Dänemark warnt Trump: Grönland steht nicht zum Verkauf nach Venezuela-Operation

Dänemark warnt Trump: Grönland steht nicht zum Verkauf nach Venezuela-Operation

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Dänemarks Premierministerin Mette Frederiksen hat US-Präsident Donald Trump nachdrücklich aufgefordert, seine Drohungen bezüglich einer möglichen Übernahme Grönlands einzustellen. Diese deutliche Warnung erfolgte nur einen Tag, nachdem die USA eine Militäroperation in Venezuela durchgeführt hatten, die zur Festnahme von dessen Präsidenten Nicolás Maduro führte. Die Ereignisse schüren in Kopenhagen und Nuuk Befürchtungen über Trumps weitere territoriale Ambitionen.

Dänemark warnt USA vor Drohungen bezüglich Grönland

Premierministerin Mette Frederiksen erklärte am Sonntag, dem 4. Januar 2026, in einer Stellungnahme: „Ich fordere die Vereinigten Staaten daher dringend auf, die Drohungen gegen einen historisch engen Verbündeten und gegen ein anderes Land und ein anderes Volk einzustellen, die sehr deutlich gesagt haben, dass sie nicht zum Verkauf stehen.“ Sie betonte, dass das Königreich Dänemark – und somit Grönland – Teil der NATO sei und unter die Sicherheitsgarantie des Bündnisses falle. Bereits heute bestehe ein Verteidigungsabkommen zwischen dem Königreich und den Vereinigten Staaten, das den USA weitreichenden Zugang zu Grönland gewähre.

Frederiksens Warnung kam, nachdem Präsident Trump vom Magazin The Atlantic mit den Worten zitiert wurde: „Wir brauchen Grönland, absolut.“ Er hatte bereits seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus vor einem Jahr wiederholt behauptet, dass eine Eingliederung Grönlands in die Vereinigten Staaten den nationalen Sicherheitsinteressen der USA dienen würde, insbesondere aufgrund seiner strategischen Lage in der Arktis und seines Reichtums an kritischen Mineralien.

Eskalation nach Venezuela-Operation schürt Ängste

Die jüngste Entwicklung folgte auf eine militärische Operation der USA am Wochenende, bei der der venezolanische Präsident Nicolás Maduro und seine Frau festgenommen und wegen drogenbezogener Anklagen in die USA gebracht wurden. Diese Operation, die nach Monaten des militärischen Aufbaus und Drohungen gegen Venezuela erfolgte, nährte Spekulationen, dass Trump seine anderen territorialen Ambitionen ebenfalls mit Gewalt durchsetzen könnte.

Kurz nach Maduros Festnahme postete Katie Miller, die Ehefrau des hochrangigen Beraters im Weißen Haus, Stephen Miller, auf X eine Karte von Grönland, die mit einer amerikanischen Flagge bedeckt war, versehen mit der Bildunterschrift „SOON“. Dieser Beitrag löste in Dänemark und Grönland Empörung aus.

Grönlands Status und Dänemarks Haltung

Grönland ist ein mineralreiches, selbstverwaltetes Territorium Dänemarks und Teil des dänischen Königreichs. Obwohl die Insel seit 1979 eine weitreichende Selbstverwaltung genießt, verbleiben Verteidigungs- und Außenpolitik in dänischer Hand. Die Bevölkerung Grönlands, die 57.000 Menschen umfasst, lehnt eine Annexion durch die USA laut Meinungsumfragen überwältigend ab, auch wenn die meisten Grönländer eine eventuelle Unabhängigkeit von Dänemark befürworten.

Dänemarks Premierministerin Frederiksen bekräftigte, dass es „absolut keinen Sinn macht, darüber zu sprechen, dass die USA Grönland übernehmen müssten.“ Sie fügte hinzu: „Die USA haben kein Recht, eines der drei Länder im dänischen Königreich zu annektieren.“ Der dänische Botschafter in den USA, Jesper Møller Sørensen, reagierte auf Millers Post mit einer „freundlichen Erinnerung“ an die langjährigen Verteidigungsbeziehungen und betonte: „Wir sind enge Verbündete und sollten weiterhin als solche zusammenarbeiten. Die Sicherheit der USA ist auch die Sicherheit Grönlands und Dänemarks.“ Er wies darauf hin, dass Dänemark seine Verteidigungsausgaben im Jahr 2025 um 13,7 Milliarden US-Dollar erhöht habe, die in der Arktis und im Nordatlantik eingesetzt werden können, und erwarte „vollen Respekt für die territoriale Integrität des Königreichs Dänemark.“

Reaktionen aus Grönland und der Diplomatie

Der grönländische Premierminister Jens-Frederik Nielsen nannte Katie Millers Post „respektlos“. Er schrieb auf X: „Beziehungen zwischen Nationen und Völkern basieren auf gegenseitigem Respekt und internationalem Recht – nicht auf symbolischen Gesten, die unseren Status und unsere Rechte missachten.“ Gleichzeitig beruhigte er: „Es gibt weder Grund zur Panik noch zur Sorge. Unser Land steht nicht zum Verkauf, und unsere Zukunft wird nicht durch Social-Media-Posts entschieden.“

Der dänische Außenminister Lars Løkke Rasmussen kündigte an, den US-Botschafter in Kopenhagen, Kenneth Howery, zu einem Treffen ins Ministerium einzubestellen. Er betonte, dass die nationalen Grenzen und die Souveränität von Staaten im Völkerrecht verankert seien und man kein anderes Land annektieren könne, nicht einmal mit dem Argument der internationalen Sicherheit.

Trumps anhaltendes Interesse und Sondergesandter

Präsident Trump hat sein Interesse an der Übernahme Grönlands, das er als strategisch wichtig für die US-Verteidigung und reich an kritischen Mineralien ansieht, seit seiner Amtszeit wiederholt geäußert. Im Dezember 2025 ernannte er Louisianas Gouverneur Jeff Landry zum Sondergesandten für Grönland. Landry, ein Republikaner, dankte Trump für die Ernennung und erklärte, es sei „eine Ehre, Ihnen in dieser ehrenamtlichen Position zu dienen, um Grönland zu einem Teil der USA zu machen.“

Landry begrüßte auch Trumps Vorgehen gegen Maduro und postete auf X: „Als Sheriff-Stellvertreter und Generalstaatsanwalt habe ich die verheerenden Auswirkungen illegaler Drogen auf amerikanische Familien gesehen. Mit über 100.000 opioidbedingten Todesfällen jährlich bin ich dankbar, einen Präsidenten zu sehen, der endlich echte Maßnahmen im Krieg gegen Drogen ergreift.“ Trump hatte zuvor auch offen darüber gesprochen, Kanada, eine unabhängige Nation, zum 51. Bundesstaat der USA zu machen. Sowohl Grönland als auch Kanada haben Trumps Avancen wiederholt zurückgewiesen.

Erwähnte Persönlichkeiten