
Coinbase erhält bedingte OCC-Zulassung als nationale Treuhandgesellschaft
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Coinbase Global Inc. (NASDAQ:COIN) hat am Donnerstag, dem 2. April, eine bedingte Genehmigung vom Office of the Comptroller of the Currency (OCC) erhalten, um eine föderal gecharterte nationale Treuhandgesellschaft zu gründen. Dieser Schritt markiert einen bedeutenden Meilenstein für das Unternehmen im Bestreben nach regulatorischer Klarheit und bringt die Infrastruktur von Krypto unter Bundesaufsicht, ohne dass Coinbase zu einer traditionellen Geschäftsbank wird.
Coinbase erhält bedingte OCC-Zulassung
Die Genehmigung betrifft die Gründung der Coinbase National Trust Company, einer neuen, nicht versicherten nationalen Treuhandgesellschaft mit Hauptsitz in New York. Diese wird als föderal regulierter Verwahrer digitaler Vermögenswerte agieren, sobald alle Vorabbedingungen der OCC erfüllt und die endgültige Genehmigung erteilt wurden. Paul Grewal, Chief Legal Officer von Coinbase, bestätigte, dass die bedingte Genehmigung der Beginn eines regulatorischen Prozesses ist, nicht dessen Ende.
Coinbase betonte, dass es sich nicht in eine „Geschäftsbank“ verwandelt. Das Unternehmen wird keine Einlagen von Privatkunden annehmen oder am Fractional-Reserve-Banking teilnehmen. CEO Brian Armstrong bekräftigte, dass es darum geht, die „Infrastruktur von Krypto“ unter föderale Aufsicht zu stellen, nicht darum, „eine Bank zu werden“.
Was die Zulassung bedeutet – und was nicht
Diese Charta zielt darauf ab, eine bundesweite regulatorische Einheitlichkeit für das seit Jahren aufgebaute Verwahrungs- und Marktinfrastrukturgeschäft zu schaffen. Greg Tusar, Co-CEO von Coinbase Institutional, erklärte, dass die OCC-Charta genau für diesen Zweck konzipiert wurde: eine klare Aufsicht über verwahrte Vermögenswerte zu gewährleisten.
Die nationale Treuhandbank-Charta gibt Coinbase einen einzigen Bundesregulator – die OCC – anstelle des bisherigen Flickenteppichs von staatlichen Geldtransferlizenzen. Sie ermöglicht es dem Unternehmen, Verwahrungs-, Aufbewahrungs- und damit verbundene Dienstleistungen für digitale Vermögenswerte in treuhänderischer Funktion als qualifizierter Verwahrer gemäß den SEC-Vorschriften anzubieten. Die Zulassung erlaubt jedoch weder die Annahme von Einlagen noch die Kreditvergabe und löst auch nicht die Frage der Stablecoin-Renditen.
Der breitere Kontext der Krypto-Regulierung
Coinbase reiht sich damit in eine wachsende Zahl von Kryptowährungsunternehmen ein, die Bankcharter beantragen, um ihre Operationen zu unterstützen. Zuvor hatten bereits Firmen wie Circle, Ripple, Paxos, Stripe-owned Bridge und Crypto.com entsprechende Genehmigungen erhalten. Coinbase hatte seinen Antrag für eine nationale Treuhandcharta ursprünglich am 3. Oktober eingereicht.
Bankenverbände haben Bedenken geäußert, dass die Erteilung von Chartern an Krypto-Firmen das Risiko erhöhen könnte. Demgegenüber hat Comptroller Gould auf eine „Diversität“ im Finanzsektor gedrängt. Michele Alt, Partnerin der Klaros Group, kommentierte, dass die bedingten Genehmigungen die führende Rolle der OCC bei der Definition widerspiegeln, wie Krypto-Aktivitäten innerhalb des traditionellen Bankregulierungssystems funktionieren werden.
Nick Puckrin, Mitbegründer von Coin Bureau, sieht in der bedingten Genehmigung ein weiteres Zeichen für die Konvergenz des Krypto-Systems und des traditionellen Finanzsystems. Für Coinbase eröffne dies den Zugang zu institutionellem Geld, wo derzeit das größte Interesse an digitalen Vermögenswerten bestehe. Coinbase wird weiterhin unter der Aufsicht des New York Department of Financial Services (NYDFS) operieren und besitzt seit 2015 eine NYDFS Bitlicense.
Die Stablecoin-Debatte und der CLARITY Act
Unabhängig von der OCC-Zulassung bleibt die Frage der Stablecoin-Renditen, die im Mittelpunkt des CLARITY Acts steht, ungelöst. Coinbase hatte im Januar seine Unterstützung für den Gesetzentwurf zur Marktstruktur für Kryptowährungen zurückgezogen, da eine Regelung das Zahlen von Belohnungen auf ungenutzte Stablecoin-Guthaben verbieten würde. Stablecoin-bezogene Einnahmen machten im dritten Quartal 2025 etwa 20 % des Gesamtumsatzes von Coinbase aus.
Paul Grewal äußerte sich optimistisch, dass die politische Blockade im Kongress nachlassen und den Weg für Fortschritte beim Gesetzentwurf ebnen könnte. Senatoren Thom Tillis und Angela Alsobrooks erzielten am 20. März eine grundsätzliche Einigung über einen überarbeiteten Rendite-Rahmen. Nach einer Überprüfung des neuen Textes durch Krypto-Branchenführer am 23. März kommunizierte Coinbase jedoch Bedenken an die Senatsmitarbeiter. CEO Armstrong hat sich bisher nicht öffentlich zu diesem überarbeiteten Text geäußert.
Kursentwicklung der Coinbase-Aktie
Nach Bekanntgabe der bedingten Zulassung stiegen die Aktien von Coinbase im nachbörslichen Handel um 2,22 %, nachdem sie im regulären Handel am Donnerstag um 0,88 % niedriger bei 171,46 USD geschlossen hatten. Laut Benzinga's Edge Stock Rankings hinkte die COIN-Aktie in der kurz-, mittel- und langfristigen Kursentwicklung hinterher.