Chinas Zentralbank hält Leitzinsen stabil trotz schwacher Wirtschaft

Chinas Zentralbank hält Leitzinsen stabil trotz schwacher Wirtschaft

Aktualisiert:
3 Min. Lesezeit
AI-Generated
Human-verified
Teilen:

Keine Anlageberatung • Nur zu Informationszwecken

Die People's Bank of China (PBOC), Chinas Zentralbank, hat ihre Referenzzinssätze für Kredite (LPRs) im siebten Monat in Folge unverändert gelassen. Diese Entscheidung wurde am Montag bekannt gegeben, obwohl die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt mit schwachen Wirtschaftsdaten und einem anhaltenden Abschwung im Immobiliensektor zu kämpfen hat. Die Beibehaltung der Leitzinsen war von Analysten und Marktteilnehmern weitgehend erwartet worden.

Chinas Zentralbank hält Leitzinsen stabil

Die People's Bank of China (PBOC) beließ die einjährige Loan Prime Rate (LPR) bei 3,0 % und die fünfjährige LPR bei 3,5 %. Dies markiert die siebte aufeinanderfolgende Sitzung, in der die Leitzinsen stabil gehalten wurden, was im Einklang mit einer Reuters-Umfrage stand, bei der alle 25 befragten Marktteilnehmer keine Änderung prognostizierten.

Die einjährige LPR dient als Benchmark für neue Kredite, während die fünfjährige LPR maßgeblich die Hypothekenzinsen beeinflusst. Durch das Festhalten an den Sätzen signalisiert die PBOC einen vorsichtigen Ansatz, der Stabilität über aggressive Lockerungsmaßnahmen stellt, um finanzielle Risiken zu vermeiden.

Wirtschaftliche Herausforderungen bleiben bestehen

Die Entscheidung der PBOC fällt in eine Zeit enttäuschender Wirtschaftsdaten aus China für November. Die Einzelhandelsumsätze stiegen im Vergleich zum Vorjahr lediglich um 1,3 %, was deutlich unter der Reuters-Prognose von 2,8 % lag und eine Verlangsamung gegenüber dem Vormonat (2,9 %) darstellt.

Auch die Industrieproduktion verfehlte die Erwartungen und wuchs im November um 4,8 % gegenüber dem Vorjahr, verglichen mit Schätzungen von 5 %. Dies war das schwächste Wachstum seit August 2024. China kämpft zudem weiterhin mit deflationären Tendenzen.

Der Immobilienmarkt unter Druck

Der chinesische Immobiliensektor befindet sich weiterhin in einem anhaltenden Abschwung. Die Investitionen in Sachanlagen, zu denen auch Immobilien gehören, schrumpften im Zeitraum Januar bis November um 2,6 % im Vergleich zum Vorjahr, was stärker ist als der von Ökonomen geschätzte Rückgang von 2,3 %.

Die Preise für neue Eigenheime fielen im November weiter. In Tier-1-Städten wie Peking, Guangzhou und Shenzhen sanken die Preise um 1,2 %, während die Preise für Wiederverkaufsimmobilien im Jahresvergleich um 5,8 % zurückgingen. Die fünfjährige LPR, die für Hypotheken entscheidend ist, wurde zuletzt im Mai um 10 Basispunkte gesenkt.

Ausblick und politische Maßnahmen

Trotz der Herausforderungen hat die Zentralbank einen vorsichtigen Ansatz gewählt und setzt auf gezielte politische Instrumente anstelle umfassender Zinssenkungen. Das chinesische Finanzministerium plant für das kommende Jahr die Ausgabe von ultralangen Sonderstaatsanleihen zur Finanzierung wichtiger Bau- und Infrastrukturprojekte.

Politische Entscheidungsträger haben zugesagt, die Umsetzung von "Sondermaßnahmen zur Ankurbelung des Konsums" energisch zu unterstützen. Das Politbüro kündigte zudem eine "angemessen lockere" Geldpolitik für das nächste Jahr an, die erste Lockerung dieser Art seit 2011, begleitet von einer proaktiveren Fiskalpolitik.

Experten wie Tommy Xie, Leiter der Greater China Research bei OCBC Bank, erwarten für 2025 eine Senkung der einjährigen LPR um 40 Basispunkte und eine weitere Reduzierung des Mindestreservesatzes (RRR) um 100 Basispunkte, um die Wirtschaft mit erheblicher Liquidität zu versorgen. Der durchschnittliche RRR liegt derzeit bei 6,6 %.

Marktstimmung und Währung

Ein vorläufiges Handelsabkommen mit Washington, das die Aussetzung prohibitiver Zölle auf chinesische Exporte vorsieht, könnte die Lieferungen in die USA ankurbeln und China helfen, sein Wirtschaftswachstumsziel von "rund 5 %" für 2025 zu erreichen.

Der CSI 300 Index auf dem chinesischen Festland stieg am Montag um 0,43 %. Der Onshore-Yuan notierte unverändert bei 7,04 gegenüber dem Dollar, während der Offshore-Yuan leicht auf 7,03 gegenüber dem Greenback nachgab. Die PBOC hat Finanzinstitute zudem aufgefordert, sich vor Zinsrisiken im Anleihehandel zu schützen, da die Renditen zuletzt stark gefallen sind.