Coupang zahlt Milliarden-Entschädigung nach Datenleck an Millionen Nutzer
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Der südkoreanische Online-Handelsriese Coupang hat ein umfassendes Entschädigungspaket in Höhe von 1,685 Billionen Südkoreanischen Won (rund 1,2 Milliarden US-Dollar) für 33,7 Millionen von einem Datenleck betroffene Nutzer angekündigt. Ab dem 15. Januar 2026 sollen die Kunden Gutscheine im Wert von jeweils 50.000 Won erhalten, um das Vertrauen nach dem Vorfall im November wiederherzustellen.
Entschädigungspaket für Millionen Nutzer
Coupang gab am Montag bekannt, dass das Entschädigungspaket allen 33,7 Millionen Nutzern zugutekommt, die Ende November über das Datenleck informiert wurden. Dies schließt auch ehemalige Kunden ein, die ihre Coupang-Konten nach dem Vorfall geschlossen haben. Die Maßnahme soll die Verantwortung des Unternehmens unterstreichen, das Kundenvertrauen wiederherzustellen.
Harold Rogers, Interims-CEO von Coupang Corp., bezeichnete den Schritt als "verantwortungsvolle Maßnahme für unsere Kunden" und betonte, dass das Unternehmen "seinen Verpflichtungen bis zum Ende nachkommen" werde. Er fügte hinzu: "Alle Coupang-Mitarbeiter reflektieren zutiefst, wie viel Sorge und Angst die jüngste persönliche Informationslecks unseren Kunden bereitet hat."
Details der Gutscheinverteilung
Jeder berechtigte Kunde erhält vier einmalig nutzbare Kaufgutscheine im Gesamtwert von 50.000 Won. Diese setzen sich wie folgt zusammen:
- 5.000 Won für Coupang-Produkte, einschließlich Rocket Delivery, Rocket Direct Import, Seller Rocket und den Marktplatz.
- 5.000 Won für Coupang Eats.
- 20.000 Won für Coupang Travel.
- 20.000 Won für Alux (auch bekannt als R.LUX), eine Plattform für Luxus-Beauty-Produkte.
Die Verteilung der Gutscheine beginnt am 15. Januar 2026 und erfolgt schrittweise. Berechtigte Kunden werden per SMS benachrichtigt und können die Gutscheine über die Coupang-App bei ihren Einkäufen einlösen. Es wird kein Unterschied zwischen Wow-Mitgliedern und Nicht-Mitgliedern gemacht.
Unternehmensführung äußert Bedauern
Das Datenleck, das am 18. November 2025 bekannt wurde, führte bereits im Dezember 2025 zum Rücktritt von CEO Park Dae-jun. Coupang-Gründer Kim Bom entschuldigte sich ebenfalls und äußerte sich "zutiefst betroffen" über die Enttäuschung der Kunden. Er räumte ein, dass das Unternehmen von Anfang an nicht klar kommuniziert habe.
Kim Bom, der US-basierte Vorsitzende, bezeichnete seine Entschuldigung als "überfällig". Er erklärte, er habe ursprünglich geglaubt, es sei am besten, erst nach Bestätigung aller Fakten öffentlich zu kommunizieren und sich zu entschuldigen. "Im Nachhinein war dies ein schlechtes Urteil. Während Coupang unermüdlich daran arbeitete, die Situation zu lösen, hätte ich von Anfang an mein tiefstes Bedauern und meine aufrichtige Entschuldigung ausdrücken sollen. Mein Herz ist schwer, seit ich zum ersten Mal von dem Datenleck erfahren habe", so Kim.
Finanzielle Auswirkungen und Kontext
Interims-CEO Harold Rogers betonte, das Unternehmen werde den Vorfall als Gelegenheit nutzen, seine kundenorientierte Philosophie zu bekräftigen. Coupang werde "Kundenorientierung von Herzen praktizieren und die Verantwortung bis zum Ende tragen, um ein Unternehmen zu werden, dem Kunden vertrauen können."
Im dritten Quartal verzeichnete Coupang einen Umsatz von 12,8 Billionen Won und einen operativen Gewinn von 224,5 Milliarden Won. Die nun angekündigte Entschädigungssumme von 1,685 Billionen Won stellt eine erhebliche finanzielle Belastung dar, die das Unternehmen im Rahmen seiner Bemühungen zur Wiederherstellung des Kundenvertrauens trägt.