
Costco wegen Zollrückerstattungen verklagt: Wer profitiert von den Rückzahlungen?
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Der Einzelhandelsriese Costco sieht sich einer vorgeschlagenen landesweiten Sammelklage gegenüber. Kunden fordern Rückerstattungen für höhere Preise, die aufgrund von Zöllen der Trump-Regierung erhoben wurden, welche später vom Obersten Gerichtshof als verfassungswidrig eingestuft wurden. Diese Entwicklung wirft die Frage auf, wer letztendlich von den potenziellen Rückzahlungen profitieren wird.
Sammelklage gegen Costco eingereicht
Die Klage wurde am Mittwoch von einem Costco-Kunden, Matthew Stockov aus Illinois, bei einem Bundesgericht eingereicht. Sie zielt darauf ab, eine Erklärung zu erwirken, dass das Unternehmen jegliche Rückerstattungen an Kunden zurückgeben muss, die es für Zölle erhält, die Costco gemäß dem International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) gezahlt hat. Die Klage will verhindern, dass Costco, der drittgrößte Einzelhändler der Welt, eine "Doppelvergütung" erhält.
Costco hat bisher keine Zusage gemacht, einen Teil der erwarteten Zollrückerstattungen an die Verbraucher zurückzugeben, die diese Kosten getragen haben. Das Unternehmen hat lediglich einen "möglichen zukünftigen Nutzen für eine unbestimmte Gruppe zukünftiger Käufer" in Aussicht gestellt. Matthew Stockov gibt an, höhere Preise für zollpflichtige Artikel wie Elektronik, Kleingeräte, Haushaltswaren, Lebensmittel sowie Gesundheits- und Hygieneprodukte gezahlt zu haben.
Hintergrund: Die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs
Die Klage folgt auf eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs vom 20. Februar. Dieser hatte geurteilt, dass Präsident Donald Trump seine Befugnisse bei der Verhängung von Zöllen gemäß dem IEEPA überschritten hatte, da das Gesetz dem Präsidenten keine Zollbefugnisse einräumt. Diese Entscheidung hat eine Welle von Klagen ausgelöst.
Costco gehört zu den über 2.000 Unternehmen, die Klagen beim U.S. Court of International Trade eingereicht haben, um die von ihnen für importierte Waren gezahlten Zölle zurückzufordern. Sollte das Unternehmen diese Gelder durch eine Rückerstattung erhalten, soll die aktuelle Sammelklage sicherstellen, dass diese Rückerstattungen an die Kunden weitergegeben werden, die aufgrund der Zölle höhere Preise zahlen mussten.
Costcos Position und die Kritik der Kläger
Ron Vachris, CEO von Costco, erklärte letzte Woche gegenüber Analysten, dass noch unklar sei, ob und wann Unternehmen Rückerstattungen für die zuvor gezahlten IEEPA-Zölle erhalten werden. Vachris deutete an, dass Costco, falls das Unternehmen die Gelder erhält, diese in niedrigere Preise und einen verbesserten Wert für die Käufer investieren will.
Die Kläger sehen dies kritisch. "Die Wertrückgabe 'durch niedrigere Preise' an eine unbestimmte Gruppe zukünftiger Käufer ist keine Wiedergutmachung", heißt es in der Klageschrift. "Es ist eine Verpflichtung, zukünftigen Käufern auf Kosten der früheren zu nützen." Die mehrschichtige Natur bestimmter Zölle und Costcos Bemühungen, diese zu mindern, erschweren laut Vachris die Nachverfolgung der Auswirkungen auf einzelne Artikel.
Vergleich mit FedEx: Unterschiedliche Ansätze
Auch FedEx, das ebenfalls Klage beim Court of International Trade eingereicht hat, um Zollrückerstattungen zu erhalten, sieht sich einer ähnlichen Sammelklage gegenüber. Diese wurde Ende Februar von Spediteuren eingereicht, die aufgrund der Zölle höhere Preise gezahlt hatten.
Vor der Einreichung der Sammelklage hatte FedEx in einer Erklärung mitgeteilt: "Sollten Rückerstattungen an FedEx erfolgen, werden wir diese an die Spediteure und Verbraucher auszahlen, die diese Gebühren ursprünglich getragen haben." Die Sammelklage gegen FedEx behauptet jedoch, dass dieses Versprechen rechtlich nicht durchsetzbar sei und fordert die Sicherstellung, dass Spediteure und Verbraucher die zusätzlichen Gelder erhalten.
Wirtschaftliche Auswirkungen und der Weg zu Rückerstattungen
Die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs hat den Fall an untergeordnete Gerichte zurückverwiesen. Es ist möglich, dass die Regierung dort eine Einigung mit den Gerichten über ein Format zur Bereitstellung von Rückerstattungen für Zollzahler erzielt. Tausende von Unternehmen haben bereits Klagen beim U.S. Court of International Trade eingereicht, um diese Gelder zurückzufordern.
Studien belegen, dass die Hauptlast der Zölle auf US-Unternehmen und Verbrauchern lag:
- Eine Studie der Federal Reserve Bank of New York ergab, dass US-Unternehmen und Verbraucher im November 2025 86 % der Zolllast trugen, während ausländische Exporteure 14 % trugen.
- Eine Analyse des überparteilichen Congressional Budget Office (CBO) stellte fest, dass ausländische Exporteure etwa 5 % der Zollkosten absorbierten, während die restlichen 95 % auf US-Firmen und Verbraucher entfielen.
Die Sammelklagen der Verbraucher erhöhen den politischen Druck auf die Regierung, die geschätzten 170 Milliarden US-Dollar an Rückerstattungen zügig zu bearbeiten. Ein US-Handelsrichter hat die Regierung bereits angewiesen, Schritte zur Rückerstattung an Importeure zu unternehmen. Die Regierung arbeitet an einem neuen Prozess, der innerhalb von 45 Tagen betriebsbereit sein könnte und Unternehmen dazu verpflichten würde, Ansprüche für die gezahlten Zölle einzureichen.