Clipping: Marken im Visier der FTC – Offenlegungspflicht bei Kurzvideos

Clipping: Marken im Visier der FTC – Offenlegungspflicht bei Kurzvideos

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Das sogenannte "Clipping", bei dem längere Videoinhalte wie Podcasts oder Livestreams in kurze Social-Media-Snippets umgewandelt werden, hat sich zu einem beliebten Marketinginstrument entwickelt. Doch während diese Praxis für die Creator Economy und die Musikindustrie florierte, sehen sich Marken nun mit potenziellen rechtlichen Risiken konfrontiert, insbesondere im Hinblick auf die Offenlegungspflicht von Werbung.

Was ist Clipping und warum ist es so beliebt?

Clipping bezeichnet den Prozess, bei dem ausgedehnte Videoformate in prägnante Kurzvideos geschnitten und auf Plattformen wie TikTok, Instagram Reels oder YouTube Shorts verbreitet werden. Diese Methode ermöglicht es, Inhalte schnell viral gehen zu lassen und eine breite Zielgruppe zu erreichen. Die Musikindustrie nutzt dies bereits, um Konzerte, Interviews oder Musikvideos zu promoten. Auch in der Creator Economy ist Clipping zu einer eigenen Branche herangewachsen, in der "Clipper" Hunderte bis Tausende Dollar pro Kampagne verdienen, indem sie Podcaster und Livestreamer bewerben.

Rechtliche Grauzone für Marken bei der Offenlegungspflicht

Obwohl virale Podcast-Clips bisher kaum die Federal Trade Commission (FTC) auf den Plan gerufen haben, sehen Rechtsexperten für Marken ein höheres Risiko. Amanda Schreyer, eine Anwältin, die eng mit Marken zusammenarbeitet, betont, dass die Förderung von Medien oder "expressiven Werken" sich grundlegend von der Förderung "kommerzieller Botschaften" unterscheidet, die letztendlich auf den Verkauf eines Produkts abzielen. Einige Marken, darunter KI-Unternehmen, nutzen bereits Clipping-Kampagnen zur Bewerbung von Inhalten auf ihren Plattformen, während andere ihre Logos in Clips sehen oder Produkte bewerben möchten.

Die Rolle der FTC und zukünftige Maßnahmen

Die Regeln sind klar: Gekürzte Werbeanzeigen benötigen eine Offenlegung. Bislang hat die FTC jedoch noch nicht mit einem Durchgreifen gegen Regelverstöße begonnen. Philip Racusin, ein weiterer Anwalt, ist jedoch überzeugt, dass es nur eine Frage des "Wann und nicht des Ob" ist, bis die FTC die Offenlegungspflichten für Clipping durchsetzen wird. Er argumentiert: "Grundsätzlich, was ist es, wenn man einen Clip hochlädt? Es ist tatsächlich eine Werbung. Es ist eine Empfehlung."

Die FTC hat bereits vor fast einem Jahrzehnt begonnen, gegen undeklarierte Social-Media-Werbung vorzugehen. Seitdem sind Influencer, Marken und Social-Media-Plattformen daran gewöhnt, Hinweise wie #ad oder andere klare Kennzeichnungen für bezahlte Empfehlungen zu verwenden. Amanda Schreyer unterstreicht, dass jeder, der an einer bezahlten Clipping-Kampagne für eine Marke teilnimmt, die "Notwendigkeit hat, dies der Öffentlichkeit offenzulegen."

Marken setzen auf Clipping – und die Compliance

Trotz der potenziellen Risiken steigen immer mehr Marken in den Clipping-Trend ein. Es gibt eine wachsende Zahl von Clipping-Agenturen, an die sich Marken wenden, während andere ihre Kampagnen auf Plattformen wie Discord oder Whop selbst verwalten. Max Peterson, Mitbegründer der Clipping-Agentur Clip Tech, berichtet, dass Marken wie Sony, Fox und die NFL dieses Format nutzen. Seine Agentur verfügt über ein Netzwerk von 45.000 Clippern, die von Marken bis zu 5 US-Dollar pro 1.000 Aufrufe erhalten. Higgsfield AI bot beispielsweise kürzlich 100 US-Dollar pro 100.000 Aufrufe für eine Kampagne auf Clipping.net an.

Marken wie Higgsfield berücksichtigen bereits die FTC-Compliance. Matt Stratton, General Counsel von Higgsfield, erklärte: "Unsere Creator-Vereinbarungen verlangen von den Creatorn, die FTC-Influencer-Offenlegungsregeln und ähnliche plattformspezifische Regeln einzuhalten."

Proaktives Handeln ist gefragt

Robert Freund, ein Anwalt, der sich auf die Creator Economy und E-Commerce spezialisiert hat, weist auf das "potenzielle Risiko" hin, FTC-Richtlinien zu verletzen und eine Untersuchung durch die FTC zu provozieren. Er merkt jedoch an, dass die FTC bisher keine öffentlichen Anzeichen gegeben hat, dass sie sich um diese Form der Werbung kümmert – noch nicht. "Im Moment sind die Einsätze nicht so hoch", sagte Freund. "Es gab keine Durchsetzungsmaßnahmen dazu."

Dennoch raten die drei Anwälte, die mit Business Insider sprachen, jedem, der im Clipping-Geschäft tätig ist, die früheren Maßnahmen der FTC gegen irreführende Werbung ernst zu nehmen und proaktiv zu handeln. Freund fasst zusammen: "Dass die FTC bisher nichts unternommen hat, ist kein Hinweis darauf, dass sie es in Zukunft nicht tun wird." Marken sollten daher die Offenlegungspflichten genau beachten, um zukünftigen Problemen vorzubeugen.

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