Chinas KI-IPOs boomen: Hohe Hürden für ausländische Anleger im umkämpften Markt

Chinas KI-IPOs boomen: Hohe Hürden für ausländische Anleger im umkämpften Markt

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Chinas heißeste Börsengänge im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) liefern derzeit beeindruckende Gewinne. Während heimische Investoren um Anteile an vielversprechenden chinesischen Tech-Listings kämpfen, bleiben ausländische Anleger, insbesondere Privatanleger, weitgehend von diesen Blockbuster-Angeboten ausgeschlossen. Gleichzeitig sehen sich ausländische Unternehmen in China einem immer härteren Wettbewerb ausgesetzt, der als "Involution" bezeichnet wird.

Chinas KI-IPOs: Spektakuläre Debüts und hohe Nachfrage

Die Aktien des Chipherstellers MetaX Integrated Circuits schossen bei ihrem Debüt am Shanghaier Markt um fast 700 % in die Höhe. Zuvor hatte Moore Threads bereits einen Anstieg von über 400 % am ersten Handelstag verzeichnet. MetaX Integrated Circuits Shanghai Co. erlebte sogar einen Anstieg von 755 % an seinem Debüttag und nahm dabei 585,8 Millionen US-Dollar durch seinen Börsengang ein.

Diese explosive Entwicklung ist eng mit der weltweit steigenden Nachfrage nach KI-Diensten und den erheblichen US-Handelsbeschränkungen verbunden, die Chinas Zugang zu fortschrittlicher Halbleitertechnologie limitieren. Investoren suchen aktiv nach heimischen Alternativen zu etablierten Akteuren wie Nvidia Corp., deren hochentwickelte Chips auf dem chinesischen Markt derzeit nicht verfügbar sind. Der Börsengang von MetaX, der bei 104,66 Yuan pro Aktie bepreist wurde, katapultierte die Marktkapitalisierung des Unternehmens auf über 300 Milliarden Yuan. Der für Privatanleger reservierte Teil des MetaX-IPOs war erstaunliche 3.000-mal überzeichnet, was das immense Anlegerinteresse verdeutlicht.

MetaX, dessen Gründungsteammitglieder, darunter Chairman und CEO Chen Weiliang, zuvor für den US-Chiphersteller AMD tätig waren, konzentriert sich auf KI-gesteuerte GPUs. Die 2024 eingeführte Xiyun C500-Serie soll mit Nvidias A100 vergleichbar sein und machte fast 98 % des Gesamtumsatzes aus. Die neuere C588-Generation soll die Leistungslücke zu Nvidias H100 deutlich geschlossen haben. Laut den IPO-Unterlagen hielt MetaX im vergangenen Jahr einen Marktanteil von 1 % am chinesischen KI-Chipmarkt.

Hürden für ausländische Investoren

Für ausländische Privatanleger ist die Teilnahme an Festland-China-IPOs praktisch unmöglich. Chris Zhang, Executive Director bei China Fortune Securities Company, erklärte: "Es ist nicht einmal möglich. Es sei denn, sie eröffnen ein Konto bei einem chinesischen Broker." Die Eröffnung eines Onshore-Brokerage-Kontos bei einem chinesischen Wertpapierunternehmen erfordert ein verknüpftes chinesisches Bankkonto, welches in der Regel einen Nachweis des Wohnsitzes in China oder ein chinesisches Visum mit ausreichender Gültigkeit voraussetzt.

Darüber hinaus müssen Ausländer bereits andere auf dem Festland gelistete Aktien besitzen, um überhaupt an einer IPO-Lotterie teilnehmen zu können. Die meisten ausländischen Banken verfügen nicht über die notwendigen Vereinbarungen mit chinesischen Brokern, um Kontoeröffnungen zu unterstützen, was den Prozess für die überwiegende Mehrheit der ausländischen Privatanleger undurchführbar macht. Offizielle Richtlinien der Stadtregierung von Shanghai besagen, dass nur eine kleine Gruppe ausländischer Personen direkt Brokerage-Konten für A-Aktien – an Festland-China gelistete Aktien – eröffnen kann. Dazu gehören beispielsweise Ausländer mit Daueraufenthaltsstatus, Arbeitnehmer in China oder im Ausland tätige Ausländer mit Aktienbeteiligungsplänen an A-Aktien-gelisteten Unternehmen.

Stock Connect: Eine begrenzte Brücke

Für viele globale Investoren ist Stock Connect, ein Programm, das den Börsen in Hongkong und Festlandchina gegenseitigen Zugang zu ihren Aktien ermöglicht, der bequemste Weg, um ein Engagement in chinesischen Aktien zu erhalten. Es erlaubt ausländischen Investoren, A-Aktien über ihre Hongkonger Broker zu kaufen, ohne ein Onshore-Konto oder spezielle Lizenzen zu benötigen. Dieses Schema bietet jedoch wenig Hilfe, wenn es um IPOs oder sogar frisch gelistete Aktien geht.

Der Zugang hängt auch von den Zulassungsvoraussetzungen der Hongkonger Broker ab, wie Mindestkontoständen und Risikohinweisen. Theodore Shou, Chief Investment Officer bei Skybound Capital, stellte fest: "Stock Connect funktioniert nicht, weil neu gelistete Aktien noch nicht in Stock Connect enthalten sind. Normalerweise dauert es einige Wochen bis Monate, bis die Aktien qualifiziert sind." Die Aufnahme von Unternehmen in das Stock Connect-Schema hängt davon ab, ob eine Aktie die Zulassungsregeln erfüllt, wie ausreichende Handelsaktivität und Marktwert, was oft eine gewisse Handels- und Datenhistorie erfordert.

Der breitere Kontext: "Involution" und harter Wettbewerb

Abseits der Börsengänge sehen sich ausländische Unternehmen in China einer neuen Ära der "Involution" gegenüber. Dieses Phänomen ist durch intensive, disruptive und wertvernichtende Konkurrenz sowie aggressive Preiskämpfe lokaler Rivalen gekennzeichnet. Eine aktuelle Umfrage der Deutschen Handelskammer in China ergab, dass 58 % der Unternehmen den intensiven heimischen Wettbewerb als größtes Hindernis für weitere Investitionen in China nannten.

Experten sehen darin ein Phänomen, das in China als "Involution" bekannt ist – ein Zustand intensiven, disruptiven und wertvernichtenden Wettbewerbs. Während ausländische Unternehmen früher einen deutlichen Vorteil in Qualität, Zuverlässigkeit und Technologie hatten, hat sich diese Lücke geschlossen. Chinesische Wettbewerber haben ihre Standards erhöht, insbesondere in Sektoren wie Elektrofahrzeugen (EVs), und erreichen oder übertreffen oft ausländische Standards.

Die andere Hälfte der Geschichte sind die erbitterten Preiskämpfe. Chinesische Unternehmen konkurrieren, indem sie aggressiv die Preise senken, anstatt sich ausschließlich auf technologische Vorteile zu konzentrieren. Rene Vanguestaine kommentierte: "Es geht nicht nur darum, dass chinesische Hersteller mit ausländischen Herstellern konkurrieren… selbst die chinesische Regierung betrachtet das als störenden, wertvernichtenden Wettbewerb." Das Finanzsystem, oft mit staatlicher Unterstützung, scheint dieses destruktive Spiel weiter zu finanzieren. Für Giganten wie Volkswagen, General Motors und sogar Tesla wird das Umfeld zunehmend unwirtlich, da es schwierig ist, gegen Rivalen anzutreten, die bereit sind, Margen zu senken und auf unbestimmte Zeit Verluste zu machen. Diese Entwicklungen zeigen, wie dynamisch und herausfordernd der chinesische Markt für globale Akteure geworden ist.

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