
Chinas KI-Tiger Zhipu debütiert erfolgreich an der Hongkonger Börse
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Zhipu AI, Chinas erster "KI-Tiger", hat erfolgreich sein Börsendebüt in Hongkong gefeiert. Das Initial Public Offering (IPO) hatte ein Volumen von 4,35 Milliarden HKD (ca. 560 Millionen US-Dollar) und bewertete das Unternehmen nach dem Listing auf rund 51,16 Milliarden HKD (etwa 6,76 Milliarden US-Dollar). Dieser Schritt markiert einen wichtigen Meilenstein für den chinesischen KI-Sektor und positioniert Zhipu als direkten Konkurrenten zu globalen Größen wie OpenAI.
Erfolgreiches Börsendebüt in Hongkong
Die Aktien von Knowledge Atlas Technology JSC, besser bekannt als Zhipu AI, stiegen bei ihrem Debüt in Hongkong. Der Angebotspreis lag bei 116,20 Hongkong-Dollar (ca. 15 US-Dollar) pro Aktie. Zum Handelsstart legte die Aktie um 3,3 Prozent auf 120 HKD zu und stieg im weiteren Verlauf um rund 10 Prozent über ihren Angebotspreis. Insgesamt wurden etwa 37,4 Millionen Aktien des in Peking ansässigen Start-ups angeboten.
Das Listing von Zhipu AI erfolgte unter Chapter 18C, einer speziellen Regelung für Technologieunternehmen mit begrenzten Umsätzen, und ist ein wichtiger Test für das Anlegervertrauen in Chinas KI-Industrie. Neben Zhipu AI verzeichneten auch andere Technologie-Debütanten in Hongkong Gewinne, darunter der GPU-Hersteller Shanghai Iluvatar CoreX Semiconductor und der Chirurgie-Roboterhersteller Edge Medical.
Zhipu AI: Ein "KI-Tiger" aus China
Zhipu AI, offiziell bekannt als Knowledge Atlas Technology JSC und international als Z.ai vermarktet, wurde 2019 von Forschern einer führenden chinesischen Universität gegründet. Das Unternehmen gilt als Chinas erstes großes Large Language Model (LLM)-Unternehmen, das durch ein IPO an die Börse geht. Es wird stark von Peking unterstützt und zählt zu den sogenannten "KI-Tigern" Chinas – Start-ups, die Large Language Models entwickeln, um mit Unternehmen wie OpenAI und Anthropic zu konkurrieren.
Obwohl Zhipu AI global nicht so bekannt ist wie Deepseek, ein weiteres prominentes Mitglied der "KI-Tiger", erregte das Unternehmen im vergangenen Jahr Aufmerksamkeit, als der amerikanische KI-Gigant OpenAI seine Fortschritte als Wettbewerber an der "Frontlinie" des chinesischen KI-Rennens hervorhob.
Strategische Ausrichtung und internationale Ambitionen
Zhang Peng, Mitbegründer und CEO von Zhipu, betonte die Bedeutung Hongkongs als "exzellentes Tor und Brückenkopf", der dem Unternehmen die Internationalisierung erleichtere. Zhipu AI plant, Märkte von Hongkong über Südostasien bis hin zum Nahen Osten, Europa und dem Globalen Süden zu erschließen. Das Unternehmen unterhält bereits Büros im Vereinigten Königreich, Singapur, Malaysia und im Nahen Osten sowie gemeinsame "Innovationszentren" in Südostasien, darunter in Indonesien und Vietnam.
Laut dem Prospekt plant Zhipu, 70 Prozent der IPO-Erlöse in die Forschung und Entwicklung seiner allgemeinen Large AI Models zu investieren. Das Unternehmen verzeichnete im Jahr 2024 einen Umsatz von 312,4 Millionen Yuan. Trotz signifikanter Umsatzsteigerungen sind die Verluste aufgrund hoher F&E-Ausgaben ebenfalls gestiegen.
Herausforderungen und Investitionen in die Zukunft
Die Fortschritte von Zhipu AI wurden trotz erheblicher Herausforderungen erzielt. Im Januar des vergangenen Jahres wurde das Unternehmen vom US-Handelsministerium auf die sogenannte "Entity List" gesetzt, da US-Beamte eine Zusammenarbeit mit dem chinesischen Militär vermuteten. Zudem wurde die Fähigkeit des Unternehmens, seine KI-Modelle zu trainieren, durch US-Beschränkungen beim Zugang zu fortschrittlicher Halbleitertechnologie und Expertise eingeschränkt.
Diese Einschränkungen unterstreichen die geopolitischen Spannungen im Technologiesektor. Dennoch treibt Zhipu AI seine Entwicklungen voran und investiert massiv in die Zukunft der Künstlichen Intelligenz.
Chinas Streben nach technologischer Eigenständigkeit
Die jüngsten Börsengänge, darunter Zhipu AI, verdeutlichen Chinas Bestreben nach technologischer Selbstständigkeit und befeuern die Begeisterung der Investoren für den heimischen KI-Sektor. Hongkong und die Festlandbörsen entwickeln sich zu wichtigen Handelsplätzen für Technologieunternehmen. So stiegen die Aktien des KI-Chipdesigners Biren Technology bei ihrem Hongkonger Debüt um 75,8 Prozent, und die Konkurrenten Moore Threads Technology und MetaX Integrated Circuits verzeichneten im vergangenen Monat dreistellige Zuwächse in Shanghai.
Ein weiteres chinesisches KI-Start-up, MiniMax, wird voraussichtlich ebenfalls bald ein eigenes Angebot starten, nachdem es im vergangenen Jahr vertraulich einen Antrag eingereicht hatte. Diese Entwicklungen zeigen, dass der Wettbewerb im Bereich der Künstlichen Intelligenz weiterhin intensiv bleibt und China eine führende Rolle anstrebt.