CME strafft Risikokontrollen: Silberpreis-Rally fordert Anpassungen

CME strafft Risikokontrollen: Silberpreis-Rally fordert Anpassungen

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Die Chicago Mercantile Exchange (CME) hat ihre Risikokontrollen im Edelmetallmarkt verschärft. Am Dienstag, den 13. Januar, stellte die Börse die Margin-Anforderungen von festen Dollarbeträgen auf einen Prozentsatz des Vertragswertes um, da die Preise Rekordniveaus erreichten.

CME passt Margin-Regeln an

Das neue System der CME verknüpft die Margin-Anforderungen automatisch mit dem Metallpreis. Steigen die Preise, erhöht sich der Geldbetrag, den Händler hinterlegen müssen, um bestehende Positionen zu halten. Dies reduziert die effektive Hebelwirkung und zwingt Marktteilnehmer, mehr Sicherheiten zu stellen. Es handelt sich um einen selbstanpassenden Risikomechanismus, der mit schnelllebigen Märkten Schritt halten soll.

Im alten Rahmen berechnete die CME eine pauschale Margin pro Futures-Kontrakt und passte die Anforderungen nur in Zeiten extremer Marktstress an. Die Umstellung auf eine prozentuale Berechnung gilt für Gold, Silber, Platin und Palladium. Beispielsweise wurden die anfänglichen Margins für COMEX 100 Gold Futures auf 5% und für COMEX 5000 Silver und Platinum Futures NYMEX auf 9% festgelegt. Palladium Futures NYMEX liegen bei 11%.

Der unaufhaltsame Silber-Rally

Der Hauptgrund für diese Anpassung ist der Silberpreis. In den ersten vierzehn Tagen des Jahres 2026 stieg der Spot-Silberpreis um mehr als 24% und überschritt die Marke von 90 US-Dollar pro Unze. Dies baut auf einem bereits beeindruckenden Anstieg von 148% im Jahr 2025 auf.

Auch andere Edelmetalle verzeichneten starke Zuwächse: Gold stieg 2025 um fast 65% und überschritt am Montag die Marke von 4.600 US-Dollar pro Unze. Silber- und Platinpreise haben sich im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt, während Palladium 2025 um 76% zulegte.

Fundamentale Treiber des Preisanstiegs

Geopolitische Spannungen und schrumpfende Lagerbestände führten zu frischen Kapitalzuflüssen in Edelmetalle. Gleichzeitig verstärkten die jüngsten Daten zur geringen Inflation die Erwartungen an Zinssenkungen der US-Notenbank.

Ein fundamentaler Treiber ist die Kombination aus einem anhaltenden strukturellen Defizit und einer ungewöhnlich unelastischen Angebotsseite. Etwa 70% bis 80% der weltweiten Silberproduktion fallen als Nebenprodukt beim Abbau anderer Metalle wie Kupfer, Blei, Zink und Gold an. Dies begrenzt die Fähigkeit des Angebots, schnell auf höhere Preise zu reagieren.

Das Beratungsunternehmen BMI erwartet, dass das globale Defizit im gesamten Jahr 2026 anhalten wird. Dies wird hauptsächlich durch eine höhere Investitionsnachfrage und eine eingeschränkte physische Verfügbarkeit angetrieben. BMI stellte fest, dass "als nicht-rentierliche Vermögenswerte sowohl Silber als auch Platin von Zinssenkungen profitiert haben; sie haben aber auch indirekt vom erhöhten Goldpreis profitiert, der beide Metalle im Verhältnis zu Gold billig gemacht hat", so Mining.com.

Zusätzlich verschärften Pekings Exportbeschränkungen für physisches Silber seit dem 1. Januar die Lagerbestände in London und Zürich weiter, was die Leihsätze kurzzeitig über 8% trieb.

Historische Perspektive und physische Knappheit

Die langfristige Preisentwicklung von Silber bietet zusätzliche Perspektiven. Würde man den Höchststand von 50 US-Dollar pro Unze aus dem Jahr 1980 inflationsbereinigt anpassen, würde das Metall heute mindestens bei 150 US-Dollar pro Unze gehandelt. Diese Zahl zeigt, dass die Preise trotz einer hervorragenden Rally in nominalen Begriffen immer noch weit unter den realen Rekordpreisen liegen.

Diese Spannung zwischen Papierpreisen und physischer Verfügbarkeit ist bereits sichtbar. Während Spot-Silber am Mittwochmorgen erstmals die 90-US-Dollar-Marke durchbrach, verkaufen Bullionhändler in Zentren wie Dubai physische Münzen Berichten zufolge für nicht weniger als 120 US-Dollar pro Unze. Eine solche Diskrepanz unterstreicht die Echtzeit-Preisfindung in einem Markt mit zunehmend dominanten Angebotsengpässen.

Blick auf den Markt: ETFs

Anleger, die am Silbermarkt partizipieren möchten, beobachten auch entsprechende ETFs. Der Sprott Silver Miners & Physical Silver ETF (NASDAQ:SLVR) verzeichnete im laufenden Jahr bereits einen Anstieg von 11,47%.