
Disney plant weitere Entlassungen: Bis zu 1.000 Stellen im Marketing betroffen
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Der Unterhaltungsgigant Walt Disney plant eine weitere Phase der Kostensenkungen, die den Abbau von bis zu 1.000 Arbeitsplätzen umfassen könnte. Diese Maßnahmen sollen hauptsächlich die Marketingabteilung betreffen und sind Teil einer umfassenderen Strategie zur Effizienzsteigerung des Konzerns. Die Nachricht wurde zuerst vom Wall Street Journal berichtet, woraufhin die Disney-Aktie im frühen Handel am Donnerstag leicht nachgab.
Neue Kostensenkungsrunde bei Disney
Die geplanten Entlassungen, die in den kommenden Wochen erwartet werden, könnten weniger als 1 % der gesamten Belegschaft von Disney betreffen. Ende des Geschäftsjahres 2025 beschäftigte Disney rund 231.000 Mitarbeiter. Die meisten der betroffenen Stellen werden voraussichtlich in der Marketingabteilung angesiedelt sein, die im Januar unter Asad Ayaz, dem Chief Marketing and Brand Officer, konsolidiert wurde.
Ayaz, der direkt an CEO Josh D'Amaro und Dana Walden, Disneys President und Chief Creative Officer, berichtet, verantwortet das Marketing für alle Divisionen des Konzerns: Entertainment, Experiences und Sports. Diese Zusammenführung aller Marketingeinheiten unter einem einzigen Leiter ist ein Novum für Disney und läuft unter dem Codenamen "Project Imagine" mit dem Ziel, die Marketinggruppe zu vereinheitlichen und Kosten zu senken.
Strategische Neuausrichtung unter neuer Führung
Die Initiative zur Kostensenkung erfolgt kurz nachdem Josh D'Amaro Mitte März das Ruder als CEO übernommen hat. Die Pläne für die bevorstehenden Entlassungen begannen jedoch bereits, bevor D'Amaro seine neue Rolle antrat. D'Amaro, der zuvor Chairman von Disney Experiences war, folgte auf Bob Iger, der Ende 2022 als CEO zurückgekehrt war, um das Unternehmen nach einer Phase der Unsicherheit zu sanieren.
Iger hatte im Februar 2023 weitreichende Pläne zur Umstrukturierung des Unternehmens angekündigt, die Kostensenkungen von 5,5 Milliarden US-Dollar und den Abbau von 7.000 Arbeitsplätzen vorsahen. Seit Igers Rückkehr wurden insgesamt über 8.000 Mitarbeiter entlassen. D'Amaro würdigte Igers Arbeit am Investorentag und betonte, dass das Unternehmen nun "aus einer Position der Stärke" agiere und "reichlich Wachstumschancen" habe.
Hintergrund und Unternehmensstruktur
Die Umstrukturierung der Marketingabteilung im Januar, als Bob Iger noch CEO war, war ein wichtiger Schritt zur Effizienzsteigerung. Asad Ayaz' Rolle ist es, die Marketingstrategien für alle Geschäftsbereiche zu bündeln. Von den 231.000 Mitarbeitern Disneys arbeiteten Ende des Geschäftsjahres 2025 etwa 80 % in der Experiences-Division. Die meisten der früheren Entlassungen betrafen die Bereiche Entertainment, ESPN und die Konzernzentrale.
Der Erfolg von D'Amaros Bemühungen wird letztlich daran gemessen werden, ob er den stagnierenden Aktienkurs des Unternehmens ankurbeln kann. Dieser ist seit seinem Höchststand im Jahr 2021 um fast die Hälfte gefallen und notiert derzeit auf dem Niveau von vor einem Jahrzehnt. Disney hat die aktuellen Entlassungen bisher nicht öffentlich bestätigt.
Branchenweiter Trend?
Die geplanten Entlassungen bei Disney reihen sich in eine Reihe ähnlicher Maßnahmen anderer großer Unternehmen ein. Berichten zufolge hat der Cloud-Riese Oracle weltweit eine große Anzahl von Mitarbeitern entlassen, wobei Schätzungen von 20.000 bis 30.000 betroffenen Personen ausgehen. Auch die globale Großbank HSBC erwägt in den kommenden Jahren Stellenstreichungen, insbesondere in mittleren und Back-Office-Funktionen, um durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) Abläufe zu optimieren.