Chinas Solar-Subventionsende: Steigende Kosten für Afrikas Energiewende?

Chinas Solar-Subventionsende: Steigende Kosten für Afrikas Energiewende?

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Chinas Entscheidung, Mehrwertsteuerrückerstattungen auf Solarmodul-Exporte zu beenden und Anreize für Batteriespeicher schrittweise abzubauen, könnte die Kosten für Solaranlagen in Afrika erhöhen. Der Kontinent ist stark auf importierte chinesische Technologie angewiesen, was die Bemühungen zum Ausbau erneuerbarer Energien erschweren könnte, auch wenn Experten die Auswirkungen als beherrschbar einschätzen.

Chinas Politikwechsel: Ende der Exportsubventionen

Die chinesische Regierung hat eine bedeutende Änderung ihrer Exportpolitik für Solarprodukte angekündigt. Ab dem 1. April 2026 werden die Mehrwertsteuerrückerstattungen (VAT-Rebates) für Photovoltaik-Produkte, einschließlich Solarmodule, von 9 % auf 0 % reduziert. Für Solarbatterien und Energiespeichersysteme wird die Rückerstattung bis zum 31. Dezember 2026 auf 6 % gesenkt und soll bis 2027 vollständig auslaufen.

Diese Maßnahmen, die vom chinesischen Finanzministerium und der staatlichen Steuerverwaltung bekannt gegeben wurden, zielen darauf ab, Überkapazitäten im Solarsektor zu adressieren und zerstörerische Preiskämpfe einzudämmen. China, das über 80 % der weltweiten Solarmodule und einen Großteil der Lithium-Batteriespeichersysteme herstellt, möchte so gesündere Marktgrundlagen und langfristige Nachhaltigkeit der Industrie fördern.

Erwartete Kostensteigerungen in Afrika

Afrikanische Länder, die stark von importierter chinesischer Solartechnologie abhängig sind, werden voraussichtlich mit höheren Kosten konfrontiert. Wangari Muchiri, eine Energieanalystin mit Fokus auf Afrikas Sektor für saubere Energie, erklärt: „Wir werden wahrscheinlich einen Anstieg der Solarmodulpreise in Afrika sehen, da die meisten Inputs aus China stammen.“ Das Entfernen der Rückerstattung addiert sich zu bestehenden Kosten wie Versand, Logistik und anderen Importgebühren.

Afrika zahlt bereits jetzt deutlich mehr für Solaranlagen als andere Regionen, bedingt durch Transportkosten, geringere Importvolumina und Zölle. John van Zuylen, CEO der Africa Solar Industry Association, merkt an, dass der jüngste Solar-Boom auf "künstlich günstigen chinesischen Preisen" basierte und diese Ära nun ende. Er erwartet jedoch eher eine "allmähliche Aufwärtsverschiebung der Preise als einen einzigen dramatischen Anstieg".

Solar bleibt wettbewerbsfähig

Trotz der erwarteten Preisanstiege wird Solarenergie in weiten Teilen Afrikas voraussichtlich wettbewerbsfähig bleiben. Wangari Muchiri betont, dass Solarenergie die günstigste Energiequelle auf dem Kontinent ist. „Selbst mit höheren Panelpreisen wird sie immer noch deutlich billiger sein als Alternativen wie Diesel“, so Muchiri.

Sonia Dunlop, CEO des Global Solar Council, weist darauf hin, dass die Änderungen die Projektkosten leicht erhöhen und den Bau von Projekten verzögern könnten. Dies könnte durch Lieferkettenengpässe, Vertragsänderungen, einen Ansturm auf Lagerbestände und Staus beim Versand in Ländern, die stark von chinesischen Importen abhängig sind, verursacht werden.

Herausforderung Batteriespeicher

Batteriespeicher, die für die Stromversorgung nach Sonnenuntergang unerlässlich sind, könnten vor größeren Herausforderungen stehen, da die Anreize bis 2027 schrittweise auslaufen. John van Zuylen zufolge könnten höhere Kosten insbesondere kleinere Nutzer am stärksten betreffen. Er betont: „Batterien sind für Afrika wichtiger als Panels, weil Speicher Solar für netzunabhängige und Backup-Nutzer zuverlässig macht.“

Basil Abia, Mitbegründer des nigerianischen Energieforschungsunternehmens Truva Intelligence, erklärt, dass Batterien historisch teuer waren und viele Solaranlagen in Afrika ohne sie gebaut wurden. Erst in jüngster Zeit seien mehr Systeme mit Solar und Batteriespeicher zu sehen. Er fügt hinzu, dass Solarmodule auch ohne Rückerstattungen relativ erschwinglich bleiben, nachdem die Preise von rund 0,25 US-Dollar pro Watt im Jahr 2022 auf bis zu 0,07 US-Dollar pro Watt in den Jahren 2024 und Anfang 2025 stark gefallen sind.

Chance für lokale Produktion

Die Nachfrage nach Solarenergie, die derzeit 3 % der Stromerzeugung in Afrika deckt, wird voraussichtlich weiter steigen, da die Speichermöglichkeiten verbessert werden. Die starke Abhängigkeit von chinesischer Ausrüstung lenkt jedoch die Aufmerksamkeit auf die begrenzte lokale Fertigungskapazität. Basil Abia sieht darin eine Chance: „Die Mehrwertsteuerentfernung wird Afrikas Übergang zu sauberer Energie verlangsamen, aber nicht umkehren.“

Abia fügt hinzu: „Länder, die diesen Moment nutzen, um die lokale Fertigung zu beschleunigen, werden gestärkt daraus hervorgehen. Diejenigen, die dies nicht tun, werden Pekings nächster Anpassung der Industriepolitik weiterhin ausgesetzt sein.“ Dies könnte zu einer Verbesserung der Produktqualität und Marktstabilität führen, da die Margen für seriöse Hersteller steigen und Preisdumping reduziert wird.

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