
Chinas Wirtschaft 2025: Exportmotor trotzt Tarifen, Binnenkonsum schwächelt
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Chinas Wirtschaft expandierte im Jahr 2025 um 5% und erreichte damit das offizielle Wachstumsziel der Regierung. Dieses Wachstum wurde maßgeblich von starken Exporten getragen, auch wenn die US-Zölle unter Präsident Donald Trump eine Herausforderung darstellten. Dennoch verlangsamte sich das Wachstum im letzten Quartal des Jahres auf 4,5%, den niedrigsten Wert seit Ende 2022.
Chinas Wirtschaftswachstum 2025: Exportmotor trotz Gegenwind
Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt verzeichnete 2025 ein jährliches Wachstum von 5%, was dem Regierungsziel von "rund 5%" entsprach. Im Vorquartal lag das Wachstum noch bei 4,8%. Im letzten Quartal des Jahres 2025 verlangsamte sich die Expansion jedoch auf 4,5% – das langsamste vierteljährliche Wachstum seit Ende 2022, als China begann, seine strengen COVID-119-Pandemiebeschränkungen zu lockern. Quartalsweise wuchs die Wirtschaft von Oktober bis Dezember um 1,2%.
Starke Exporte kompensierten die schwache Konsumausgaben und Unternehmensinvestitionen im Inland und trugen zu einem Rekord-Handelsüberschuss von 1,2 Billionen US-Dollar bei. Obwohl Präsident Donald Trump Anfang 2025 wieder ins Amt kam und Zölle erhöhte, was zu einem Rückgang der chinesischen Exporte in die USA um 20% führte, wurde dieser Rückgang durch Lieferungen in den Rest der Welt ausgeglichen. Trump und der chinesische Staatschef Xi Jinping hatten sich zudem auf eine Verlängerung eines Waffenstillstands in ihrem Zollkrieg geeinigt.
Lynn Song, Chefökonom für Greater China bei der niederländischen Bank ING, merkt an: „Die entscheidende Frage ist, wie lange dieser Wachstumsmotor der primäre Treiber bleiben kann.“ Er warnt, dass ein „engerer Würgegriff“ zu erwarten sei, sollten weitere Volkswirtschaften wie Mexiko und die EU, die bereits mit Zollerhöhungen gedroht hat, ebenfalls ihre Zölle auf China erhöhen.
Herausforderungen im Inland: Konsum und Immobilienmarkt
Trotz des exportgetriebenen Wachstums kämpfen Chinas Führungskräfte weiterhin damit, ein schnelleres Wachstum anzukurbeln, nachdem der Einbruch auf dem Immobilienmarkt und die Auswirkungen der Pandemie die Wirtschaft belastet haben. Die Bemühungen, die Binnennachfrage zu stärken, blieben bisher begrenzt. Ein Programm zum Austausch älterer Autos gegen energieeffizientere Modelle verlor in den letzten Monaten an Schwung.
Chi Lo, Senior Market Strategist für Asien-Pazifik bei BNP Paribas Asset Management, betont: „Die Stabilisierung, nicht unbedingt die Erholung, des heimischen Immobilienmarktes ist der Schlüssel zur Wiederbelebung des öffentlichen Vertrauens und damit des Haushaltskonsums und des privaten Investitionswachstums.“ China hat auch Subventionen für den Austausch von Haushaltsgeräten wie Kühlschränken, Waschmaschinen und Fernsehern bereitgestellt. Diese wichtigen Konsumstimulierungsmaßnahmen aus dem Jahr 2025 sollen 2026 fortgesetzt werden, könnten aber zurückgefahren werden, so Weiheng Chen, Global Investment Strategist bei J.P. Morgan Private Bank.
Viele gewöhnliche Chinesen und kleine Unternehmen kämpfen derweil mit schwierigen Zeiten und beunruhigender Unsicherheit bezüglich Arbeitsplätzen und Einkommen. Liu Fengyun, eine 53-jährige Nudelrestaurantbesitzerin in der Provinz Guizhou, beschreibt die Geschäftslage als sehr schwierig. Ihre Kunden berichten, dass „Geld jetzt schwer zu verdienen ist“ und „Frühstück zu Hause billiger ist“.
Politische Maßnahmen und Zukunftsaussichten
Investitionen in Künstliche Intelligenz und andere fortschrittliche Technologien bleiben eine Schlüsselpriorität für die regierende Kommunistische Partei Chinas. Ziel ist es, die Eigenständigkeit zu fördern und mit den USA zu konkurrieren. Eine starke und stabile Wirtschaft wird als entscheidend für die soziale Stabilität angesehen, die für Chinas Führung oberste Priorität hat.
Neil Thomas, Fellow am Asia Society Policy Institute’s Center for China Analysis, schätzt, dass China wahrscheinlich eine jährliche Expansion von etwa 4% bis 5% aufrechterhalten muss, um sein inoffizielles Ziel eines Bruttoinlandsprodukts (BIP) pro Kopf von 20.000 US-Dollar bis 2035 zu erreichen. Für das Jahr 2026 wird eine langsamere jährliche Expansion erwartet; die Deutsche Bank prognostiziert ein Wachstum von etwa 4,5% für Chinas Wirtschaft. Die ehrgeizigen offiziellen Wachstumsziele sind in den letzten Jahren ebenfalls gesunken, von 6% bis 6,5% im Jahr 2019 auf „rund 5%“ im Jahr 2025.
Expertenstimmen und alternative Einschätzungen
Einige Ökonomen und Analysten sind der Ansicht, dass Chinas tatsächliches Wirtschaftswachstum im Jahr 2025 langsamer war, als die offiziellen Daten vermuten lassen. Die Denkfabrik Rhodium Group gab im letzten Monat an, sie erwarte für Chinas Wirtschaft im vergangenen Jahr lediglich ein Wachstum von 2,5% bis 3%. Die chinesische Wirtschaft wuchs laut Regierungsdaten 2024 um 5% und 2023 um 5,2%.