
Datenzentren treiben den Markt: Jim Cramer sieht breite industrielle Expansion
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Der US-amerikanische Aktienmarkt erlebt derzeit eine bemerkenswerte Phase, in der ein Sektor besonders hervorsticht: Datenzentren. Laut Jim Cramer, dem bekannten Moderator von CNBCs "Mad Money", gibt es im Wesentlichen nur noch zwei Sektoren am Markt – die Datenzentrumsaktien und alle anderen. Diese Entwicklung treibt den S&P 500 zu neuen Höchstständen.
Das Datenzentrum als zentraler Treiber
Jim Cramer betont die allgegenwärtige Bedeutung von Datenzentren und merkt an, dass dieses Thema im aktuellen Quartal "Mainstream" geworden ist. Der S&P 500 erreichte am Donnerstag ein weiteres Allzeithoch, angetrieben von einer breiten Gruppe von Aktien, die vom massiven Ausbau der Infrastruktur für künstliche Intelligenz (KI) profitieren. Cramer sieht ein unverkennbares Muster: Viele der größten Gewinner am Markt sind direkt oder indirekt mit Datenzentren verbunden.
Weit über Halbleiter hinaus: Die Stromversorgung
Die Nachfrage nach Strom für Datenzentren schafft Chancen weit über den Halbleitersektor hinaus. Cramer bezeichnet Datenzentren als "riesige Mäuler, die mit unaufhörlichem Strom gefüttert werden müssen". Quanta Services ist ein Paradebeispiel dafür; das Unternehmen baut Stromleitungen und Netzinfrastruktur, die entscheidend geworden sind, da Energieversorger die steigende Stromnachfrage decken müssen. Auch Eaton und Vertiv profitieren von den Anforderungen an Energiemanagement und Kühlung. Carrier Global verzeichnet eine Trendwende, die ebenfalls mit der Kühlung von Datenzentren zusammenhängt. Cramer meint, dieses Quartal könnte der Beginn einer "mehrjährigen Bewegung" sein.
Chips, Tests und Industrielle Giganten
Die Auswirkungen des Datenzentrum-Booms erstrecken sich auch auf die Chip-Produktion und die Industrie. Teradyne hat sich erholt, da die gestiegene Chipherstellung mehr ihrer Testdienstleistungen erfordert. Der Chiphersteller Qualcomm, der lange Zeit mit dem Smartphone-Markt in Verbindung gebracht wurde, dringt laut Cramer mit einem neuen, ungenannten Kunden in den Datenzentrumsmarkt vor. Selbst traditionelle Industrieunternehmen wie Caterpillar sehen eine starke Nachfrage nach ihren Turbinen, die zunehmend zur Stromversorgung von Datenzentren eingesetzt werden. Cramer äußert sich besorgt, dass die Nachfrage so stark ist, dass "sie möglicherweise nicht genug haben".
Konnektivität und Immobilien im Wandel
Die Notwendigkeit, riesige Datenmengen zu bewegen, kommt auch Netzwerkunternehmen zugute. Firmen wie Ciena, Arista Networks und Cisco profitieren, da Datenzentren mehr Konnektivität benötigen. Sogar der Real Estate Investment Trust (REIT) Iron Mountain, der lange für die physische Archivierung von Dokumenten bekannt war, vermietet nun Flächen an Hyperscaler, die mehr Rechenleistung suchen.
Eine breite industrielle Expansion
Cramer betont, dass die Breite der Gewinner zeigt, dass der Datenzentrum-Boom kein enger Tech-Trend mehr ist, sondern eine umfassende industrielle Expansion mit vielen Investitionsmöglichkeiten. Er beschreibt die Entwicklung als ein "Fertigungsmosaik" und ist der Meinung, dass das Datenzentrum "ein Glücksfall für fast jeden Wirtschaftsbereich" ist.