Chinas Tech-Giganten: Agentic Commerce revolutioniert Super-Apps

Chinas Tech-Giganten: Agentic Commerce revolutioniert Super-Apps

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Chinas Technologiegiganten läuten eine neue Phase im Wettlauf um Künstliche Intelligenz ein: den "Agentic Commerce". Unternehmen wie Alibaba und ByteDance wandeln ihre Chatbots in umfassende Einkaufs- und Zahlungstools um, um Nutzern ein nahtloses Erlebnis zu bieten. Dieser Wandel verspricht eine tiefgreifende Integration von Dienstleistungen und eine erhöhte Nutzerbindung.

Der Aufstieg des "Agentic Commerce" in China

Der Begriff "Agentic Commerce" beschreibt eine Entwicklung, bei der KI-Systeme Aufgaben im Auftrag von Nutzern mit begrenzter Überwachung ausführen. Dies stellt eine Abkehr vom reinen Fokus auf grundlegende KI-Modelle dar. E-Commerce kristallisiert sich dabei als einer der frühesten und umfassendsten Anwendungsfälle heraus, wobei auch Zahlungs- und Technologiegiganten in den USA erste Iterationen einführen. Shaochen Wang, Research Analyst bei Counterpoint Research, betont: "Die agentische Transformation kommerzieller Dienste ermöglicht die maximale Integration von Nutzerdiensten und erhöht die Nutzerbindung." Dies helfe Unternehmen, einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil aufzubauen.

Alibaba Vorreiter mit Qwen

Alibaba hat seine Qwen KI-Chatbot-App aktualisiert, um Nutzern Transaktionen direkt innerhalb der Oberfläche zu ermöglichen. Dazu gehören das Bestellen von Essen und das Buchen von Flugtickets. Diese neuen Funktionen sind seit Donnerstag, dem 15. Januar 2026, für öffentliche Tests in China verfügbar. Zuvor konnte Qwen lediglich Empfehlungen basierend auf Nutzereingaben geben, doch mussten Nutzer für Käufe noch manuell zwischen verschiedenen Plattformen wechseln.

Die Aktualisierung verbindet Qwen mit Alibabas breiterem E-Commerce-Ökosystem. Nutzer können nun maßgeschneiderte Produktempfehlungen von Plattformen wie Taobao oder der Reise-Website Fliggy vergleichen und Zahlungen über Alipay abschließen – alles, ohne den Chatbot zu verlassen. Wu Jia, Vice President bei Alibaba, erklärte: "KI entwickelt sich von Intelligenz zu Handlungsfähigkeit. Was wir heute auf den Markt bringen, stellt eine Verlagerung von Modellen, die verstehen, zu Systemen dar, die handeln und tief mit realen Diensten verbunden sind." Alibaba-CEO Eddie Wu hat über 53 Milliarden US-Dollar für Infrastruktur und KI-Entwicklung zugesagt.

Die Rolle von Alibabas Ökosystem

Alibaba ist aufgrund seiner fortschrittlichen Large Language Model-Fähigkeiten und seines umfangreichen E-Commerce-Netzwerks, das Kleidung, Lebensmittel, Wohnen und Transport abdeckt, gut positioniert, um ein Pionier im Agentic Commerce zu sein. Das Unternehmen plant, Qwen schrittweise zu einem umfassenden persönlichen Assistenten auszubauen, indem es individuelle Dienste unter dem Alibaba-Dach integriert. Dazu gehören Taobao, Alipay, der Reisedienst Fliggy und Amap. Alibaba betreibt zudem einen Netflix-ähnlichen Streaming-Dienst und eine der größten Essenslieferplattformen Chinas.

Alipay und das Agentic Commerce Trust Protocol

Alipay hat das "Agentic Commerce Trust Protocol" eingeführt, das erste offene Technologie-Framework für Agentic Commerce in China. In Zusammenarbeit mit der Qwen App, Taobao Instant Commerce, Rokid, Damai und Alibabas Cloud-Plattform Bailian schafft das Protokoll eine gemeinsame Sprache für die Partnerschaft zwischen KI und Dienstleistungsplattformen, einschließlich E-Commerce und Essenslieferung. Dies soll die Effizienz und Sicherheit der KI-Nutzung über Geräte, Systeme und Plattformen hinweg skalieren. Die Qwen App war die erste Plattform, die das Protokoll am 15. Januar 2026 adaptierte.

Vorteile für Nutzer und Händler

Durch Alipays Protokoll können Händler KI-native Apps über eine einzige Integration mit verschiedenen KI-Agenten verknüpfen, wodurch separate API-Entwicklungen und Integrationskosten minimiert werden. Für Nutzer wird das Einkaufserlebnis optimiert, die Zeit reduziert und die Sicherheit verbessert. Die KI kann nahegelegene Optionen bereitstellen, Preise vergleichen, die besten verfügbaren Aktionen anwenden und eine vereinfachte Zahlung über Alipay ermöglichen.

Das Protokoll bietet derzeit zwei Zahlungsmodi:

  • Sofortzahlung: Personalisiert für häufige Einkäufe wie Essenslieferungen und tägliches Shopping. Nutzer können in Echtzeit mit der KI kommunizieren, Entscheidungen basierend auf Empfehlungen treffen und die Zahlung nach Bestätigung abschließen.
  • Delegierte Autorisierung: Ermöglicht Nutzern, Bedingungen wie Bestellzeiten, Ausgabenlimits und bevorzugte Händler voreinzustellen. Die KI überwacht dann automatisch Produktdynamiken und schließt Käufe ohne weitere Anweisungen ab.

Ein Nutzer namens Yang Tao aus Nanjing, der im Bereich der New-Energy-Fahrzeuge arbeitet, lobte die neue Funktion: "Ich habe versucht, Mahlzeiten mit Qwen zu bestellen, und es lief reibungslos." Er fügte hinzu, dass dies besonders nützlich für Senioren sein könnte, die möglicherweise Schwierigkeiten haben, verschiedene Apps zu navigieren.

Die Zukunft der Super-Apps

Unternehmen wie Alibaba und Tencent Holdings, die bereits "Super-Apps" mit Hunderten von verschiedenen Diensten betreiben, werden als vorteilhaft positioniert im Bereich der Agentic AI angesehen. Die ehrgeizigen Projekte unterstreichen, wie Unternehmen von Amazon.com bis Meta Platforms die Agentic AI erforschen, bei der KI Menschen hilft, tatsächliche Aufgaben auszuführen. Investoren sind besorgt über die Monetarisierung von KI-Diensten angesichts der massiven Investitionen in Rechenzentren. Macquarie prognostiziert für 2026 ein Boomjahr für den asiatischen Internetsektor, da Unternehmen von der Konsolidierung zu aggressiver Monetarisierung und Ökosystemintegration übergehen.

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