
Delta Air Lines: Treibstoffkosten bremsen Wachstum, Raffinerie stützt Gewinne
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Delta Air Lines hat im ersten Quartal 2026 solide Ergebnisse vorgelegt und die Analystenerwartungen übertroffen, kündigt jedoch gleichzeitig eine "erhebliche Reduzierung" ihrer Kapazitätswachstumspläne an. Grund dafür sind die stark gestiegenen Treibstoffkosten, die durch den Konflikt im Nahen Osten befeuert werden. Die Aktien des Unternehmens legten im vorbörslichen Handel um über 11 % zu, nachdem die Ölpreise gesunken waren.
Starke Q1-Ergebnisse trotz Gegenwind
Für das erste Quartal 2026 meldete Delta Air Lines einen bereinigten Gewinn pro Aktie von 64 Cent, was die Erwartungen der Analysten von 57 Cent übertraf. Der bereinigte Umsatz belief sich auf 14,2 Milliarden US-Dollar und lag damit ebenfalls über den prognostizierten 14 Milliarden US-Dollar. Delta ist die erste der großen US-Fluggesellschaften, die ihre Ergebnisse für das erste Quartal veröffentlicht hat.
Der Nettogewinn stieg im ersten Quartal auf 423 Millionen US-Dollar oder 64 Cent pro Aktie, verglichen mit 291 Millionen US-Dollar oder 45 Cent pro Aktie im Vorjahreszeitraum. Der um Drittumsätze aus der Raffinerie und andere Posten bereinigte Umsatz stieg im ersten Quartal um mehr als 9 % auf 14,2 Milliarden US-Dollar.
Kapazitätskürzungen und steigende Treibstoffkosten
CEO Ed Bastian erklärte, dass Delta sein Kapazitätswachstum kurzfristig "erheblich reduzieren" werde. Für das zweite Quartal prognostiziert Delta ein bereinigtes Ergebnis pro Aktie zwischen 1 und 1,50 US-Dollar, was unter den Analystenerwartungen von 1,52 US-Dollar liegt. Der Umsatz soll im niedrigen zweistelligen Prozentbereich gegenüber dem Vorjahr steigen, während die Kapazität voraussichtlich stagnieren wird.
Die Treibstoffrechnung von Delta wird in diesem Quartal voraussichtlich um 2 Milliarden US-Dollar höher ausfallen. Die Jet-Treibstoffpreise in großen US-Städten sind laut Airlines for America (unter Berufung auf Argus-Daten) seit dem 27. Februar bis zum 6. April um fast 88 % gestiegen, ein stärkerer Anstieg als bei Rohöl. Delta erwartet für das zweite Quartal All-in-Treibstoffkosten von 4,30 US-Dollar pro Gallone.
Die strategische Bedeutung der Raffinerie
Delta besitzt eine Raffinerie in der Nähe von Philadelphia, die Rohöl in Kerosin und andere Produkte wie Benzin und Diesel umwandelt. Diese Anlage, die im April 2012 von Phillips 66 erworben wurde, verschafft Delta einen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Fluggesellschaften. Ed Bastian betonte, dass die Raffinerie dem Unternehmen weiterhin helfen werde, solange die Treibstoffpreise hoch bleiben.
Für das zweite Quartal erwartet Delta einen Vorsteuergewinn von 1 Milliarde US-Dollar und einen Beitrag von 300 Millionen US-Dollar aus der Raffinerie. Dies stellt einen erheblichen Rückenwind für das Unternehmen dar.
Robuste Nachfrage und Premium-Reisen
Trotz höherer Reisekosten bleibt die Nachfrage laut Bastian stark. Deltas Kundenbasis gebe weiterhin Geld für Reisen aus, insbesondere für höherwertige Produkte wie geräumigere Sitze. Es sei jedoch unklar, ob und wann Kunden sich zurückhalten werden.
Die Einnahmen aus Premium-Tickets, wie First Class und anderen teureren Optionen, stiegen im ersten Quartal um 14 % gegenüber dem Vorjahr. Die Einnahmen aus der Main Cabin verzeichneten zum ersten Mal seit Ende 2024 wieder einen Anstieg. Die Kapazität sank im ersten Quartal 2026 im Vergleich zum Vorjahr um 3 %, da Investitionen in die Flottenerneuerung den Anteil an Premium-Sitzen erhöhten.
Ausblick und Unsicherheiten
Delta hält an seiner Jahresprognose fest, aktualisiert diese jedoch aufgrund der Unsicherheit der Treibstoffpreise nicht. Bastian erklärte, dass man in den nächsten Monaten mehr Klarheit über die Auswirkungen der Treibstoffpreisentwicklung gewinnen müsse. Die Fluggesellschaft hatte im Januar bei der Veröffentlichung ihrer letzten Ergebnisse potenziell Rekordgewinne für dieses Jahr prognostiziert.
Die Öl-Futures fielen am Mittwoch deutlich, nachdem US-Präsident Donald Trump angekündigt hatte, geplante Angriffe auf die iranische Infrastruktur für zwei Wochen auszusetzen und der Iran zugestimmt hatte, den wichtigen Schifffahrtsweg der Straße von Hormus zu öffnen. Dies könnte eine gewisse Entspannung an den Energiemärkten bedeuten.