
Costco glänzt im Weihnachtsgeschäft: Rekordumsätze und Mitgliederwachstum
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Costco hat ein rekordverdächtiges Weihnachtsgeschäft hinter sich und präsentiert beeindruckende Finanzzahlen für das erste Quartal des Fiskaljahres 2026. Der Großhändler verzeichnete ein starkes Umsatzwachstum, einen deutlichen Zuwachs bei den Mitgliedschaften und eine florierende digitale Präsenz, während er gleichzeitig eine rechtliche Auseinandersetzung um US-Zölle führt.
Rekord-Weihnachtsgeschäft und Umsatzwachstum
Costco erzielte im ersten Quartal des Fiskaljahres 2026, das am 23. November 2025 endete, einen Netto-Umsatz von 65,98 Milliarden US-Dollar. Dies entspricht einem Anstieg von 8,2 Prozent gegenüber den 60,99 Milliarden US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Die US-Filialen trugen mit einem vergleichbaren Umsatzwachstum von 5,9 Prozent maßgeblich dazu bei, angetrieben durch einen Anstieg des Kundenverkehrs um 2,6 Prozent und eine Erhöhung der Transaktionsgröße um 3,2 Prozent.
CFO Gary Millerchip bestätigte, dass die Weihnachtszeit für die US-Lagerhäuser von Costco rekordverdächtig war. Ein Beispiel hierfür ist der Verkauf von 358.000 ganzen Pizzen an Halloween und über 4,5 Millionen Pizzen in den drei Tagen vor Thanksgiving, was über 7.000 Pizzen pro Lagerhaus in diesem Zeitraum entspricht. Die Gesamt-Vergleichsumsätze für das Quartal stiegen um 6,4 Prozent, mit Zuwächsen von 6,5 Prozent in Kanada und 8,8 Prozent in anderen internationalen Märkten.
Starke Mitgliederbasis und globale Expansion
Die Mitgliederbasis von Costco wuchs im Quartal um mehr als 5 Prozent und erreichte fast 146 Millionen Karteninhaber weltweit. Das Unternehmen betreibt mittlerweile 923 Lagerhäuser, davon 633 in den USA. CEO Ron Vachris betonte, dass der Erfolg der neuen Lagerhauseröffnungen es Costco ermöglicht hat, die Umsätze deutlich über den vergleichbaren Umsätzen zu steigern und signifikante Marktanteile zu gewinnen.
Die im letzten Fiskaljahr eröffneten Lagerhäuser generieren laut Vachris annualisierte Umsätze von über 190 Millionen US-Dollar pro Lagerhaus, verglichen mit 150 Millionen US-Dollar vor nur zwei Jahren. Das mitgliedschaftsbasierte Modell von Costco, das auch durch die Eigenmarke Kirkland Signature gestärkt wird, dient als strategischer Vorteil in einem inflationsgeprägten Umfeld. Kirkland Signature macht 25 Prozent des Umsatzes aus und hilft, die Auswirkungen von Zöllen und Lieferkettenstörungen abzufedern.
E-Commerce-Boom und operative Stärke
Der digitale Handel spielt eine immer größere Rolle für Costco. Die digital ermöglichten Umsätze stiegen im November um 16,6 Prozent und im gesamten Quartal um 20,5 Prozent. Diese Entwicklung unterstreicht die erfolgreiche Anpassung des Unternehmens an veränderte Konsumgewohnheiten und seine Investitionen in Logistik und digitale Plattformen.
Operativ zeigte sich eine anhaltende Stärke im Kundenverkehr, der in den USA und im gesamten Unternehmen um etwa 3 bis 4 Prozent zunahm. Das Wachstum der Transaktionsgröße lag bei rund 2,5 Prozent, exklusive Gas und Wechselkurseffekte. Die Kategorien Fresh und Food & Sundries verzeichneten solide Zuwächse, während die Non-Foods-Sparte positiv blieb und die Nebengeschäfte wie Apotheken, Optik und Food Court sich verbesserten.
Analystenbewertung und Ausblick
Trotz der insgesamt positiven Entwicklung gab es im November eine leichte Abweichung bei den US-Kern-Vergleichsumsätzen, die mit +5,8 Prozent unter den Erwartungen von +6,8 Prozent lagen. JPMorgan senkte daraufhin sein Kursziel für Costco von 1.050 auf 1.025 US-Dollar, behielt aber die "Overweight"-Einstufung bei. Analyst Christopher Horvers von JPMorgan argumentiert, dass der breitere Trend seit Mai stabil aussieht, wenn Kalender- und Berichtsverschiebungen bereinigt werden.
Die Zacks Consensus Estimate prognostiziert für das aktuelle Fiskaljahr ein Umsatzwachstum von 10,3 Prozent und ein Gewinnwachstum pro Aktie von 11,1 Prozent. Aus Bewertungssicht liegt das Forward-12-Monats-Kurs-Gewinn-Verhältnis von Costco bei 43,72, was über dem Branchendurchschnitt von 30,16 liegt.
Rechtliche Auseinandersetzung um Zölle
In einer weiteren wichtigen Entwicklung hat Costco eine Klage gegen die US-Regierung eingereicht. Das Unternehmen fordert die Rückerstattung aller Zölle, die unter der Executive Order von Präsident Donald Trump gezahlt wurden. Die Klage wurde beim US Court of International Trade eingereicht, da Costco die Zölle als unrechtmäßig erachtet und potenzielle Rückforderungen schützen möchte, da die Erstattungsfähigkeit nicht automatisch gegeben ist.