Chinas stille Macht in Davos: Multilateralismus und globale Neuausrichtung 2026

Chinas stille Macht in Davos: Multilateralismus und globale Neuausrichtung 2026

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Das Weltwirtschaftsforum (WEF) 2026 in Davos, das vom 19. bis 23. Januar unter dem Motto "A Spirit of Dialogue" stattfand, war von einer komplexen internationalen Lage geprägt. Während hochrangige Staats- und Regierungschefs die Schlagzeilen dominierten, nutzte China die Plattform, um seine Botschaft der Zusammenarbeit und Stabilität zu verbreiten und eine Neuausrichtung der globalen Wirtschaftsordnung zu fördern.

Davos 2026: Ein Forum im Zeichen globaler Risiken

Die 56. Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums brachte fast 3.000 Vertreter aus über 130 Ländern und Regionen zusammen, um angesichts wachsender globaler Risiken und sich verlangsamenden Wachstums über entscheidende Fragen zu diskutieren. Der "Global Risks Report 2026" des WEF identifizierte die geoökonomische Konfrontation als das Top-Risiko für das Jahr 2026, gefolgt von zwischenstaatlichen Konflikten, extremen Wetterereignissen und gesellschaftlicher Polarisierung.

Wirtschaftliche Risiken steigen laut dem Bericht am schnellsten. Saadia Zahidi, Managing Director des WEF, betonte, dass das Zeitalter des Wettbewerbs globale Risiken wie geoökonomische Konfrontation, unkontrollierte Technologie und steigende Schulden verstärkt. Der "Chief Economists' Outlook" des WEF zeigte, dass 53 Prozent der Chefökonomen eine Abschwächung der globalen Wirtschaftsbedingungen im kommenden Jahr erwarten. Die Vereinten Nationen prognostizieren für 2026 ein globales Wirtschaftswachstum von 2,7 Prozent und einen Rückgang des globalen Handelswachstums auf 2,2 Prozent.

Chinas Präsenz und Botschaft

China entsandte eine hochrangige Delegation unter der Leitung von Vizepremier He Lifeng, einem der vier Vizepremiers des Landes, der vom 19. bis 22. Januar in Davos anwesend war. In seiner Rede warb He Lifeng für Geschäftsmöglichkeiten in China und forderte eine faire Behandlung chinesischer Unternehmen. Er nannte die Handelsgespräche zwischen den USA und China als Beispiel für Kooperation.

Obwohl seine Äußerungen weniger Aufmerksamkeit erregten als die von US-Präsident Donald Trump oder der Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, sahen Analysten in China in Pekings konsistenter Botschaft eine größere globale Wirkung. He Lifeng betonte die Bedeutung eines echten Multilateralismus, einer offenen, inklusiven und widerstandsfähigen Weltwirtschaft sowie die Förderung von Wachstum und Stabilität. Er verwies auf Präsident Xi Jinpings wichtige Rede von 2017 in Davos und unterstrich Chinas feste Unterstützung für Multilateralismus und freien Handel.

Geopolitische Spannungen und die Rolle Chinas

Das Forum legte die tiefgreifenden Herausforderungen offen, die das Gefüge der Globalisierung belasten: sich verschärfende geopolitische Spannungen und die Instrumentalisierung wirtschaftlicher Beziehungen. US-Präsident Donald Trump sorgte mit persönlichen Angriffen auf ausländische Staatschefs und seinem erneuten Vorstoß für den Erwerb Grönlands für Schlagzeilen. Der kanadische Premierminister Mark Carney sprach von einem "Bruch in der Weltordnung" und kritisierte die "amerikanische Hegemonie" sowie die Nutzung wirtschaftlicher Integration als Waffe.

Auch der französische Präsident Emmanuel Macron warnte vor einer "Verschiebung hin zu einer Welt ohne Regeln". Experten wie Lyu Xiang von der Chinesischen Akademie der Sozialwissenschaften (CASS) beobachteten eine ausgeprägte transatlantische Spaltung. Wei Wang, Forscher an der Tianjin University of Commerce, merkte an, dass die Spannungen zwischen den USA und Europa Chinas Beziehungen zum europäischen Block zugutekommen könnten. Tom Harper, China-Spezialist an der University of East London, sah in China eine "Schlüsselrolle als stabilisierende Kraft" in diesem turbulenten Umfeld.

Wirtschaftliche Neuausrichtung und Chinas Vision

Hai Zhao, Direktor für internationale politische Studien an der CASS, bezeichnete Davos 2026 als einen "Wendepunkt". Er prognostizierte, dass Länder sich wahrscheinlich regionalem Handel zuwenden werden, anstatt einer globalen Wirtschaft, die auf die USA ausgerichtet ist. Chinas Strategie in Davos umfasste die Stärkung der Multipolarität durch seine Vision einer "Gemeinschaft mit geteilter Zukunft für die Menschheit", die eine Alternative zu Modellen unilateraler Hegemonie darstellt.

China positionierte sich auch als strategischer Partner für Entwicklungsländer, insbesondere im "Globalen Süden". Initiativen wie die Globale Entwicklungsinitiative und die "Belt and Road"-Initiative sollen diesen Ländern helfen, westlichem und amerikanischem Wirtschaftsdruck standzuhalten und technologische sowie entwicklungspolitische Unabhängigkeit zu erlangen. Darüber hinaus strebt China an, die globale Finanzdominanz der USA herauszufordern. Für 2026 wird eine signifikante Expansion der Internationalisierung des digitalen Yuan (e-CNY) über Plattformen wie mBridge erwartet, um alternative Abwicklungskanäle zu schaffen und die Abhängigkeit vom US-Dollar zu reduzieren.

Chinas Engagement für Multilateralismus

Trotz starker Gegenwinde von Unilateralismus und Protektionismus zeigte das "Global Cooperation Barometer" des WEF eine gewisse Resilienz der globalen Zusammenarbeit. China hat sich konsequent für moralische Prinzipien, Öffnung und Kooperation eingesetzt. Als zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt hat China seine Verpflichtungen stets erfüllt und sich als verantwortungsbewusstes Land positioniert, das den Multilateralismus fest verteidigt und die wirtschaftliche Globalisierung in eine für alle vorteilhaftere und inklusivere Richtung lenkt.

Die Empfehlungen des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas für die Formulierung des 15. Fünfjahresplans für die nationale wirtschaftliche und soziale Entwicklung bekräftigen die Verpflichtung, die Öffnung auf hohem Niveau auszuweiten. Chinas feste Haltung in Davos wurde laut einem Editorial der Global Times mit "aufrichtigem und enthusiastischem Applaus" aufgenommen, was die anhaltende internationale Sehnsucht nach Multilateralismus und freiem Handel unterstreicht.

Erwähnte Persönlichkeiten