Davos 2026: Geopolitik, Zentralbanken und KI prägen das Weltwirtschaftsforum

Davos 2026: Geopolitik, Zentralbanken und KI prägen das Weltwirtschaftsforum

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Das Weltwirtschaftsforum (WEF) 2026 in Davos versammelt erneut führende Köpfe aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft, um globale Herausforderungen zu diskutieren. Unter dem Motto "The Spirit of Dialogue" stehen geopolitische Spannungen, die Unabhängigkeit der Zentralbanken und die rasante Entwicklung der Künstlichen Intelligenz im Fokus der Debatten.

Davos 2026: Ein Forum im Zeichen des Dialogs

Vom 19. bis 23. Januar 2026 findet das 56. Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums in Davos statt. Die Veranstaltung bringt fast 3.000 Führungskräfte aus über 130 Ländern zusammen, um auf einer neutralen Plattform gemeinsame Herausforderungen anzugehen und Innovationen für die Zukunft voranzutreiben. Das diesjährige Thema "The Spirit of Dialogue" soll die Zusammenarbeit in einer Zeit tiefgreifender geopolitischer, technologischer und gesellschaftlicher Veränderungen fördern.

Die alpinen Straßen von Davos werden zum Schauplatz intensiver Gespräche, die von den Nachwirkungen der globalen Finanzkrise bis zur Covid-19-Pandemie und der aktuellen Neuordnung der Weltordnung reichen. Das Forum dient als Katalysator für Ideen in Politik, Wirtschaft und Technologie und bietet eine seltene Gelegenheit für persönliche Diplomatie.

Geopolitische Spannungen dominieren die Agenda

Die Spannungen zwischen Ländern, die sich als Verbündete bezeichnen, sind vor dem Treffen in Davos spürbar. US-Präsident Donald Trump hat das Jahr 2026 mit einer Reihe von Aktionen begonnen, die die Souveränität und jahrzehntelange Allianzen herausfordern. Er wird am Mittwoch auf dem Forum sprechen, während die globale Gemeinschaft die Auswirkungen seiner Maßnahmen in Venezuela, seine harte Haltung gegenüber Iran, die Vorstöße in Grönland und die langsamen Fortschritte bei einem Friedensabkommen für die Ukraine bewertet.

Trump hat angedeutet, dass acht europäische Nationen mit Zöllen von bis zu 25 % belegt werden könnten, falls Grönland nicht an die USA verkauft wird. Diese Drohungen militärischer Gewalt in Grönland haben das Ende des NATO-Bündnisses, das zuvor undenkbar schien, auf die Tagesordnung gesetzt. Es wird erwartet, dass die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, der französische Präsident Emmanuel Macron und der kanadische Premierminister Mark Carney die Bedeutung der NATO betonen werden. Berichten zufolge könnte der G7-Gipfel am Rande der Veranstaltung zusammentreten, um ein Friedensabkommen zwischen Russland und der Ukraine voranzutreiben, wobei die Spannungen mit der NATO unweigerlich diskutiert werden.

Der chinesische Vizepremier He Lifeng wird ebenfalls am Dienstag sprechen. Ein vorläufiger Handelsfrieden mit Washington D.C. scheint zu halten, obwohl China im Jahr 2025 mit über 1 Billion US-Dollar den weltweit größten Handelsüberschuss verzeichnete. Der Global Risk Report des Weltwirtschaftsforums warnt, dass "Regeln und Institutionen, die lange Zeit die Stabilität untermauert haben, in einer neuen Ära, in der Handel, Finanzen und Technologie als Einflusswaffen eingesetzt werden, unter Beschuss stehen."

Die Unabhängigkeit der Zentralbanken unter Beschuss

Außerhalb der Geopolitik wird die Debatte über die Unabhängigkeit der Zentralbanken in Davos voraussichtlich hitzig geführt. Die Ankündigung des Justizministeriums, eine strafrechtliche Untersuchung gegen den Vorsitzenden der Federal Reserve Bank, Jerome Powell, einzuleiten, hat Zentralbanker weltweit empört. Powell erklärte in einer Stellungnahme, die Untersuchung drehe sich darum, "ob die Fed weiterhin in der Lage sein wird, Zinssätze festzulegen... oder ob die Geldpolitik durch politischen Druck oder Einschüchterung gelenkt wird."

Seine Kollegen aus aller Welt, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde und der Gouverneur der Bank of England, Andrew Bailey, unterzeichneten einen bemerkenswerten Unterstützungsbrief. Der ehemalige EZB-Chef Jean-Claude Trichet äußerte gegenüber "Squawk Box Europe", die Märkte nähmen die Bedrohung nicht ernst genug und bezeichnete die Situation als "extrem gravierend".

Wirtschaftliche Herausforderungen und technologische Transformation

Die Diskussionen in Davos konzentrieren sich auch auf die Erschließung neuer Wachstumsquellen und die Navigation durch wirtschaftliche Unsicherheiten. Neben der geopolitischen Risikobewertung werden praktische, lösungsorientierte Wege zur Stärkung von Resilienz, Wettbewerbsfähigkeit und inklusivem Wachstum erörtert.

Ein zentrales Thema ist der verantwortungsvolle Einsatz transformativer Technologien wie der generativen Künstlichen Intelligenz (KI). Die rasante Einführung von KI in der Gesellschaft wirft Fragen des Vertrauens auf. Wenn Automatisierung Innovation und Effizienz fördert, aber gleichzeitig Risiken wie den Verlust der Privatsphäre, Verletzung von Urheberrechten, Deepfakes und Desinformation birgt, kann dies das Vertrauen untergraben. Potenziale für voreingenommene Entscheidungen, KI-Halluzinationen und das "Black-Box-Problem" stellen Barrieren für die gesellschaftliche Akzeptanz dar.

Soziale und ökologische Dimensionen

Ebenso wichtig sind die menschlichen Dimensionen der Transformation. Angesichts der Entwicklung von Industrien und der Umgestaltung der Arbeitswelt durch Technologien wird in Davos beleuchtet, wie Regierungen und Unternehmen besser in Menschen investieren können. Ziel ist der Aufbau widerstandsfähiger Arbeitskräfte, die Unterstützung von Qualifikationsübergängen und die Verbesserung des Wohlbefindens in einer Zeit tiefgreifenden Wandels.

Gleichzeitig werden die Führungskräfte untersuchen, wie Wohlstand innerhalb der planetaren Grenzen wiederhergestellt werden kann, indem sichere Energie-, Natur- und Wassersysteme gefördert werden. Auch die Auswirkungen von Social-Media-Nutzung bei Jugendlichen, wie das australische Verbot für unter 16-Jährige, finden Beachtung, da der britische Premierminister Keir Starmer ähnliche Bedenken äußerte.

Ein Blick hinter die Kulissen: Die Bedeutung von Davos

Leonie Kidd von CNBC International, die seit 2009 am Weltwirtschaftsforum teilnimmt, beschreibt die einzigartige Erfahrung der Veranstaltung. Sie hat miterlebt, wie sich Davos im Laufe der Jahre verändert hat – von den Auswirkungen der Finanzkrise bis zur aktuellen Neuordnung der Weltordnung. Ihre persönliche Einschätzung ist, dass das Forum niemals langweilig ist und 2026 keine Ausnahme bilden wird.

Angesichts der Tatsache, dass der Einfluss von G20 und G7 auf die Probe gestellt wurde, wird das Weltwirtschaftsforum zu einer noch selteneren Gelegenheit für persönliche Diplomatie. Aus ihrer Sicht, die Diplomatie in allen Lebensbereichen schätzt, bleibt die Hoffnung, dass in den Alpen "kühlere Köpfe die Oberhand gewinnen" können.

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