
Coinbase verlagert New Yorker Klage um Vorhersagemärkte vor Bundesgericht
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Coinbase Global (Nasdaq: COIN), die größte Kryptohandelsplattform in den Vereinigten Staaten, hat den Rechtsstreit um ihre Vorhersagemärkte in New York vor ein Bundesgericht verlegt. Dieser Schritt markiert eine Eskalation im Kampf um die regulatorische Zuständigkeit für diese aufkommenden Finanzprodukte. Die Entscheidung könnte weitreichende Folgen für die gesamte Kryptoindustrie haben.
Der Rechtsstreit in New York
Am 21. April 2026 reichte die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James Klage gegen Coinbase Financial Markets und Gemini Titan ein. Sie wirft den Unternehmen vor, durch ihre Vorhersagemärkte illegale Glücksspieloperationen zu betreiben. Diese Märkte, die nach den US-Präsidentschaftswahlen 2024 an Popularität gewonnen haben, stehen unter intensiver rechtlicher Prüfung wegen angeblichen Glücksspiels und Insiderhandels.
Laut James setzen diese illegalen Operationen New Yorker, einschließlich Personen unter dem gesetzlichen Glücksspielalter von 21 Jahren, ernsthaften Risiken aus. Die Klage fordert Strafen, die Einziehung angeblich illegaler Gewinne und Entschädigungen. Zudem soll den Plattformen untersagt werden, ähnliche Vorhersagemärkte in New York ohne Einhaltung der staatlichen Gesetze anzubieten. Die Generalstaatsanwältin betonte, dass weder Coinbase noch Gemini eine Lizenz der staatlichen Glücksspielkommission besitzen und somit ihre Verpflichtung zur Steuerzahlung umgehen.
Coinbase's Verteidigung und der Gang vor Bundesgericht
Paul Grewal, Chief Legal Officer von Coinbase, gab am 22. April 2026 auf X bekannt, dass das Unternehmen die Klage vom Landesgericht an ein Bundesgericht übertragen hat. Er begründete diesen Schritt damit, dass die Ansprüche New Yorks "umstrittene und wesentliche Fragen des Bundesrechts" aufwerfen und der "vollständigen Präemption" unterliegen.
Der Kern des Konflikts ist die Frage, wer die Vorhersagemärkte reguliert: staatliche Glücksspielgesetze oder die Commodity Futures Trading Commission (CFTC). Grewal hatte zuvor erklärt, dass Coinbase weiterhin für die bundesweite Aufsicht über Vorhersagemärkte kämpfen werde, wie es vom Kongress beabsichtigt sei. Er betonte, dass Vorhersagemärkte "national verfügbare Börsen sind, die von der CFTC beaufsichtigt werden". Coinbase hatte seinen Vorhersagemarktdienst im Januar 2026 in allen 50 US-Bundesstaaten, einschließlich New York, eingeführt.
Die Rolle der CFTC und bundesweite Implikationen
Die CFTC vertritt die Auffassung, dass sie die exklusive Zuständigkeit für Vorhersagemärkte besitzt, die als designierte Vertragsmärkte registriert sind, wie beispielsweise Polymarket und Kalshi. Diese Position steht im Widerspruch zu den Bemühungen der Bundesstaaten, ihre Glücksspielgesetze anzuwenden.
- Am 2. April 2026 reichte die CFTC drei separate Klagen gegen die Glücksspielregulierungsbehörden von Illinois, Connecticut und Arizona ein. Sie argumentierte, dass diese Staaten ihre Glücksspielgesetze und Lizenzanforderungen nicht auf Event-Kontrakte anwenden könnten, die auf CFTC-regulierten Plattformen gelistet sind.
- Am 8. April 2026 forderten die CFTC und das US-Justizministerium (DoJ) ein Bundesgericht auf, Arizona daran zu hindern, staatliches Glücksspielrecht gegen die Event-Kontrakte von Kalshi durchzusetzen.
Insgesamt verfolgen derzeit 11 Bundesstaaten rechtliche Schritte gegen Vorhersagemarkt-Plattformen, um die Kontrolle über die Bundesregulierungsbehörden zu erlangen. Dieser Rechtsstreit könnte somit die Grenzen der Regulierung von digitalen Finanzprodukten in den USA neu definieren.
Marktperspektiven und Coinbase-Aktie
Investoren blicken gespannt auf die bevorstehenden Ergebnisse des ersten Quartals 2026 von Coinbase, die am 7. Mai veröffentlicht werden sollen. Während die aktuellen Ergebnisse aufgrund des anhaltenden Krypto-Crashs als "rückwärtsgewandt" betrachtet werden, liegt das Hauptaugenmerk auf den "zukunftsgerichteten" Kommentaren des Managements, insbesondere im Hinblick auf die Strategie für Vorhersagemärkte inmitten des regulatorischen Dramas.
Das Investmentunternehmen Cantor Fitzgerald hat das Kursziel für die Coinbase-Aktie von 221 US-Dollar auf 250 US-Dollar angehoben und die "Overweight"-Einstufung beibehalten. Zum Redaktionsschluss notierte die COIN-Aktie 5 % höher bei 206,71 US-Dollar.