
Danaher: Masimo-Akquisition sorgt für Skepsis – Aktienkurs unter Druck
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Der Life-Sciences-Riese Danaher hat mit der geplanten Akquisition des Medizintechnikunternehmens Masimo für rund 9,6 Milliarden US-Dollar erneut die M&A-Bühne betreten. Trotz einer beeindruckenden M&A-Historie reagierte die Wall Street verhalten auf die Nachricht, was zu einem Kursrückgang der Danaher-Aktie führte und Fragen zur strategischen Ausrichtung aufwirft.
Danaher expandiert mit Masimo-Akquisition
Danaher plant die Übernahme von Masimo, einem führenden Anbieter von Pulsoximetrie und anderen Patientenüberwachungslösungen, für 180 US-Dollar pro Aktie in bar. Der Gesamtwert der Transaktion beläuft sich auf über 9,6 Milliarden US-Dollar, oder 9,9 Milliarden US-Dollar inklusive Schuldenübernahme und abzüglich erworbener Barmittel. Die Finanzierung soll durch vorhandene Barmittel und Schulden erfolgen, wobei Danahers Marktkapitalisierung Ende letzter Woche bei etwa 150 Milliarden US-Dollar lag.
Das Unternehmen erwartet, dass die Akquisition im ersten vollen Jahr um 15 bis 20 Cents und fünf Jahre nach Abschluss um etwa 70 Cents zum bereinigten verwässerten Nettoergebnis je Stammaktie beitragen wird. Zudem soll Masimo langfristig ein Kernumsatzwachstum im hohen einstelligen Bereich liefern, was das Kernumsatzwachstum von Danahers Diagnostiksegment beschleunigen würde.
Skepsis an der Wall Street: Warum der Aktienkurs fiel
Trotz Danahers Ruf für erfolgreiche M&A-Transaktionen fielen die Aktien des Unternehmens nach der Ankündigung am Dienstag um mehr als 3,5 Prozent. Die Masimo-Aktie hingegen stieg um 34 Prozent, notierte aber immer noch unter dem beabsichtigten Kaufpreis. Die Skepsis der Anleger rührt von mehreren Faktoren her.
Ein Hauptgrund ist der hohe Preis der Akquisition. Danaher schätzte das Transaktionsmultiple auf das 18-fache des geschätzten EBITDA (Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation, and Amortization) für 2027, mit der Hoffnung, dieses durch Synergien auf das 15-fache zu senken. Zudem bemerkten Analysten von Leerink, dass Medizintechnik ein neues Geschäftsfeld für Danaher darstellt und eine Abkehr von den üblichen Life-Science-Tools und Diagnostikbereichen. Jeff Marks, Director of Portfolio Analysis, kommentierte während des "Morning Meeting" am Dienstag, dass Masimo "vielleicht etwas außerhalb von Danahers Kernkompetenz liegt".
Während Masimos Produkte in Krankenhäusern zur Überwachung von Herz- und Gehirnfunktionen eingesetzt werden, ist Danaher bekannt für die Bereitstellung von Werkzeugen zur Erforschung, Entwicklung und Herstellung von Medikamenten sowie für Diagnostikgeräte zur Krankheitserkennung.
Langjährige M&A-Strategie und jüngste Performance
Danaher hat sich über Jahre hinweg durch Akquisitionen und Veräußerungen von einem diversifizierten Industriekonglomerat zu einem reinen Gesundheitsunternehmen entwickelt. Die letzte große Akquisition war die des britischen Antikörperherstellers Abcam für 5,7 Milliarden US-Dollar Ende 2023. Morgan Stanley-Analysten spekulierten im Dezember 2025, dass Danaher eher "Tuck-ins im Mittelfristbereich gegenüber transformativeren Deals" bevorzugen könnte.
Die jüngste Aktienperformance von Danaher hat Jim Cramer, einen bekannten Finanzkommentator, frustriert. Die Aktie hat im Jahr 2026 mehr als 10 Prozent verloren und verzeichnet damit das fünfte Verlustjahr in Folge. Der CNBC Investing Club reduzierte seine Danaher-Position bereits Ende Oktober 2025. Die 2026er Prognose, die Ende Januar veröffentlicht wurde, enttäuschte den Markt, der auf eine vollständige Erholung der Life-Sciences-Branche nach mehreren schleppenden Post-Pandemie-Jahren gehofft hatte. Laut Jeff Marks ist der Club von der Aktienentwicklung enttäuscht und erwägt einen baldigen Ausstieg.
Finanzielle Kennzahlen und Analystenperspektiven
Die Jahresergebnisse 2025 von Danaher zeigten einen Umsatzanstieg auf 24,57 Milliarden US-Dollar gegenüber 23,88 Milliarden US-Dollar im Vorjahr. Gleichzeitig sank der Nettogewinn auf 3,61 Milliarden US-Dollar (von 3,90 Milliarden US-Dollar) und das verwässerte Ergebnis je Aktie aus fortgeführten Geschäftsbereichen auf 5,03 US-Dollar (von 5,29 US-Dollar). Diese Kombination aus höheren Umsätzen und niedrigeren Gewinnen deutet auf steigende Kosten oder Margendruck hin.
Die Aktie fiel in der vergangenen Woche um etwa 7 Prozent und notierte am unteren Ende ihrer jüngsten Handelsspanne von 171 bis 243 US-Dollar. CEO Rainer Blair und das Management bestätigten, dass die Nachfrage im Bioprocessing-Segment, Danahers größtem Wachstumstreiber, weiterhin schwach ist und eine signifikante Erholung länger dauert als erwartet. Analysten haben ihre Erwartungen entsprechend angepasst; Evercore ISI erhöhte zwar das Kursziel leicht auf 254 US-Dollar, behielt aber die "Outperform"-Bewertung bei.
Trotz der jüngsten Rückschläge sehen Analysten weiterhin Potenzial. In den letzten drei Monaten haben 7 Analysten Bewertungen für Danaher abgegeben:
- 4 "Bullish"
- 2 "Somewhat Bullish"
- 1 "Indifferent"
Das durchschnittliche 12-Monats-Kursziel liegt bei 265,71 US-Dollar, mit einer Spanne von 240 US-Dollar bis 275 US-Dollar, was einen Anstieg von 5,02 Prozent gegenüber dem vorherigen Durchschnitt von 253,00 US-Dollar darstellt. Ein Bewertungsmodell prognostiziert ein Kursziel von 282 US-Dollar, was ein impliziertes Aufwärtspotenzial von 28,3 Prozent über 2,9 Jahre bedeutet, basierend auf Annahmen wie 5,6 Prozent Umsatzwachstum (CAGR) und 29,7 Prozent operativen Margen. Die Simply Wall St Community sieht die Aktie potenziell um 14 Prozent unterbewertet, wobei die Schätzungen des fairen Werts zwischen 142 US-Dollar und 273 US-Dollar variieren. Die zukünftige Entwicklung wird maßgeblich von der Stabilisierung der Bioprocessing-Nachfrage und der Normalisierung der Margen abhängen.