ClearyX: Cleary Gottlieb verkauft KI-Software für eigene Rechtsarbeit

ClearyX: Cleary Gottlieb verkauft KI-Software für eigene Rechtsarbeit

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Die Wall Street Anwaltskanzlei Cleary Gottlieb betritt mit ihrer Tochtergesellschaft ClearyX den Softwaremarkt und bietet Tools an, die Mandanten befähigen, mehr Rechtsarbeit selbst zu erledigen. Dies ist eine strategische Reaktion auf die wachsende Sorge, dass Künstliche Intelligenz (KI) die traditionellen Abrechnungsmodelle von Anwaltskanzleien untergraben könnte. ClearyX setzt darauf, dass Mandanten zunehmend eigene Rechtsdienstleistungen erbringen werden, wodurch weniger Arbeit an externe Berater vergeben wird.

Strategische Neuausrichtung im Rechtsmarkt

Seit Jahren befürchten Anwaltskanzleien, dass Künstliche Intelligenz (KI) die Arbeit von Juristen beschleunigen und die abrechenbaren Stunden reduzieren wird. ClearyX, eine Tochtergesellschaft von Cleary Gottlieb, die routinemäßige Rechtsarbeit zu geringeren Kosten anbietet, sieht eine noch größere Bedrohung: Mandanten könnten durch KI-Tools mehr Rechtsarbeit selbst erledigen und somit weniger an externe Kanzleien vergeben. Für Cleary Gottlieb ist dies eine kalkulierte Wette. Wenn bestimmte Rechtsarbeiten günstiger und einfacher zu automatisieren sind, zieht es die Kanzlei vor, die Software zu verkaufen, die diesen Wandel ermöglicht, anstatt das Geschäft ganz zu verlieren.

ClearyX: Eine Antwort auf veränderte Kundenbedürfnisse

ClearyX wurde 2022 gegründet, um Aufgaben wie Due Diligence und Vertragsprüfung zu übernehmen – Arbeiten, für die Mandanten keine "Big Law"-Tarife mehr zahlen möchten. CEO Carla Swansburg erklärte in einem Interview: "Die ganze Entstehung war, dass wir dem zuvorkommen wollten. Lasst uns das Ding bauen, das wahrscheinlich mit uns konkurrieren wird." Das Unternehmen arbeitet mit Firmen aus verschiedenen Sektoren zusammen, darunter Konsumgüter, Gesundheit und Wellness sowie Private Equity.

Nachdem Mandanten jahrelang den Wunsch äußerten, dass die Technologie mehr leisten könnte, stellte ClearyX fest, dass die bestehenden Tools nicht ausreichten. Viele interne Rechtsteams testeten zwar KI-Tools wie Claude oder Copilot, doch der Weg von einem Rohmodell zu einer nützlichen Anwendung für Rechtsarbeit erforderte noch erheblichen Aufwand. Zudem konnten sich viele budgetbeschränkte In-house-Teams die spezialisierten Legal Copilots auf dem Markt nicht leisten. Der Aufstieg von Large Language Models (LLMs) ermöglichte es ClearyX schließlich, die von den Mandanten gewünschte Software zu entwickeln.

Innovative Softwarelösungen für die Rechtsbranche

ClearyX hat Software für die Unternehmens-Due-Diligence und Vertragsanalyse entwickelt, die zu ihren Kerndienstleistungen gehören. Mandanten können die Software eigenständig lizenzieren oder sie nutzen, wenn sie ClearyX für einen Deal beauftragen. Cleary Gottlieb veranstaltete im letzten Monat ein Event, das sich darauf konzentrierte, wie Dealmaker Transaktionen im Zeitalter der KI verwalten und ausführen.

Zwei Hauptprodukte stehen im Fokus:

  • CX+Transact: Dieses Produkt ist für die Überprüfung von Deals konzipiert. Es ermöglicht internen Teams, Aufgaben an Prüfer zu vergeben, den Fortschritt zu verfolgen, Schlüsselrisiken zu kennzeichnen und die Ergebnisse in einem Bericht zu exportieren.
  • CX+Insights: Entwickelt für Rechts- und Geschäftsteams, die ihre Verträge durchsuchen und deren Inhalte besser verstehen möchten. Die Software stellt die Ergebnisse anschließend in Dashboards und Grafiken dar.

Transparente Preisgestaltung und Wettbewerbsumfeld

ClearyX zeigt sich ungewöhnlich transparent bei der Preisgestaltung, was in einem Markt, in dem solche Informationen oft streng gehütet werden, bemerkenswert ist. Während Anwälte, die die Kosten von Tools wie Harvey oder Legora suchen, oft Schätzungen auf Reddit austauschen, übermittelte Swansburg Business Insider ein vollständiges Preisblatt.

Die Preismodelle gestalten sich wie folgt:

  • CX+Transact: Kostenlos für Mandanten, die ClearyX für Due-Diligence-Dienstleistungen beauftragen. Die Stand-alone-Preise beginnen bei etwa 12.000 US-Dollar pro Projekt oder 30.000 US-Dollar pro Jahr.
  • CX+Insights: Für den breiteren Einsatz in einem Unternehmen konzipiert, wird voraussichtlich bei etwa 50.000 US-Dollar jährlich für Dutzende von Nutzern beginnen. Die Preisgestaltung wird noch finalisiert.

Es bleibt die offene Frage, ob die Rechtsbranche tatsächlich einen weiteren Softwareanbieter benötigt. Im Gegensatz zu Harvey oder Legora, die breitere Plattformen für Anwaltskanzleien und Rechtsteams anbieten, zielt ClearyX auf engere Arbeitsabläufe wie Due Diligence und Vertragsprüfung ab. Dies ist bereits ein überfüllter Marktbereich. Erst letzte Woche erhöhte Anthropic den Druck durch die Veröffentlichung von Claude für Word, einem Tool für Microsoft Word, dem Standardarbeitsbereich vieler Juristen.

Die Zukunft der Rechtsberatung

Mit dem Vorstoß von ClearyX in das Softwaregeschäft testet Cleary Gottlieb nicht nur die Nachfrage nach einem weiteren Tool. Die Kanzlei versucht vielmehr, für Mandanten relevant zu bleiben, die sich weniger auf traditionelle Anwaltskanzleien verlassen wollen. Dieser Schritt unterstreicht eine tiefgreifende Transformation in der Rechtsbranche, angetrieben durch die Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz und den Wunsch der Mandanten nach Effizienz und Kostenkontrolle.

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