Diplomatie im Ukraine-Krieg: Moskau sieht Einigung nah, Kiew lehnt Zugeständnisse ab

Diplomatie im Ukraine-Krieg: Moskau sieht Einigung nah, Kiew lehnt Zugeständnisse ab

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Der russische Vizeaußenminister Sergey Ryabkov äußerte sich in einem exklusiven Interview mit ABC News optimistisch über eine mögliche Beendigung des Krieges in der Ukraine und erklärte, die Parteien stünden "am Rande" eines diplomatischen Abkommens. Auch US-Regierungsvertreter sehen eine Einigung näher denn je, doch zentrale Forderungen Moskaus, insbesondere bezüglich territorialer Kontrolle und der NATO-Präsenz, bleiben ungelöste Streitpunkte.

Diplomatische Annäherung in Sicht?

Sergey Ryabkov, Russlands Vizeaußenminister, teilte ABC News am Montag, dem 15. Dezember 2025, mit, dass er die Kriegsparteien "am Rande" einer diplomatischen Lösung zur Beendigung des Konflikts sehe. Er betonte, die Regierung von Präsident Wladimir Putin sei "bereit für ein Abkommen" und hoffe, dass eine Einigung "eher früher als später" erzielt werde.

Diese Einschätzung wird teilweise von US-Regierungsvertretern geteilt, die am selben Tag anonym gegenüber Reportern signalisierten, ein Friedensabkommen zwischen Russland und der Ukraine könnte näher sein als je zuvor. Sie gaben an, "buchstäblich 90%" der Streitpunkte zwischen den beiden Ländern seien bereits gelöst. Moskau und Kiew arbeiten derzeit mit amerikanischen Vertretern an der jüngsten Friedensinitiative des Weißen Hauses.

Unüberwindbare Hürden bei territorialen Fragen

Trotz der optimistischen Töne bekräftigte Ryabkov jedoch langjährige Forderungen Moskaus, die Kiew bisher als inakzeptabel ablehnt. Dazu gehört die russische Kontrolle über die Krim, die 2014 besetzt wurde, sowie über vier weitere teilweise besetzte Gebiete im Süden und Osten der Ukraine: Donezk, Luhansk, Saporischschja und Cherson.

Ryabkov stellte klar: "Wir haben insgesamt fünf und wir sind in keiner Form in der Lage, hier Kompromisse einzugehen." Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat territoriale Zugeständnisse an Russland wiederholt ausgeschlossen.

NATO-Präsenz als weiterer Knackpunkt

Ein weiterer zentraler Streitpunkt für Moskau ist die mögliche Stationierung von NATO-Truppen in der Ukraine nach einem Kriegsende. Ryabkov erklärte, Russland werde keinem Abkommen zustimmen, das deren Präsenz auf ukrainischem Boden vorsieht. Dies gelte auch, wenn die Truppen Teil einer Sicherheitsgarantie oder Mitglieder der sogenannten "Koalition der Willigen" wären.

"Wir werden zu keinem Zeitpunkt einer Präsenz von NATO-Truppen auf ukrainischem Territorium zustimmen, sie billigen oder auch nur damit zufrieden sein", so Ryabkov.

Russlands Perspektive und Rhetorik

Ryabkov, der seit 2008 als Vizeaußenminister unter Außenminister Sergey Lavrov dient, weigerte sich im Gespräch mit ABC News, die anhaltende Invasion Russlands als Krieg zu bezeichnen. Stattdessen verwendete er die vom Kreml bevorzugte Formulierung einer "speziellen Militäroperation". Er äußerte: "Wir tun, was wir tun, wir wollen es beenden, und ob es beendet wird, hängt stark davon ab, wie die Menschen, die die Behörden in Kiew unterstützen, das unvermeidliche Ergebnis unseres Erfolgs anerkennen."

Er rechtfertigte die Invasion als notwendige Maßnahme zum Schutz ethnischer Russen in der Ukraine und drückte sein Mitgefühl für die Betroffenen aus. Ryabkov hatte bereits im Januar 2022, kurz vor der Invasion, die Bedrohung für die Ukraine heruntergespielt und erklärt, Moskau habe "keine Absicht, die Ukraine anzugreifen, eine Offensive zu starten oder einzumarschieren."

Weitere diplomatische Signale

Der Vizeaußenminister kommentierte auch andere Aspekte der Beziehungen zwischen den USA und Russland. Er forderte eine erneute Konzentration auf bilaterale Atom- und Rüstungskontrollverträge. Fortschritte in diesen Bereichen seien jedoch nur möglich, "nachdem wir von substanziellen und irreversiblen Verbesserungen in Washingtons Politik gegenüber Russland überzeugt sind."

Zudem schloss Ryabkov im vergangenen Monat gegenüber dem staatlichen Magazin "International Affairs" ein neues Treffen zwischen dem ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump und Wladimir Putin nicht aus, sollten die Friedensgespräche für die Ukraine fortgesetzt werden. "Ich würde nichts ausschließen", sagte er.

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