
Chinas Wirtschaftswachstum übertrifft Erwartungen, Exporte als Haupttreiber
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Chinas Wirtschaft hat im ersten Quartal des Jahres an Fahrt gewonnen und die Erwartungen der Analysten übertroffen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg in den ersten drei Monaten bis März um 5,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie Daten des Nationalen Statistikamtes am Donnerstag zeigten. Dieses Wachstum beschleunigte sich von 4,5 Prozent im Vorquartal und lag über den Prognosen von 4,8 Prozent, die in einer Reuters-Umfrage und einer AFP-Umfrage unter Ökonomen ermittelt wurden.
Chinas Wirtschaftswachstum übertrifft Erwartungen
Die Regierung in Peking hatte ihr Wachstumsziel für dieses Jahr auf eine Spanne von 4,5 Prozent bis 5 Prozent gesenkt, das ehrgeizloseste Ziel seit den frühen 1990er Jahren. Dies ist eine stillschweigende Anerkennung der nachlassenden Nachfrage und der anhaltenden Handelsspannungen mit den USA. Das Statistikamt warnte in einer Erklärung, dass das externe Umfeld "komplexer und volatiler" werde und eine "akute" Ungleichheit zwischen "starkem Angebot und schwacher Nachfrage" bestehe.
Exportmotor treibt Wachstum an
Robuste Exporte waren der Haupttreiber für das Wachstum im ersten Quartal. Chinas Exporte stiegen im ersten Quartal währungsbereinigt um 14,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr, das schnellste Tempo seit Anfang 2022, so die Economist Intelligence Unit. Dies unterstreicht die anhaltende Dominanz des verarbeitenden Gewerbes als primärer Wachstumsmotor der Wirtschaft, auch wenn der Konsum hinterherhinkt.
Die Industrieproduktion stieg im ersten Quartal um 6,1 Prozent im Jahresvergleich. Im März expandierte die Industrieproduktion um 5,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr, was stärker war als die Analystenerwartungen von 5,5 Prozent und im Vergleich zu einer Expansion von 6,3 Prozent im Februar.
Herausforderungen im Inland: Immobilien und Konsum
Trotz des starken Exportwachstums bleibt die Binnennachfrage verhalten. Die Einzelhandelsumsätze in China wuchsen im März um 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr, was eine Verlangsamung gegenüber dem feiertagsbedingten Anstieg von 2,8 Prozent im Februar darstellt und die Prognosen der Ökonomen von 2,3 Prozent (CNBC) bzw. 2,4 Prozent (Bloomberg) unterschritt. Für das erste Quartal stiegen die Einzelhandelsumsätze um 2,4 Prozent.
Auch die Investitionen in Sachanlagen im städtischen Raum, einschließlich Immobilien- und Infrastrukturinvestitionen, stiegen im ersten Quartal um 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr und verfehlten damit die Erwartungen von 1,9 Prozent. Besonders besorgniserregend ist der Rückgang der Investitionen im Immobiliensektor um 11,2 Prozent.
Externe Risiken: Energiepreise und globale Nachfrage
Als weltweit größter Ölimporteur und stark exportabhängige Wirtschaft ist China anfällig für einen Ölschock. Der Nahost-Konflikt, insbesondere der Iran-Krieg, hat die Energie- und Logistikkosten in die Höhe getrieben und die globale Nachfrage belastet. Im März verlangsamte sich das Exportwachstum des Landes auf 2,5 Prozent, ein starker Rückgang gegenüber 21,8 Prozent im Zeitraum Januar bis Februar.
Die Fabrikpreise in China stiegen im März zum ersten Mal seit mehr als drei Jahren, was darauf hindeutet, dass der Anstieg der Energiekosten in den Fertigungssektor durchgesickert ist und die ohnehin schon geringen Unternehmensmargen bedroht. Experten weisen darauf hin, dass Chinas diversifizierte Energieversorgung es zwar vor unmittelbaren Schocks schützt, ein potenzieller globaler Abschwung durch den Krieg jedoch die Nachfrage nach seinen Exporten schwächen könnte.
Ausblick und politische Implikationen
Das robuste Wachstum zu Beginn des Jahres 2026 hat den Bedarf der politischen Entscheidungsträger an einer Verdoppelung der fiskalischen oder monetären Lockerung reduziert. Der Fokus der Politik verschiebt sich nun auf die Aufrechterhaltung des privaten Konsums und der Investitionen, wie Tianchen Xu, Senior Economist bei EIU, kommentierte. Er fügte hinzu: "Das Wachstum bleibt exportlastig." Die Unsicherheiten durch den Nahost-Konflikt und die damit verbundenen Energiepreise trüben jedoch den Ausblick für den Rest des Jahres.