
Citi setzt auf 4.000 interne KI-Helfer und strafft die Belegschaft
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Die Citigroup hat stillschweigend eine interne KI-Belegschaft von 4.000 Mitarbeitern aufgebaut, die als freiwillige Helfer die Einführung und Nutzung von Künstlicher Intelligenz im gesamten Unternehmen vorantreiben. Diese Initiative ist Teil einer umfassenderen Transformation, die von CEO Jane Fraser angeführt wird und auf eine ergebnisorientierte Kultur sowie eine signifikante Umgestaltung der Arbeitsweise durch Automatisierung und KI abzielt.
Citi's KI-Strategie: Interne Champions und Accelerators
Im Frühjahr 2024 startete Citi das "AI Champions and Accelerators"-Programm, das inzwischen rund 4.000 freiwillige KI-Helfer umfasst. Diese Mitarbeiter sind nicht Teil eines spezialisierten Tech-Teams, sondern Kollegen aus verschiedenen Geschäftsbereichen. Die "Accelerators" unterstützen ihre Kollegen dabei, KI-Tools zu verstehen und zu nutzen, während die etwa 25 bis 30 "Champions" die Accelerators in ihren jeweiligen Geschäftsbereichen leiten. Carey Ryan, eine der Initiativführerinnen und Stabschefin der Technologieorganisation, betont, dass ein kleines zentrales Team diese Reichweite niemals erzielen könnte.
Das Peer-to-Peer-Modell: Erfolgsfaktoren und Reichweite
Der Peer-to-Peer-Ansatz ist ein Kernstück des Programms. Josh Goldsmith, AI Champion für die interne Revision und Leiter für digitale Lösungen und Innovation, hebt hervor, dass die "Entmystifizierung von KI" zu den größten Erfolgen zählt. Er erklärt, dass es einen Unterschied macht, wenn Kollegen die Nutzung von Tools demonstrieren, anstatt dass Technologen diese vorantreiben. Citi's KI-Tools sind in 84 Ländern für 182.000 Mitarbeiter verfügbar, mit einer Adoptionsrate von über 70% für firmeneigene Tools, wie CEO Jane Fraser berichtete.
Die Accelerators treffen sich zweimal monatlich zu Demos, Schulungen und zum Austausch über ihre Arbeit. Josh Goldsmith widmet dem Programm zusätzlich zu seiner regulären Tätigkeit drei bis fünf Stunden pro Woche. Die Teilnehmer können auch an Schulungen zu Themen wie "Agentic AI" teilnehmen und "AI Badges" erwerben. Die Accelerators dienen zudem als wichtige Feedback-Kanäle, indem sie Informationen über Herausforderungen und Bedürfnisse aus ihren Geschäftsbereichen zurück an die Programmleitung spielen, was zur Feinabstimmung der KI-Tools beiträgt.
CEO Jane Fraser: Hohe Erwartungen und Transformation
CEO Jane Fraser hat hohe Erwartungen an die gesamte Belegschaft. In einem Memo vom Januar 2026 forderte sie eine "diszipliniertere, selbstbewusstere" Belegschaft und betonte, dass KI die Arbeitsweise "neu gestalten" werde. Sie hob hervor: "Wir werden nicht nach Anstrengung bewertet. Wir werden nach unseren Ergebnissen beurteilt." Diese Botschaft ist Teil eines umfassenden "Transformations"-Programms, das darauf abzielt, veraltete Technologien zu modernisieren und komplexe Geschäftsabläufe zu vereinfachen.
KI und Personalabbau: Eine symbiotische Entwicklung?
Die Einführung von KI und Automatisierung bei Citi geht Hand in Hand mit einer umfassenden Umstrukturierung und einem geplanten Personalabbau. Citi plant, bis Ende 2026 bis zu 20.000 Stellen abzubauen, was etwa einem Fünftel der Belegschaft entspricht. Dies soll zu Kosteneinsparungen von rund 2,5 Milliarden US-Dollar führen. Jane Fraser signalisierte, dass die Technologie die Arbeitsweise weiterhin umgestalten wird, wobei einige Rollen sich ändern, neue entstehen und andere nicht mehr benötigt werden.
Der scheidende Finanzchef Mark Mason verband den Personalabbau direkt mit Technologieinvestitionen und erklärte, dass die Mitarbeiterzahl im Zuge der Transformation und der Verbesserung der Produktivität durch Tools wie KI weiter sinken werde. Trotz des Fokus auf eine schlankere Organisation verzeichnete Citi im Jahr 2025 einen Umsatz von rund 85 Milliarden US-Dollar, ein Anstieg von etwa 6% gegenüber dem Vorjahr, mit zweistelligen Zuwächsen bei Investmentbanking- und Beratungsgebühren.
Globale Ausrollung und zukünftige Ausrichtung
Die Einführung von Citi AI, einer speziell entwickelten Plattform, die auf einem "human-led AI approach" basiert, wird weltweit vorangetrieben. Citibank Korea hat die Plattform vollständig implementiert und veranstaltete "Citi AI Days", bei denen Mitarbeiter praktische Anwendungsbeispiele teilten. Die Plattform soll die berufliche Expertise und Entscheidungsfindung der Mitarbeiter unterstützen, repetitive Aufgaben wie Datenanalyse und Dokumentenerstellung reduzieren und es den Mitarbeitern ermöglichen, sich auf höherwertige Aktivitäten zu konzentrieren. Citi plant, KI systematisch in den Kundensupport, die Talententwicklung und die gesamten Geschäftsabläufe zu integrieren. David Griffiths, Chief Technology Officer von Citi, betonte, dass die Integration von "Agentic AI" in "Stylus Workspaces" ein entscheidender Moment sei, um die Mitarbeiter mit modernsten Tools auszustatten.