
Creator Economy im Wandel: Das Ende der Social-Media-Giganten?
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Reed Duchscher, der ehemalige Talentmanager von YouTube-Superstar MrBeast, prognostiziert ein Ende der Ära der Social-Media-Giganten. Er argumentiert, dass verbesserte Algorithmen die Reichweite von Megastars erschweren und stattdessen Nischen-Creator mit loyalen Zielgruppen in den Fokus rücken.
Das Ende der Social-Media-Superstars?
Reed Duchscher, CEO und Gründer von Night, einer Talentmanagementfirma, die auch MrBeast betreute, sieht eine grundlegende Veränderung in der Creator Economy. Er ist der Ansicht, dass MrBeast, dessen Geschäft auf rund 5 Milliarden US-Dollar geschätzt wird, einer der letzten Creator sein könnte, der eine derart immense Fangemeinde aufbaut.
Duchscher erklärt, dass die Algorithmen sozialer Medien immer besser darin werden, Inhalte auf individuelle Nutzerinteressen zuzuschneiden. Dies erschwert es Stars wie MrBeast, Charli D'Amelio oder Khaby Lame, über verschiedene Feeds hinweg präsent zu sein.
„Wenn Sie Reiseinhalte mögen, wenn Sie Automobilinhalte mögen, wenn Sie Gesundheits- und Schönheitsinhalte mögen, bleiben Ihre Algorithmen in diesem vertikalen Bereich“, so Duchscher. Plattformen wie YouTube und TikTok profitieren demnach von einer Diversifizierung ihrer Talentpools mit mehr Creatorn, anstatt sich zu sehr auf Megastars zu verlassen, um die Konsumption anzutreiben.
Die Strategie von Night: Fokus auf Nischen
Duchscher, der seine Rolle als MrBeasts Talentmanager letztes Jahr beendete, aber weiterhin an dessen Schokoladengeschäft Feastables mitarbeitet, verfolgt mit seiner Firma Night eine neue Strategie. Obwohl Night weiterhin mit großen Creatorn wie Kai Cenat und Hasan Piker zusammenarbeitet, konzentriert sich das Unternehmen zunehmend auf die Suche nach neuen Talenten, die eine bestimmte Content-Nische dominieren.
Das Ziel ist es, Creator zu finden, die auch mit einer kleineren, aber loyalen Fangemeinde erfolgreich sein können. „Es ist viel einfacher, Unternehmen aufzubauen, wenn man ein hyper-Nischen-Publikum hat, weil das Produkt viel mehr Sinn macht“, sagte Duchscher.
Ein Food-Creator könnte beispielsweise ein Kochbuch auf den Markt bringen, während ein Pflanzen-Creator eine Reihe von Gartengeräten verkaufen könnte. Night betreibt zudem einen separaten Venture-Arm, der in Creator-Unternehmen investiert.
Investitionen in die Nischen-Ökonomie
Die Strategie, Nischen-Creator zu finden, die Produkte verkaufen können, wird in der Creator Economy immer beliebter. So investiert beispielsweise die Investmentfirma Slow Ventures Schecks in Höhe von 1 Million bis 3 Millionen US-Dollar in Creator, die in einer bestimmten Inhaltskategorie populär sind und Pläne haben, über reine Medieninhalte hinaus zu expandieren.
„Es wird eine Untergruppe von Creatorn geben, die sehr unternehmerisch sind, tiefes Vertrauen und Expertise in einem spezifischen vertikalen Bereich haben und ‚Builder‘ sind“, erklärte Megan Lightcap von Slow Ventures Anfang des Jahres. Sie bezeichnete diese Creator als „Gründer“.