorsitzenden und Mitbegründer, Chen Weiliang, zu einem der am schnellsten aufsteigenden Tech-Mogule Chinas. Sein Anteil an MetaX wird laut Bloomberg Billionaires Index auf rund 6,5 Milliarden US-Dollar geschätzt. Auch die beiden anderen Mitbegründer und Co-Chief Technology Officers von MetaX, Peng Li und Yang Jian, halten nach dem erfolgreichen Börsengang Anteile im Wert von Hunderten Millionen Dollar.
Chinas "Nvidia" und weitere Erfolgsgeschichten
Der Aufstieg von Chen Weiliang folgt dem eines weiteren GPU-Unternehmers, Zhang Jianzhong, dem Gründer und CEO von Moore Threads Technology. Anfang des Monats stieg Zhangs Nettovermögen nach dem erfolgreichen Börsengang seines Unternehmens auf 4,3 Milliarden US-Dollar, was die Welle der Investorenbegeisterung für heimische Halbleiterunternehmen fortsetzt. Die reichste Persönlichkeit in Chinas KI-Chip-Szene ist Chen Tianshi, Mitbegründer und CEO von Cambricon Technologies – einem Unternehmen, das von Kleinanlegern als "Chinas Nvidia" bezeichnet wird. Chens Vermögen beläuft sich mittlerweile auf 22,5 Milliarden US-Dollar, womit er auf Bloombergs Liste der 16. reichste Chinese und der 115. reichste Mensch der Welt ist.
Treiber des Booms: Innovation und geopolitische Spannungen
Diese neuen Vermögen spiegeln eine deutliche Verschiebung der Anlegerstimmung wider. Chinesische KI- und Halbleiteraktien befinden sich seit der Veröffentlichung des in China entwickelten KI-Modells DeepSeek-R1 im Januar in einem Aufwärtstrend. Das Modell trug dazu bei, eine Rallye bei lokalen Tech-Namen auszulösen und den Hang Seng Tech Index in diesem Jahr um mehr als 20 % zu steigern.
Auch Washingtons verschärfte Exportkontrollen für fortschrittliche Nvidia-Chips trugen zu diesem Boom bei. Solche Beschränkungen für High-End-KI-Prozessoren haben Chinas Zugang zu modernster US-Hardware eingeschränkt und Peking dazu gedrängt, stärker auf inländische Zulieferer zu setzen.
Ein Blick auf Chinas Vermögenselite
Trotz ihres rasanten Aufstiegs bleiben Chinas neue KI-Milliardäre noch weit von der Spitze der nationalen Vermögensrangliste entfernt. Die oberste Riege wird weiterhin von lang etablierten Tycoonen dominiert. An erster Stelle steht Zhong Shanshan, der zurückhaltende Mineralwasser-Magnat hinter Nongfu Spring, mit einem Vermögen von 68,1 Milliarden US-Dollar laut Bloomberg. Pony Ma, Mitbegründer und CEO von Tencent, belegt mit 66,5 Milliarden US-Dollar den zweiten Platz – ein Vermögen, das in diesem Jahr im Zuge der KI-induzierten Rallye von Tencent um 38 % gestiegen ist. ByteDance-Mitbegründer Zhang Yiming liegt mit 65,2 Milliarden US-Dollar an dritter Stelle.