Chinas Silbernachfrage auf Rekordhoch: Treiber, Risiken und ETF-Optionen

Chinas Silbernachfrage auf Rekordhoch: Treiber, Risiken und ETF-Optionen

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Chinas Silberimporte haben im März 2026 ein Allzeithoch erreicht, maßgeblich getrieben durch eine robuste Nachfrage im Einzelhandel und der expandierenden Solarindustrie. Trotz dieser starken Entwicklung sehen sich die globalen Silbermärkte mit geopolitischen Unsicherheiten konfrontiert, die den Preis des Edelmetalls beeinflussen. Für Anleger bieten sich spezialisierte ETFs an, um am Silbermarkt zu partizipieren.

Chinas Silberimporte erreichen Rekordniveau

Laut einem Beitrag von The Kobeissi Letter auf X erreichten Chinas Silberimporte im März 2026 ein Rekordhoch von rund 836 Tonnen. Dies entspricht einem Anstieg von 78 % gegenüber Februar und liegt 173 % über dem saisonalen 10-Jahres-Durchschnitt für März. Die chinesischen Zolldaten, die am Montag, dem 20. April, veröffentlicht wurden, bestätigen diese Entwicklung.

Im bisherigen Jahresverlauf 2026 belaufen sich die Silberimporte auf rund 1.626 Tonnen, ebenfalls ein historischer Höchstwert. Der 10-Jahres-Saisondurchschnitt für März liegt bei etwa 306 Tonnen, was die außergewöhnliche Stärke der aktuellen Importe unterstreicht.

Treiber der Nachfrage: Einzelhandel und Solarenergie

Der Anstieg der Silbernachfrage in China wurde maßgeblich durch zwei Faktoren befeuert: eine starke Einzelhandelsnachfrage und die florierende Solarindustrie. Im Einzelhandel stiegen Investitionen in kleine Silberbarren, die als Alternative zu hochpreisigem Gold dienten.

Die Solarhersteller erhöhten ihre Produktion im Vorfeld der Abschaffung von Exportsteuerrabatten am 1. April. Die globale Solarindustrie verbraucht etwa 20 % des gesamten jährlichen Silberangebots, wobei der Großteil dieser Aktivität in China konzentriert ist. Die starke Binnennachfrage führte dazu, dass die chinesischen Silberpreise über den internationalen Märkten lagen und Arbitrageflüsse auslösten, wobei ein Großteil des Metalls über Hongkong floss.

Langfristige Aussichten und Expertenmeinungen

Das Silver Institute prognostiziert, dass der Silbermarkt das sechste Jahr in Folge ein jährliches Defizit von 46,3 Millionen Unzen verzeichnen wird. Obwohl der Iran-Krieg die kurzfristigen Aussichten trübt, stärkt er laut dem Institut den langfristigen Fall für Edelmetalle.

Wu Zijie, ein Analyst bei Jinrui Futures in Shenzhen, äußerte jedoch die Meinung, dass "die explosiven Importe definitiv nicht anhalten werden" und zukünftige Zuflüsse sich normalisieren dürften. Er sieht kein langfristiges Angebots-Nachfrage-Ungleichgewicht für Silber, da China der weltweit größte Silberproduzent ist. Zudem könnte der Druck Pekings zur Eindämmung von Überkapazitäten im Solarsektor die Produktion reduzieren, und weiterhin hohe Preise könnten die Industrie dazu anregen, Silber durch günstigere Basismetalle zu ersetzen.

Geopolitische Einflüsse und Preisentwicklung

Der Silberpreis ist seit Beginn des Iran-Krieges Ende Februar um etwa 16 % gefallen. Die Befürchtung, dass steigende Energiekosten die Inflation anheizen und die Zinsen hoch halten könnten, belastet nicht-renditetragende Vermögenswerte wie Silber. Hohe Zinsen bleiben ein Gegenwind für Edelmetalle.

Trotz der jüngsten Rückgänge blieben sowohl physisches Silber als auch Silber-ETFs im Jahresverlauf positiv. Donald Trump gab am späten Dienstag bekannt, den Waffenstillstand mit dem Iran Stunden vor dessen Ablauf verlängert zu haben, unter Verweis auf laufende diplomatische Bemühungen.

Die Jahresperformance (YTD) stellt sich wie folgt dar:

  • Silberpreis: 10,17 %
  • iShares Silver Trust (SLV): 4,17 %
  • abrdn Physical Silver Shares ETF (SIVR): 4,24 %

Silber-ETFs für Anleger

Für Anleger, die am Silbermarkt partizipieren möchten, bieten sich physisch gedeckte Exchange Traded Funds (ETFs) an:

  • iShares Silver Trust (SLV)

SLV bietet Anlegern Zugang zu den täglichen Preisbewegungen von physischem Silber. Der ETF verfügt über ein verwaltetes Vermögen (AUM) von 38,9 Milliarden US-Dollar und ein hohes tägliches Handelsvolumen von 36 Millionen Anteilen. Die jährliche Gebühr beträgt 0,50 %. Die Benzinga Edge Stock Rankings weisen SLV einen Momentum Score im 91. Perzentil zu und bescheinigen einen starken Preistrend auf mittlere und lange Sicht.

  • abrdn Physical Silver Shares ETF (SIVR)

SIVR bildet ebenfalls die Wertentwicklung des Silberpreises ab und gilt als der kostengünstigste physisch gedeckte ETF im Silberbereich. Er weist eine Kostenquote von 0,30 % und ein AUM von 5,4 Milliarden US-Dollar auf. Das tägliche Handelsvolumen von SIVR liegt bei etwa 2 Millionen Anteilen. Auch SIVR erreicht in den Benzinga Edge Stock Rankings einen Momentum Score im 91. Perzentil und zeigt einen starken Preistrend auf mittlere und lange Sicht.