Davos 2026: Trumps Rückkehr, G7-Präsenz und geopolitische Spannungen

Davos 2026: Trumps Rückkehr, G7-Präsenz und geopolitische Spannungen

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Das Weltwirtschaftsforum 2026 in Davos versammelt politische Führer und Top-CEOs, darunter US-Präsident Donald Trump, der erstmals seit 2020 wieder persönlich teilnimmt. Während eine Rekordzahl an G7-Vertretern erwartet wird, prägen geopolitische Spannungen, wie der Grönland-Disput, das Treffen. Auch prominente Absagen sind zu verzeichnen.

Trump kehrt nach Davos zurück

US-Präsident Donald Trump nimmt 2026 erstmals seit seiner Ansprache im Jahr 2020 wieder persönlich am Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos teil. Seine virtuelle Ansprache im vergangenen Jahr, wenige Tage nach seinem Wiedereinzug ins Weiße Haus, hatte das Event bereits aufgerüttelt. Dieses Mal wird er laut WEF die "größte" US-Delegation aller Zeiten mitbringen.

Die US-Delegation umfasst wichtige Persönlichkeiten wie US-Außenminister Marco Rubio und Finanzminister Scott Bessent. Auch der Sondergesandte für den Nahen Osten, Steve Witkoff, und Berater Jared Kushner sind Teil der Gruppe. Präsident Trump wird voraussichtlich am Mittwoch eine Rede in Davos halten.

Prominente Teilnehmer und Rekordzahlen

Die Organisatoren des WEF erwarten "nahezu 3.000 branchenübergreifende Führungskräfte", darunter eine "Rekordzahl" von 400 politischen Führern, 850 Top-Unternehmenschefs und 100 Technologiepionieren. Zu den prominenten Teilnehmern zählen J.P. Morgan CEO Jamie Dimon, der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und Nvidia CEO Jensen Huang.

WEF-Präsident Børge Brende hob hervor, dass sechs der G7-Nationen Vertreter entsenden werden, was er als "historischen" Schritt bezeichnete. Neben Präsident Trump werden der französische Präsident Emmanuel Macron, der kanadische Premierminister Mark Carney und der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz persönlich anwesend sein. Im Jahr 2025 war der damalige deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz der einzige G7-Führer, der persönlich in Davos teilnahm.

Weitere wichtige Persönlichkeiten auf der Teilnehmerliste sind Argentiniens Präsident Javier Milei und Indonesiens Prabowo Subianto, die laut Jan Aart Scholte, Professor an der Universität Leiden, "keine kleinen Figuren" sind. Auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen wird erwartet. Unter den CEOs sind Microsoft CEO Satya Nadella, Anthropic CEO Dario Amodei und DeepMind CEO Demis Hassabis gelistet, ebenso wie Sarah Friar, CFO von OpenAI.

Eric Kutcher, Senior Partner bei McKinsey & Company und "strategischer Partner" des WEF, kommentierte die Bedeutung der Teilnehmer: "Es wird darum gehen, wer da ist", sagte er in einem Unternehmensvideo. "Viel mehr als um die Themen, die man sieht." Nach dem Rücktritt von WEF-Gründer Klaus Schwab im April, der nach einer Untersuchung von "wesentlichem Fehlverhalten" freigesprochen wurde, sind BlackRock CEO Larry Fink und Roche Vice-Chair Andre Hoffman als interimistische Co-Vorsitzende ernannt worden. Sie verfolgen das Ziel, "die wirtschaftliche Ausrichtung des WEF wieder zu stärken und dabei mehr CEOs zu gewinnen", so Kutcher.

Bemerkenswerte Absagen und geopolitische Spannungen

Trotz der hohen Teilnehmerzahlen gibt es auch prominente Absagen. Dänische Regierungsvertreter wurden eingeladen, entschieden sich jedoch gegen eine Teilnahme, da sich der Streit um Grönland verschärfte. Diese Entscheidung erfolgte nur wenige Tage, nachdem Trump neue Zölle auf europäische Länder angekündigt hatte, die sich seinem Versuch widersetzen, die arktische Insel zu annektieren. Ein WEF-Sprecher erklärte: "Entscheidungen über die Teilnahme liegen im Ermessen der betreffenden Regierung. Wir können bestätigen, dass die dänische Regierung diese Woche nicht in Davos vertreten sein wird."

Chinas Präsident Xi Jinping steht nicht auf der Teilnehmerliste des WEF, ebenso wenig wie die Staats- und Regierungschefs Brasiliens und Indiens. Der britische Premierminister Keir Starmer und Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni sind ebenfalls nicht auf der offiziellen WEF-Liste aufgeführt, obwohl ihre Teilnahme gemeldet wird. Starmer sprach am Montag in einer Notfall-Pressekonferenz über Trumps angekündigte Zölle, wich aber einer direkten Frage nach einem möglichen Treffen mit Trump "diese Woche" aus. Die britische Finanzministerin Rachel Reeves wird jedoch teilnehmen. Japans Premierministerin Sanae Takaichi wird voraussichtlich in ihrem Land bleiben, da sie am Montag vorgezogene Neuwahlen für den 8. Februar angekündigt hat.

Auch WEF-Gründer Klaus Schwab wird nicht anwesend sein. Er trat im April nach einer Untersuchung wegen angeblichen Fehlverhaltens zurück, wurde aber später von "wesentlichem Fehlverhalten" freigesprochen. Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman steht nicht auf der WEF-Teilnehmerliste, jedoch werden mehrere Minister seines Landes, darunter Finanzminister Mohammed Al Jadaan, von CNBC interviewt. Der spanische Premierminister Pedro Sanchez sagte seine Teilnahme am Montag ab, nachdem am Sonntag bei einem Zugunglück im Süden des Landes 39 Menschen ums Leben kamen.

Trotz der Abwesenheit einiger Staatsoberhäupter betonte Brende, dass Indien eine "starke" Delegation entsenden werde und China mit einer "großen" Delegation, einschließlich des Handels- und Finanz-Vizepremiers He Lifeng, vertreten sei.

Schwerpunkte und Marktrelevanz

Das diesjährige Thema des Weltwirtschaftsforums, das von Montagabend bis Freitagmorgen läuft, lautet "A spirit of dialogue". Die Agenda konzentriert sich auf fünf Bereiche: das geopolitische Umfeld, KI, Klima und Natur, neue Quellen des Wirtschaftswachstums sowie "people and preparedness".

Für die Märkte sind mehrere Themen von Bedeutung, darunter die US-Schritte zur Übernahme Grönlands, politische Turbulenzen in Venezuela und Trumps Drohung, Gewalt gegen den Iran anzuwenden. Investoren werden zudem Ankündigungen von KI-Firmen, Updates der Zentralbanken und Nachrichten über Unternehmen, die sich von den USA diversifizieren, genau beobachten. Jan Aart Scholte von der Universität Leiden merkt an, dass Regierungen Davos weiterhin als Ort für Treffen mit Unternehmen sehen. Er fügt hinzu: "Global capital remains a strong force in world politics, even if big multinational enterprises are generally less embraced and celebrated than 20-30 years ago."

Erwähnte Persönlichkeiten