DeepSeek: Warum der KI-Schock von 2025 sich bisher nicht wiederholte

DeepSeek: Warum der KI-Schock von 2025 sich bisher nicht wiederholte

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Vor fast einem Jahr erschütterte das chinesische KI-Labor DeepSeek die globale Technologiewelt. Die Veröffentlichung seines Reasoning-Modells R1 im Januar 2025 führte zu einem panischen Ausverkauf bei führenden westlichen Tech-Unternehmen, da die Märkte die US-Dominanz im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) in Frage stellten. Elf Monate später haben sich diese Unternehmen nicht nur erholt, sondern sind weiter gewachsen, während DeepSeeks nachfolgende Updates keine vergleichbaren Wellen mehr schlugen.

Der ursprüngliche Schock von DeepSeek R1

Im Januar 2025 sorgte DeepSeek mit der Veröffentlichung seines Reasoning-Modells R1 für Aufsehen. Dieses Modell erreichte oder übertraf Benchmarks vieler weltweit führender Large Language Models (LLMs). Wochen zuvor hatte DeepSeek bereits das kostenlose, quelloffene LLM V3 vorgestellt, das nach eigenen Angaben mit weniger leistungsstarken Chips und zu einem Bruchteil der Kosten von Modellen wie OpenAI und Google trainiert wurde. Die Nachricht, dass ein relativ unbekanntes chinesisches KI-Labor die etablierten Akteure herausfordern konnte, löste eine Schockwelle aus.

Die Auswirkungen auf den Markt waren dramatisch:

  • Nvidia stürzte um 17 % ab und verlor fast 600 Milliarden US-Dollar an Marktkapitalisierung.
  • Der US-Chiphersteller Broadcom fiel ebenfalls um 17 %.
  • ASML verzeichnete einen Rückgang von 7 % an einem einzigen Tag.

Haritha Khandabattu, Senior Director Analyst bei Gartner, erklärte gegenüber CNBC, dass der Januar-Schock eine "breite, sichtbare Neubewertung" verursachte, da er die globalen Annahmen über die Kostenkurven von Spitzenmodellen und Chinas Wettbewerbsfähigkeit direkt beeinflusste und das Narrativ der Halbleiter- und Hyperscaler-Branche traf. Alex Platt, Senior Analyst bei D.A. Davidson, betonte, dass die Veröffentlichung den Markt "wirklich überraschte", da die damalige Erzählung besagte, China liege 9 bis 12 Monate hinter den USA zurück.

Erholung und Wachstum der Tech-Giganten

Trotz des anfänglichen Schocks erholten sich die betroffenen Unternehmen schnell und setzten ihr Wachstum fort. Nvidia erreichte im Oktober 2025 als erstes Unternehmen eine Bewertung von 5 Billionen US-Dollar. Die Aktien von Broadcom stiegen im Laufe des Jahres 2025 um 49 %, während die ASML-Aktie um 36 % zulegte. Brian Colello, Senior Equity Analyst bei Morningstar, merkte an, dass die Sorge, die Nachfrage nach KI-Infrastruktur und damit die Einnahmen von Firmen wie Nvidia könnten beeinträchtigt werden, unbegründet blieb. Stattdessen sei 2025 keine Verlangsamung der Ausgaben zu beobachten gewesen, und für 2026 und darüber hinaus werde sogar eine Beschleunigung erwartet.

Warum DeepSeek keine weiteren Marktturbulenzen verursachte

Seit Januar 2025 hat DeepSeek sieben neue Modell-Updates veröffentlicht, die jedoch keine vergleichbaren Marktreaktionen hervorriefen. Analysten identifizieren mehrere Gründe für diese Entwicklung:

Fehlender Schockfaktor und Art der Veröffentlichungen

Die nachfolgenden Veröffentlichungen von DeepSeek waren Updates der bestehenden V3- und R1-Modelle, keine völlig neuen Modelle. Haritha Khandabattu von Gartner beschreibt diese als "glaubwürdige Schrittänderungen" in Effizienz und Leistungsfähigkeit, die der Markt jedoch eher als "Fortsetzung und Konsolidierung statt einer neuen Schockwelle" wahrgenommen habe. Der Überraschungseffekt des ersten R1-Modells, das die Annahme der US-Dominanz in Frage stellte, fehlte bei den späteren Updates.

Begrenzte Rechenleistung

Ein wesentlicher Grund, warum DeepSeek kein völlig neues Modell veröffentlicht hat, ist laut Analysten die begrenzte Rechenleistung. Alex Platt von D.A. Davidson merkt an, dass "Rechenleistung ein großer Engpass war". Die KI-Firma musste die ursprünglich für Mai geplante Veröffentlichung ihres R2-Modells verschieben, da es Herausforderungen beim Training auf heimischen Huawei-Chips gab, wie die Financial Times im August berichtete. Chinesische Behörden hatten DeepSeek ermutigt, diese Prozessoren zu nutzen, um die Abhängigkeit von US-Alternativen angesichts der Exportkontrollen für Nvidias leistungsstärkste Chips zu reduzieren.

Chris Miller, Autor von "Chip War", erklärte gegenüber CNBC: "China war in den letzten Jahren in der Menge der Rechenleistung, auf die es zugreifen konnte, eingeschränkt, größtenteils aufgrund von US-Beschränkungen beim Verkauf von Chips." DeepSeek selbst räumte in einem kürzlich veröffentlichten Forschungsbericht "gewisse Einschränkungen im Vergleich zu führenden Closed-Source-Modellen" wie Gemini 3 ein, darunter auch die Rechenressourcen.

DeepSeeks Einfluss auf den KI-Markt

Trotz der ausbleibenden Marktturbulenzen durch neuere Updates hat der Erfolg von DeepSeek einen nachhaltigen Einfluss auf den breiteren KI-Markt. Er hat zu einem "Ripple-Effekt" geführt, der den Wettbewerb verstärkt und mehr Start-ups dazu ermutigt, von KI-Fortschritten zu profitieren. Die Einführung von DeepSeek hat die Entwicklung im KI-Sektor beschleunigt und andere Unternehmen dazu angeregt, ihre Angebote zu verbessern, was zu innovativeren Lösungen in verschiedenen Branchen führt.

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